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Lucy
Die Musik dröhnt durch den Raum, so laut, dass sie meinen Herzschlag übernimmt. Jeder Bass vibriert in meiner Brust, lässt meine Gedanken verschwimmen. Die Lichter sind gedimmt, nur vereinzelte warme Spots tauchen die Pizzeria in ein fast schon edles, goldenes Licht. Die dunklen Holztische glänzen, Gläser funkeln - alles wirkt viel zu schick für das, was hier gerade passiert.
Ich habe definitiv ein paar Drinks zu viel. Vielleicht auch mehr als ein paar. Aber ganz ehrlich? Nach all dem Stress, den Prüfungen, dem ganzen Druck... habe ich mir das verdient.
Rose hängt wie eine Klette an Aarons Kumpel - ich schwöre, ich habe seinen Namen schon wieder vergessen. Die beiden lachen, flüstern sich irgendwas zu und verschwinden dann plötzlich Richtung Toiletten, die sich hinten neben der kleinen, halb versteckten Küche befinden.
Die Tür fällt hinter ihnen zu.
Stille.
Naja... zumindest gefühlt. Die Musik ist immer noch laut, aber plötzlich wirkt alles... enger.
Jetzt sind Aaron und ich allein.
Und das macht mich nervös. So richtig.
Er nimmt meine Hand, zieht mich mit sich rüber zu einem der cremefarbenen Sofas, die meine Eltern extra für den „gehobenen Bereich" gekauft haben. Ich habe nie verstanden, warum eine Pizzeria so etwas braucht, aber gerade fühlt es sich viel zu intim an.
Seine Hand legt sich auf mein Bein. Warm. Schwer. Besitzergreifend.
Er beugt sich zu mir, küsst mich.
„Aaron... ich bin echt müde." Meine Stimme ist leiser, als ich will.
Er lächelt, streicht mir durch die Haare. „Alles gut. Lehn dich einfach an."
Ich tue es. Lege meinen Kopf an seine Brust. Höre seinen Herzschlag.
Für einen kurzen Moment fühlt sich alles ruhig an. Fast sicher.
Seine Hand wandert. Erst langsam. Vorsichtig. Als würde er testen, wie weit er gehen kann.
Doch dann wird er mutiger.
Seine Finger gleiten über meinen Körper, bleiben länger an Stellen liegen, die noch niemand zuvor berührt hat.
Mein Atem stockt.
Bin ich wirklich bereit dafür?
Komm schon, Lucy...
Du hast dein Abitur geschafft. Neues Leben. Neue Erfahrungen.
Bring es einfach hinter dich.
Hier. In der Pizzeria deiner Eltern.
Was gibt es Romantischeres...
Plötzlich fällt Licht durch die große Fensterscheibe neben uns.
Zu hell. Zu abrupt.
Ich zucke zusammen, richte mich auf.
Was, wenn meine Eltern-
„HÄNDE HOCH! SOFORT!"
Die Eingangstür wird mit voller Wucht aufgerissen. Sie knallt gegen die Wand, das Glas klirrt gefährlich.
Drei Männer stürmen herein. Komplett schwarz gekleidet. Masken. Waffen.
Mein Kopf wird leer.
Alles passiert gleichzeitig.
Einer tritt gegen einen Tisch - Gläser zersplittern auf dem Boden. Ein anderer reißt Dekoration von den Wänden. Die warme, gemütliche Atmosphäre zerbricht innerhalb von Sekunden.
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
