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„Realität?" Ich lache leise, aber ohne Humor. „Nur weil wir in deiner sogenannten Realität leben, heißt das nicht, dass ich mich ihr beugen muss. Ich entscheide selbst, wie ich lebe. Ich bin kein verdammter Sklave dieses Systems."
Ich trete einen Schritt näher.
„Das Beste, was man tun kann, ist, diese Realität wie seinen eigenen Traum zu formen."
Milan mustert mich, als hätte ich gerade etwas Lächerliches gesagt. Als wäre ich ein Kind, das glaubt, die Welt verstanden zu haben.
„Du vergisst die Menschen um dich herum", erwidere ich leiser, aber fester. „Nicht jeder kann so leben wie du."
Er lacht.
Nicht amüsiert. Nicht freundlich.
Kalt.
Seine Schultern spannen sich leicht an, als würde ihn meine Aussage nicht treffen, sondern eher langweilen.
„Was interessieren mich andere Menschen?" Seine Stimme wird ruhiger, aber genau das macht sie gefährlich. „Es ist mir egal, ob du, Xavier oder sonst wer darunter leidet."
Die Worte sitzen.
Ich sage nichts mehr.
Für einen Moment ist da nur der Wind, der stärker wird, die Luft, die kälter wird. Die ersten Tropfen fallen vom Himmel, treffen auf meine Haut, mischen sich mit dem, was ich nicht zeigen will.
Milan bemerkt mein Schweigen.
Natürlich tut er das.
Er kommt näher, langsam, fast lauernd.
„Was?" Seine Stimme wird leiser. „Hast du etwa gedacht, ich könnte etwas fühlen? Für dich?"
Ich antworte nicht.
Der Regen wird stärker, durchnässt mein Kleid, meine Haare kleben an meiner Haut, aber ich bewege mich nicht.
„Ich kann nicht glauben, dass ich das überhaupt aussprechen muss." Milan fährt sich angespannt durchs Gesicht.
Dann sieht er mich direkt an.
„Lucy... das hier zwischen uns ist bedeutungslos."
Ein Schlag.
„Ich will dich", fährt er fort, seine Stimme dunkler, rauer. „Ich will dich anfassen, dich spüren, dich besitzen... aber nicht, weil ich irgendetwas fühle."
Meine Hände zittern.
„Gefühle gibt es bei mir nicht."
Er macht eine kurze Pause.
„Du bist ein Spielzeug. Ein interessantes... aber trotzdem nur ein Spielzeug."
Etwas in mir schreit.
Ein anderer Teil will einfach nur zusammenbrechen.
Und doch...
überrascht es mich nicht.
Ich habe es gewusst.
Vielleicht ist genau das das Schlimmste.
Ich schlucke den Kloß in meinem Hals hinunter.
„Warum hast du Drogo angeschossen?"
Milan zuckt mit den Schultern.
„Hatte Lust."
„Du lügst."
Meine Stimme ist leise, aber fest.
„Warum hast du es wirklich getan?"
Er sagt nichts.
Natürlich nicht.
„Ich schulde dir keine Erklärung", murmelt er schließlich. „Der Typ nervt mich einfach."
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
