S.36

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Es ist gar nicht so einfach, so zu tun, als wäre ich sofort eingeschlafen - obwohl ich tatsächlich kurz davor war.

Doch jetzt stellt sich nur eine Frage: Wie komme ich hier raus?

Milans ruhiges, gleichmäßiges Atmen verrät mir, dass er endlich schläft. Zur Sicherheit flüstere ich leise seinen Namen.

Keine Reaktion.

Perfekt.

Sollte ich versuchen, ihn zu vergiften?

Nein... lieber nicht. Am Ende bringe ich ihn wirklich noch um.

Wissen seine Männer eigentlich über alles Bescheid?

Vorsichtig schiebe ich mich aus dem Bett und greife nach Milans Autoschlüsseln. Wenn ich jemanden ausschalten muss, brauche ich etwas in der Hand - also nehme ich auch seine Pistole.

Was für ein Idiot. Wer lässt so etwas einfach herumliegen?

In seinem Portemonnaie finde ich Geld. Tausend Euro.

Das reicht niemals.

Mein Blick fällt auf eine teure Uhr, die im Mondlicht glänzt.

Ach komm.

Die nehme ich auch mit.

Er hat bestimmt hundert davon. Die eine wird ihm nicht fehlen.

„Bonzenblag", murmele ich leise vor mich hin - zum Glück unverständlich.

Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, noch einmal zu ihm zu schauen.

Milan schläft tief auf dem Bauch. Der Mond beleuchtet seinen Rücken, auf dem sich die Tattoos deutlich abzeichnen.

Ob ich jemals wieder jemanden finde, der mich so anzieht?

Benommen schüttle ich den Gedanken ab und schleiche die Treppe hinunter.

Unten spreche ich gezielt einen seiner Männer an. Wenn sie mich heimlich erwischen, wird das sofort Verdacht erregen.

„Ähm... Entschuldigung?"

Der Mann reibt sich die Augen und mustert mich überrascht. „Was machen Sie hier? Wo ist Milan?"

Ich kaue unsicher auf meiner Lippe.

„Dieses Arschloch hat mich losgeschickt und will, dass ich ihm seine Zigaretten aus dem Auto hole... wie kann man die bitte vergessen?"

Der Mann runzelt die Stirn, wirkt irritiert - und angespannt.

„Ich sollte vielleicht erst-"

„Klar, gehen Sie ruhig hoch", unterbreche ich ihn schnell. „Er ist halb am Einschlafen und total gereizt. Ich hab ihn nicht rangelassen."

Der Mann zögert, dreht sich kurz um... dann nickt er.

„Na gut. Dann gehen wir besser."

Ich atme innerlich auf.

Es hat funktioniert.

Unauffällig gehe ich mit ihm Richtung Parkhaus. Vor Milans Auto wird er nervös, schaut sich immer wieder um und beobachtet jede meiner Bewegungen.

Ich schließe das Auto auf, beuge mich hinein und tue so, als würde ich etwas suchen.

„Verdammt..."

„Was ist?" Er kommt sofort näher, die Hand schon an seiner Waffe.

„Die Zigaretten sind unter den Sitz gerutscht. Ich komme nicht ran... könnten Sie vielleicht?"

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt