Mafia/Romantik/Drama & nh bisschen Psycho
(Abgeschlossen)
14 Jahre habe ich dich groß gezogen.
Es wäre eine Verschwendung gewesen aus dir nicht den Mann zu machen, der einst dein Vater gewesen ist.
Sie sind beide tot, deine Mutter und dein Vater do...
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Es war nicht einfach, so zu tun, als wäre ich direkt weggenickt; beinahe wäre mir das sogar passiert. Die Frage ist jetzt, wie ich am besten entkomme.
Sein ruhiges, rhythmisches Atmen lässt mich vermuten, dass Milan endlich schläft. Ich spreche ihn kurz leise an, um wirklich sicherzugehen.
Keine Reaktion. Perfekt.
Sollte ich versuchen, ihn irgendwie zu vergiften? Nein, besser nicht... nachher bringe ich ihn um. Ob Milans Männer von allem wissen? Vorsichtig bewege ich mich aus dem Bett und kralle Milans Autoschlüssel. Da ich mit Sicherheit etwas brauche, um jemanden auszuschalten, schnappe ich mir dazu seine Pistole.
So ein Idiot aber auch. Wer lässt sie bitte einfach so frei zugänglich liegen? In seinem Portemonnaie ist etwas Geld drin. Es sind 1000 Euro.
Das wird nicht reichen. Eine schicke Uhr glitzert mich an.
Ach komm, die nehme ich auch mit. Er hat 1000 Uhren. Die eine wird er nicht vermissen. „Bonzenblag." murmele ich unverständlich... zum Glück.
Ich kann es mir einfach nicht verkneifen, Milan nochmal anzusehen.
Er schläft tief und fest auf dem Bauch. Sein Rücken ist mit Tattoos, der Mondschein ermöglicht mir eine klare Sicht auf die Motive.
Ob ich jemals wieder einen finde, der mich so anzieht?
Etwas benommen steige ich die Treppe hinunter und spreche direkt einen von Milans Männern an. Wenn sie mich heimlich bei etwas erwischen würden, hätten sie sofort Misstrauen.
„Ehm, Entschuldigung?" Der Mann reibt sich über die Augen und betrachtet mich erschrocken. „Was tust du hier, wo ist Milan?" Ich kaue unsicher auf meiner Lippe herum.
„Dieses Arschloch benutzt mich als Hausfrau und will, dass ich ihm seine Zigaretten aus dem Auto hole... wie konnte er sie bloß vergessen?" Der Mann schaut etwas verwirrt zu mir und spannt sich besorgt an. „Natürlich darf ich nicht alleine dorthin... würden Sie mich eventuell begleiten?" Er sieht sehr unsicher aus und stammelt etwas Unverständliches.
„Ich glaube, ich sollte erst zu Milan."
„Klar, gehen Sie ruhig hin. Er ist im Halbschlaf und am Verschmachten. Ich habe ihn nicht rangelassen; er wird also ordentlich reizbar sein." Er bleibt stehen und dreht sich wieder zu mir um. „Oh. Dann sollten wir besser los." Ich atme erleichtert aus.
Es hat funktioniert. Ohne dass es auffällt oder einer der Männer etwas sagt, spaziere ich ganz genüsslich zum Parkhaus. Vor Milans Auto wird der Mann nervös. Er schaut die ganze Zeit herum und beobachtet gleichzeitig jeden meiner Schritte.
Ich schließe das Auto auf, beuge mich hinunter und tue so, als würde ich etwas suchen.
„So ein Mist!" fluche ich.
„Was ist passiert?" Milans Arbeiter kommt sofort auf mich zu und hat eine Waffe in der Hand. „Die Kippen sind mir unter den Sitz gefallen... ich habe zu kurze Arme. Könnten Sie vielleicht?" Er seufzt, steckt seine Waffe wieder ein und sucht nach der Schachtel.
Ich nutze den Moment, nehme die Waffe und knalle sie voll gegen seinen Schädel, sodass er in Ohnmacht fällt.
Boom, voll gegen den Kopf! Wer weiß, wann der wieder aufsteht.
Meine Hände zittern. Ich befinde mich im Adrenalinrausch. Mit meinen Füßen trete ich den Typen aus dem Auto, betätige von außen den Knopf, sodass sich das Tor hochzieht, und starte den Motor.
Mist. Ich habe gerade mal vier Fahrstunden gehabt.
„Automatik... ein Glück." seufze ich und drücke volle Kanne aufs Pedal.
Ich bin sowas von tot. Äh, was war nochmal Gas und Bremse? Milan wohnt zwar nicht direkt im Zentrum der Stadt, trotzdem gelingt es mir, mich zwischen den Autos zu mogeln.
Die Landstraße endlich. Mit fast 200 PS jage ich über die Straßen, öffne die Fenster und fühle mich so richtig gut!
Naja, eher das: „Ich habe einen Menschen getötet und mich in meinen Entführer verliebt – gut."
Moment, ist das jemand auf der Straße? Es ist Katharina. Zwei ihrer Männer richten eine Waffe in meine Richtung. Ich bremse langsam ab und halte an.
Ich kann ja schlecht eine Schwangere überfahren. Und dann noch Milans Fleisch und Blut.
Meine Magengrube fährt Karussell bei dem Gedanken, dass es Milans Kind ist. Ich steige aus und stelle mich ihr.
Sie sieht mich verächtlich an, was ja schon ziemlich gruselig ist, doch ihr Lächeln spielt nochmal eine Liga höher. „Glückwunsch, du hast gewonnen." säusele ich und hebe meine Hände.
„Danke." brummt sie, nickt einem ihrer Männer zu und seufzt.
Der Mann kommt mir näher. Soll es jetzt so enden? Mein letzter Atemzug. Ich schließe meine Augen...
Anders als gedacht richtet er keine Waffe mehr auf mich, sondern reicht mir einen Autoschlüssel mit einem Umschlag voller Geld und neuen Papieren.
Mein neuer Name ist Flora? Ernsthaft? „Mit Milans Auto wirst du auffallen." sagt sie und erwartet die Schlüssel, die ich ihr zuwerfe.
Vom Porsche zum Mini Cooper.
Auch gut. „Warum Flora? Und warum zur Hölle hilfst du mir?" Die Männer richten wieder eine Waffe auf mich. „Ich helfe dir nicht. Ich werde dich los. Verschwinde aus der Stadt. Wenn ich dich hier jemals wiedersehe... knalle ich dich höchstpersönlich ab. Und jetzt lass meine Familie in Ruhe. Du hast genug Unruhe gestiftet." Sie dreht sich um, alle steigen in ihre Autos und fahren an mir vorbei.
Mit zittrigen Händen halte ich die nötigen Dokumente. Gut. Jetzt ist es also wirklich ernst. Ich steige in das neue Auto; jetzt habe ich sogar dank Katharina einen Führerschein.
Ganz toll.
Flora hat einen Führerschein.
Den Namen muss ich mir erstmal merken. Ich fahre eine Weile bis zur Fähre; beim Zoll drohe ich fast vor Angst durchzufallen, doch ich komme ohne Probleme durch.
Mittlerweile muss mein Verschwinden aufgefallen sein... er wird aufwachen und reines Chaos vorfinden.
Wie wird er wohl reagieren? „Ich dachte, dieses Mädchen rettet dich, Milan... aber sie zerstört dich..."
Am Geländer der Fähre schwirren mir Xaviers Worte in den Kopf herum.
Zumindest kann ich nichts mehr zerstören. Wenn ich erstmal an Land bin, muss ich eine Bleibe finden.
Die erste Nacht werde ich im Hotel verbringen... für die zweite Nacht muss ich mir etwas einfallen lassen...
- Milan wenn er morgen früh aufsteht und Lucy nicht da ist: 👁💧👄💧👁
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