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„Was?" Auf dem Bett stehen ganz viele Shoppingtüten.

Alles, was ich anprobiert oder auch nur angefasst habe, liegt hier. Schüchtern betrachte ich es.

MOMENT. Die Dessous habe ich weder angezogen noch angefasst. 
„Hast du mir das alles gekauft?" Milan nickt. 
„Ich habe es satt, dich ständig mit denselben Klamotten zu sehen."

Ich lächle und packe den Pullover aus, den ich so schön fand. 
„Nein. Du wolltest mir etwas Gutes tun, Milano." Er rollt mit den Augen und muss leicht lächeln. 
„Jetzt komm, wir müssen weg." Ich ziehe einen BH aus der Tasche und betrachte ihn.

Wow.

„Glaub ja nicht, dass ich das für dich anziehen werde."

„Das wirst du, weil ich dir alles andere vom Leib reißen werde, bis du nichts mehr hast." Ich gehe zu Milan hin und nehme seine Hand, um mit seinen einzelnen Fingern zu spielen. „Ich weiß, dass du null Interesse an mir hast, Milan. Du kannst nicht fühlen; du bist ein Monster. Ich habe verstanden, dass du das nur tust, um deinen Onkel zu besänftigen und Katharina auf Abstand zu gewinnen. Du brauchst nichts mehr zu faken."

Er legt seine Hand auf meine Wange, seine Augen funkeln böse. Ein Funkeln, das mir Gänsehaut bereitet. 
„Kluges Mädchen..." Er befeuchtet seine Lippen und schaut mit einem ziemlich arroganten Lächeln zur Seite.

Seine Geste macht mich unsicher.

„Wenn du es genau wissen willst, ja, ich begehre deinen Körper und habe Spaß mit dir. Ich hoffe, wir verstehen uns nicht falsch, Lucy?"

Hm. 
„Nein. Wohin gehen wir?"

Er gibt einigen seiner Männer die Klamotten. 
„Wir machen einen Ausflug. Und dann zeugen wir mein Kind." Ich schüttle den Kopf und gehe auf Abstand. 
„Das meinst du nicht ernst."

Er lächelt. Sein Lachen hat aber nichts Herzliches. 
„Oh Baby, und wie ernst ich das meine."

„Ich gehe nicht mit." Ich komme nicht mal dazu, diese Worte auszusprechen; Milan wirft mich über seine Schulter und transportiert mich zum Auto.

Blöde Kindersicherung.

„Fick dich."

„Fick dich, fick dich, fick dich."

Schimpfe ich, als Milan zu mir einsteigt und der Fahrer schließlich losfährt. 
„Okay, folgendes. Du hast die Wahl zwischen Chloroform oder Klappe halten."

Ich verschränke meine Arme und schaue aus dem Fenster. So gut es geht, versuche ich, Milan auf Abstand zu gewinnen, doch er weigert sich und kommt mir immer näher. „Da du so frei bist, mir etwas anzubieten, will ich nicht unhöflich sein. Rotze oder meine Hand ins Gesicht?"

„Du bist unmöglich!" Er geht auf Abstand, reibt sich über die Stirn. 
„Ich bin doch kein Fucking Babysitter." beschwert er sich und tippt auf seinem Handy herum. Die ganze Fahrt über haben wir nichts gesagt. Ich sehe schweigend aus dem Fenster und genieße die Umgebung um mich herum und den kleinen Augenblick der Ruhe.

Er ist und bleibt ein Idiot.

Seufzend murmle ich mich in die Sitze hinein und schließe für einen Moment die Augen. Ich frage mich noch immer, wohin wir fahren werden. Wieso will er mir das nicht sagen? Aber eigentlich ist es sowieso egal, weil ich eh nur eine Geisel bin.

Ich frage mich noch immer, was das zwischen uns ist, ob er es wirklich ernst meint oder ob das alles Schauspielerei ist, um seine Familie fernzuhalten. Milan ist eine ziemlich egoistische Person; er lässt sich nicht so leicht etwas sagen. Umso mehr wundert es mich, dass er sich so von seiner Familie einfangen lässt, naja... eher von seinem Onkel.

Ich traue mich ganz kurz, zu ihm zu schauen. Er ist immer noch mit seinem Handy beschäftigt und wirkt desinteressiert und genervt. Wie ich gerade schon erwähnte, ist er ein Idiot, ein handysüchtiger Idiot.

„Dein Leben ist echt langweilig... Partys, Drogengeschäfte und ständig am Handy. Mehr gibt's in deinem Leben nicht." Er sieht ganz kurz zu mir hoch; seine Augen durchbohren mich förmlich. Ich spanne mich an.

„Ach ja, Nervensäge? Dann sag mir mal, was du damals so getan hast? Außerdem verdient man sich das Geld nicht von alleine. Von da, wo ich herkomme, erarbeitet man sich alles. Und das bedeutet dann auch mal, ständig am Handy irgendwelche Geschäfte zu machen, weil die Idioten nichts alleine hinbekommen." Sein Ton wird immer lauter. Ich beschließe, weiterhin ruhig zu bleiben und mir nichts anmerken zu lassen; jetzt ist nicht die Zeit, dafür zickig zu werden, Lucy.

„Okay, vielleicht hast du recht mit dem Handy. Guter Punkt für dich. Allerdings hast du doch deinen Onkel für sowas, oder willst du mir wirklich sagen, dass du in deinem Alter schon das alles regeln musst?" 
Milan reibt sich über das Gesicht und zischt etwas Unverständliches.

„Du verstehst es nicht. Er würde uns in den Ruin führen. Außerdem ist es nicht Xaviers Aufgabe, sondern meine, seitdem ich geboren bin. Vorher hat mein Vater das alles gemacht, und nun mache ich es. Xavier ist einfach nur ein Name, ein kleiner Krümel mit einer großen Fresse und gefährlichen Anhängseln."

„Du magst deinen Onkel echt nicht, oder?"

„Ohne ihn wäre ich jetzt nicht das, was ich bin..."

„...Obwohl gutaussehend und heiß, wäre ich so oder so. Ein Glück habe ich nicht einen Funken Genmaterial von dem Hässlichen geerbt."

Ich halte mir kichernd die Hand vor den Mund. „Oh ja, da muss ich dir ausnahmsweise recht geben; die sind echt hässlich. Ich meine, schau dir mal Hugo an."

Milan muss sich ein Grinsen verkneifen, bis sein Handy wieder bimmelt. 
Wieso hasse ich ihn so sehr und kann dennoch in seiner Gegenwart lachen?

Ich beobachte jede seiner Gesten, seine Mimik... seine Bewegungen. 
„Hey Baby."

Er telefoniert mit Katharina, doch sein Lächeln wirkt echt, obwohl er genervt von ihr ist. Die Beziehung zwischen Milan und ihr ist mindestens genauso kompliziert wie unsere.

Beziehung...

Je länger ich Milan ansehe und dabei feststelle, wie ich mich fühle und was ich fühle, gerate ich langsam in Panik. 
Ich habe Herzklopfen.

Ich muss verdammt schnell weg von Milan.

Ich muss aufwachen.

Ich bin dabei, mich in meinen Entführer zu verlieben... wenn ich es nicht schon bin.

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MilanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt