Dem Klang der Musik folgten die drei Frauen in den Innenraum. Der Soundcheck war wie erwartet bereits gestartet, wenigstens litt ihr Zeitplan somit nicht unter den Folgen ihres Handelns. Anders hatte ihr Gesicht keine Wahl bekommen, gezwungenermaßen musste es mitten ins Geschehen eintauchen und brachte dadurch die meisten Erinnerungen mit. Da im Backstagebereich keine Spiegel, außer in den Gadroben, hingen, konnte die Tonfrau nur durch die zunehmenden Schmerzen vermuten, wie schlimm die Schläge sie getroffen hatten. Ein weiterer Anhaltspunkte, mit dessen Hilfe sie ihre Verletzungen einschätzen konnte, stellte das viele Blut da, welches von ihrem Kinn auf ihre Kleidung tropfte. Selbst mit ihren Händen bekam sie die Wunde an ihrer Lippe und Wange kaum zum stoppen, wie Wasser floss die rote Flüssigkeit zwischen ihren Fingern hindurch. Zu den Verletzungen im Gesicht, verspürte sie, je mehr das Adrenalin ihre Körper verließ, ein Stechen in der Nähe ihrer Rippen bei jedem Atemzug. Seine Schläge saßen wirklich perfekt. Hoffentlich jagte ihr Anblick Michael keinen allzu großen Schrecken ein, für heute fehlte nur noch das er vor Schock von der Bühne stolpert. Vielleicht sollte sie Ingo holen, dieser wusste ihr bestimmt zu helfen. Von dem Musiker hatte sie immerhin einmal gehört, dass er Boxtrainer im Verein sei, da gab's sicherlich auch die ein oder anderen Verletzungen. Nur eventuell weniger blutig. Wenigstens mit ihrer schmerzenden Hand und den aufgeschlagen Knöcheln müsste er sich auskennen. "Keine Sorge, niemand wird euch hier etwas antun.", versuchte Mint die Zwei an zu lächeln, doch ihre Lippe wusste die nette Geste durch Schmerzen zu verhindern. Innerlich seufzte sie mit dem Wissen, dass die kommende Zeit niemals die gleiche Unbeschwertheit aufweist, wie die vergangenen Tage. Selbst das Kuscheln mit Michael könnte sie unter den jetzigen Schmerzen vollkommen vergessen. Den Innenraum betreten fiel hinter ihnen die Tür ins Schloss, normalerweise wusste sie mit der stabilen Konstruktion umzugehen, dank ihren verwundeten Händen konnte sie ihr Wissen nur nicht in die Tat umsetzen, dafür lagen nun alle Blicke auf ihr und diese sahen ebenso geschockt aus wie die der Frauen, nachdem sie Mint nach dem Kampf wieder sahen. "I just can′t get enough. don't you know that you′re leaving me breathless... What the hell!", fiel Michael beinah das Mikro aus der Hand, "What happened?!" "Gab da ein kleines Problem auf dem Parkplatz... oder ein großes. Ehm... Eventuell bräuchten wir Hilfe.", erklärte sie ruhig und versuchte ein weiteres Mal die Blutungen mit ihrer Hand zu stoppen, "Sam könntest du mit Coco und Ida zum Arzt gehen und danach zu Polizei? Sie wurden von einem Mann angegriffen und ziemlich rassistisch beleidigt... Du darfst sie nicht aus den Augen lassen. Wenn ihr fertig seid kannst du sie gerne wieder zurückbringen, wir haben noch freie Plätze heute Abend... etwas Aufmunterung tut jedem gut. Danke.", übergab sie die Frauen in die Obhut vom Ingos Angestellten, welcher sich ihrem Anweisungen sogleich annahm. "Danke Mint. Du bist unsere Heldin. Danke. Die Welt braucht mehr Menschen wie dich. Gott mag dich schützen." , lächelte Ida überglücklich bevor sie Sam mit Coco folgte.
In der Zwischenzeit hatte der Musiker die Bühne verlassen und kam zu ihr. "Man Mädchen, dich kann man nicht alleine lassen. Was ist passiert?", seufzte Ingo, "Du brauchst dringend einen Arzt, dein Gesicht sieht schlimm aus." "Sieht sicherlich viel schlimmer aus als es ist.", wechselte sie die Hand vor ihrem Mund, "Ich habe die Zwei schreien gehört, als ich meine Kleidung aus dem Auto holen wollte und irgendwie kam dann eins zum anderen und ich bin dazwischen gegangen." Besorgt schaute Michael sie aus seinen blauen Augen an, verlieh ihrem Herz dadurch einen Stich. Wieder trug er Sorge um sie vor einem Konzert, dass sollte er doch nicht, "Mir geht's gut. So ein Typ bekommt mich genauso wenig klein wie ein Lautsprecher.", am liebsten täte sie ihre Aussage durch ein Lachen unterstützen, tat nur selbst der kleine Versuch unendlich weh. "Oh kleines, die Beiden sind in Sicherheit und werden versorgt. Jetzt bist du dran. I'm proud of you Bosslady, aber ich mach mir Sorgen. Du musst doch Schmerzen haben.", zaghaft umschloss er ihre Finger, "Wie sehr ich diesen Mann hasse, der es wagte dir weh zu tun my love. Wenn ich ihn in die Finger bekomme, ich werd ihn..." "Paddy hat recht. Ich kann mir deine Wunden vorerst ansehen, später sollte da allerdings unbedingt ein Arzt drauf schauen." "Okay, ich denke ihr habt recht.", kam Mints Vernunft zurück. "Dann endet der Soundcheck hier..." "Nein, mach weiter. Ingo und ich kommen allein klar." "Niemals, du bist verletzt. Ich will bei dir sein.", schmolte der Musiker bockig. "Erst der Soundcheck, dann kannst du kommen. Bitte my love, die Zwei haben nachher ein schönes Konzert verdient und wenn du es nicht für sie tust, dann für mich Brummel.", sprach die Tonfrau sanft auf ihn ein. Unterstützung bekam sie dabei von seinem Bodyguard, "Ich tu deiner Herzdame dabei nicht widersprechen. Keine Angst ich geb gut auf sie acht, den nächsten Mistkerl nehm ich mir persönlich vor." "It's okay. I do it for you. be careful with my lovely Bosslady. I'll come to us as soon as I can.", äußerst vorsichtig küsste er ihre Strin. Zwar schafften ihre Lippen nicht zu lächeln, umso mehr strahlte ihn dafür das Grün ihrer Augen entgegen. Am liebsten wären ihr im Augenblick seine Arme, die sie beschützen und seine Wärme die ihren Körper umschloss. Genauso wie am vergangenen Abend in seiner Wohnung. Bloß ihre Rippen hielten diesen Wunsch für keine gute Idee, jedenfalls nicht ohne schmerzhaft dagegen zu protestieren. "Na komm Mieze, lass uns deine Kampfspuren versorgen.", legte Ingo ihr seine Hand auf den Rücken und führte sie zurück in den Backstagebereich. Die vereinzelten Blutspuren zeigten ihnen am Boden dem Weg, vor dem Einlass sollte sie dringend ihr Blut wegputzen. Ihre Sauerei und somit ihre Aufgabe, keine der Putzfrauen sollte sich damit herumschlagen müssen. Das Blut von Fremden zu entfernen war sicherlich auch keine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.
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seventeen days
Storie d'amoreEine Tour, Zwei Herzen & Drei Wochen Probezeit Wo dies hinführt? Findet es heraus! ---------------------------- Die Handlung der Geschichte ist frei erfunden, nur der Name Michael Patrick Kelly wird verwendet. Die Rechte an dem Cover, den Illustra...
