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Kapitel 1 ~ Die Jagd

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PoV Leon

Ich liebte Adrenalin.
Das Gefühl, welches ich bei der Jagd am meisten verspürte. Wenn die Vampire, die gegen Crispins Regel verstießen und ohne Punkt und Komma Menschen töteten, plötzlich die Opfer waren.
Sie wussten es. Ich kündigte mich immer an, damit sie wussten, was ihnen bevor stand.
Sie versuchten zu fliehen oder sich zu verstecken.
Blöderweise wusste ich schon vor ihnen selbst, wo sie sein würden.
Sie hatten keine Chance zu entkommen, aber versuchten es trotzdem immer wieder und das liebte ich. Was das anging, war ich ein wenig sadistisch.
Der Vampir hatte sich in einer alten Fabrik versteckt. An der Tür hing ein dickes Schloss, welches eine Zahlenkombination brauchte, um es zu öffnen.
Ich schloss die Augen und tauchte in meine Gedanken ein. Sofort sah ich alle möglichen Zukunftsvisionen, die es gerade gab und das gleichzeitig. In jeder der Visionen probierte ich eine Zahlenkombination aus, bis ich die richtige fand.
13-24-6-3
Ich riss die Augen auf und blinzelte. Dann nahm ich das Schloss in die Hand und gab die vier Zahlen ein. Ein Klacken ertönte und das Schloss sprang auf.
Einer meiner Mundwinkel zuckte.
Jetzt konnte die Jagd beginnen. Möglichst leise betrat ich die Fabrik, aber wahrscheinlich hatte er mich schon gehört. Aber er würde nicht entkommen. Auch das hatte ich gesehen.
"Du machst es uns beiden schwer, River. Du weißt, ich finde dich und ich will ins Bett. Also was soll der Aufstand?" Ich spürte einen Windhauch hinter mir. Offenbar versuchte er sich vorbei zu schleichen. Oder aber...
Seufzend drehte ich mich um und duckte mich unter dem Schlag des Vampires weg. Zeitgleich vergrub ich eine meiner Klingen in seinem Bauchbereich.
Nicht so, dass er sterben würde, aber außer Gefecht war. Die Klinge war vergiftet, selbst Crispin verbot mir sie beim Training zu benutzen. Erik oder Eason hatte sie erfunden.
"Du Wichser." brachte der Vampir zischend hervor, bevor er ohnmächtig wurde und auf dem Boden aufschlug.
Kopfschüttelnd packte einen einen seiner Arme und zog ihn nach draußen.
Das war wirklich lächerlich gewesen. Und dieser Trottel sollte dreizehn junge Frauen umgebracht haben?
"Ah, du hast ihn gefunden." Crispin rieb sich die Hände und sah den bewusstlosen Vampir amüsiert an.
"Diesen Idioten hättest du alleine gefangen." knurrte ich und warf meine Tasche ins Auto.
"Natürlich. Aber du sollst lernen mit deinen Kräften im Kampf umzugehen. Nicht ich." Crispin zuckte mit den Schultern und warf den Vampir in den Kofferraum.
Fragend sah Crispin mich an.
"Ich hoffe, wir kommen in keine Polizeikontrolle?" Ich verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. Zufrieden schlug Crispin den Kofferraum zu und setzte sich ans Steuer.
"Ich komm nicht mit." setzte ich Crispin in Kenntnis und der ließ das Fenster runter.
"Wo gehst du hin? Erik wird sicher nach dir fragen."
Erik war überfürsorglich. Bei meiner ersten Jagd hatte er mich angerufen.
Währenddessen. Warum diese Jagt nicht sehr erfolgreich gewesen war, war offensichtlich.
"Ich gehe zu Mia. Keine Monster mehr heute, versprochen." Crispin lachte auf und startete den Moter.
"Deine Freundin ist ein Monster."
Ich hob eine Augenbraue und ging einige Schritte nach hinten und zuckte mit den Schultern.
"Gute Nacht, Crispin." Der Ur-Vampir nickte mir zum Abschied zu und fuhr dann ohne ein weiteres Wort davon.
Schnellen Schrittes verließ ich das Fabrikgelände.
Ich hatte keine Lust von der Polizei erwischt zu werden, nochmal würde Crispin mich nicht raushauen.
Ich lebte zusammen mit Mia in einem kleinem Dorf, kaum nennenswert. Allerdings war es nah an der Villa von Saskia, sodass ich jedes Wochenende hinfahren oder gehen konnte.
Erschöpft ging ich den Feldweg entlang und ignorierte die aufkommende Müdigkeit.
Das letzte Mal hatte ich vor drei Nächten geschlafen, aber ich traute mich einfach nicht die Augen zu schließen.
Tagsüber konnte ich meine Zukunftsvisionen unterdrücken und kontrollieren.
Aber Nachts kamen die Alpträume.

Der Bruder des SehersGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt