Kapitel 26

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24.09.2022 - Olympiahalle München

Die Tür des Aufenthaltsraum sprang auf, "Guten Morgen Mint.", kam Christian gut gelaunt hinein und stellte seine Tasche ab. "Hey.", lächelte die Tonfrau zurück, "Wie war dein freier Tag?" "Gut! Die Anderen und ich haben uns gemeinsam München angeschaut. Und bei euch? Schläft unser Schneewittchen noch." Bei dem Spitznamen für Michael konnte sie kaum anderes als zu lachen, "Als ich seine Wohnung verlassen habe, hat Schneewittchen noch sehnlichst auf ihren Prinz gewartet." Jetzt war der Gitarrist derjenige von ihnen, der Lachen musste, "Hast du ihn etwa nicht erlöst?" "Ausnahmsweise nicht, solang die Prinzessin schläft können die Zwerge in Ruhe ihre Arbeit machen. Manchmal sind diese giftigen Äpfel wohl doch für etwas gut.", langsam ging sie in die Hocke, um ihren Schnürsenkel wieder in die Form einer vernünftigen Schneife zu bringen. Anhand ihres heutigen Outfits, stellte sich ihrem Gegenüber nun eine Frage, "Bist du hierhin gelaufen?", musterte er sie. Statt ihre sonst schlichten Kleidung, besteht aus einer einfachen Jeans und einem Pullover oder einem T-Shirt mit Blazer drüber, trug sie heut zu Abwechslung ihre Sportkleidung. Die blau lila Leggins, mit der passenden Jacke und ihrem pinken Top drunter, erregt dann doch mehr Aufmerksamkeit als erwartet. "Kommt ganz drauf an. Wenn Paddy fragen sollte, nein bin ich nicht. Da du jedoch gefragt hast und ich davon ausgehen darf, dass du mich nicht verrätst.", hoben ihre Lippen sich zu einem freundlichen Lächeln, "Ja bin ich. Nach der Morgenrunde mit Jonie und Lucky hatte ich einfach zu viel Energie übrig. Bin dann nach meiner ersten Kontrolle unter die Dusche gehüpft und warte nun darauf, dass Ingo und Paddy mir meinen Koffer später mitbringen. Den ganzen Tag möchte ich diese Klamotten ungern tragen." "Hut ab. Dazu hätte ich keine Motivation." "Da kenn ich noch jemanden. Schneewittchen bekomm ich auch nicht überzeugt. Dafür freuts die Fellnasen.", griff sie ihr Klemmbrett und steuerte auf die Tür zu, "Wir sehn uns später.", nickte sie Christian kurz zu. "Jup, mal schauen ob Schneewittchen bis dahin aufgewacht ist.", grinste er und schüttete eine Tasse Kaffee ein. "Die Hoffnung stirbt zu letzt.", verschwand Mint um die Ecke im Flur.

Inzwischen fanden alle Beteiligten sich in der Arena nach und nach ein

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Inzwischen fanden alle Beteiligten sich in der Arena nach und nach ein. Der normale Alltag nahm seinen Lauf, so führte sie die ersten Tests mit dem Lautsprechern durch. Florian stand auf der Bühne, erzählte einen schlechten Witz nach dem nächsten, damit sie den Ton entsprechend pegeln konnte. Alle weiteren Feinheiten kommen mit dem späteren Soundcheck, doch für diesen musste zuerst einmal die Grundlagen stimmen. Wobei Mint deutlich mehr Spaß dabei empfand die Stimme ihres Kollegen ein wenig schriller klingen zu lassen als normalerweise. "Könnte ich Frau Lougan darum bitten mich nicht mehr wie eine aufgedrehte Maus klingen zu lassen.", sein Blick ging hinter die Bühne. Belustig streckte sie dem Mann die Zunge aus und drehte weiter an den Reglern. Ein dumpfer Schlag ertönte, "Ups. Könntest du nochmal Flo." "Klar Test tes... Och Mint...", stöhnte er, da er nun viel zu tief klang, "Du hast heute deinen Spaß oder?" Sie nickte. "Und was wenn ich es unserem Boss sage.", hiel Florian das Mikro von seinem Mund fern. Lachend zuckte sie mit ihren Schultern, "Mach ruhig, ich weiß wie ich mit ihm umgehen muss.", stellte sie den Pegel wieder richtig. "Das glaub ich dir sofort. Eure Beziehung war kaum zu übersehen.", nahm ihr Kollege das Mikro wieder näher, "Test... Eins... Zwei... Drei... Jo passt." "Wir haben keine Beziehung.", trat sie hinter der Bühne hervor. Das was sie haben, konnte man schwer in Worte fassen. Nur gehörte für sie zu einer Beziehung sich gegenseitig zu lieben. Über ihre Gefühle für ihn war sie sich im klaren, andersrum jedoch. Wer weiß, das schon. "Natürlich nicht.", drückte ihr Kollege Mint das Mikro in die Hand, "Was denn dann? Ein kleiner Zeitvertreib während der Tour, dass hätte ich niemals von dir erwartet.", stichelte sein eindringlicher Blick sie. Kraftvoll schüttelte die Tonfrau ihren Kopf, "Das könnte ich ihm niemals antun. Es ist kompliziert Flo, du verstehst unsere Verbindung nicht. Irgendwas zieht uns an... Mir fallen die richtigen Worte dafür sehr schwer." "Hauptsache er macht dich glücklich.", lächelnd berührte seine Hand für einen Moment ihre Schulter. Diese Berührung fühlte sich nicht ansatzweise so angenehm an, wie die des Musikers, unter seinen Händen schmolz ihre Haut wie Eis an einem heißen Sommertag. Vermutlich weil ihr Herz ihren Körper jedesmal in Ekstase verfallen ließ, wenn er in ihrer Nähe kam. Ein Wunder, dass es ihre Konzentration nur selten betraf, sonst täte ihre Arbeit wohl deutlich mehr unter ihrem Verhältnis leiden.

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