Mafia/Romantik/Drama & nh bisschen Psycho
(Abgeschlossen)
14 Jahre habe ich dich groß gezogen.
Es wäre eine Verschwendung gewesen aus dir nicht den Mann zu machen, der einst dein Vater gewesen ist.
Sie sind beide tot, deine Mutter und dein Vater do...
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Nervös kralle ich meine Nägel in die Beine. Normalerweise macht mir Menschenkontakt nichts aus... doch bisher war mein letzter Kontakt Milan, und er hat meine komplette Zeit dort ferngesteuert.
Im Hotelzimmer gehe ich etliche Anzeigen durch zum Thema Jobangebote. Da ich hin und wieder in dem Laden meiner Eltern ausgeholfen habe, beschließe ich, auch diesmal in der Gastronomie zu arbeiten. Ich wähle etliche Nummern.
Und tatsächlich haben mich zwei zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Ich hoffe, es wird was. Als ich mein Handy beiseite lege, wird mir erstmal bewusst, was passiert ist.
Ich bin frei. Ich kann alles machen, was ich will. Aber ich bin auch alleine. Und ich fühle mich nicht gut.
Etwas verwirrt schließe ich die Augen. Aber etwas herrscht die ganze Zeit in mir.
Eine wahnsinnige Unruhe.
~
Ich bin zurechtgemacht. Ich habe mir einige Klamotten gekauft und mich frisch gemacht für mein erstes Vorstellungsgespräch.
„Tapas & Co." lese ich innerlich die Aufschrift des Restaurants. Als ich vorsichtig den Laden betrete, fällt mir auf, wie voll es hier ist.
Hier wird es zumindest nicht langweilig. Vielleicht bekomme ich hier jede Menge Trinkgeld. „Jefe, ¿quién es ese?" (Boss, wer ist das?) sagt ein Mitarbeiter mit dunklen Haaren und spricht dann schließlich mit spanischem Akzent zu mir. „Kann ich etwas für dich tun?" Er betrachtet meinen Körper und sieht mich stumm an.
„Ich bin hier für den Aushilfsjob, mein Name ist Flora... Hallo."
„¡Se amable, idiota!" (Sei nett, Idiot!) brummt eine Stimme im Hintergrund, und ein etwas älterer Mann begrüßt mich mit offenen Armen.
„Ich entschuldige mich für meinen Neffen, er ist noch nicht so lange hier und nicht unbedingt freiwillig. Ich bin Georgio." Er klopft mir freundschaftlich auf die Schulter.
„¿Hablas español?" (Kannst du Spanisch?) „Du siehst so aus." lacht er, und ich schüttle nur den Kopf.
Das war meine zweite Fremdsprache. Es ist aber nicht viel hängen geblieben.
Aber ernsthaft. Wenn das Spanier sind, dann will ich hier nicht arbeiten. Soweit ich weiß, ist Milan auch einer und ein einflussreicher Mann. Die müssen sich hier doch alle kennen.
Der Mann zeigt mir alles, was es im Laden gibt, von der Küche bis zur Theke. „Wenn du möchtest, kannst du morgen direkt anfangen?" Er sieht mich erwartungsvoll an.
Ich kann es nicht glauben... ich bin verdammt paranoid. Dieses Arschloch beeinflusst mich noch immer.
„Ich glaube, ich kann nicht. Das geht nicht, sorry. Ich wünsche Ihnen trotzdem alles Gute." So schnell ich kann, flüchte ich aus dem Laden.
Bloß weg. Zwei Stunden später, kurz vor der Abenddämmerung, steht mein nächstes Vorstellungsgespräch an.
Es ist eine Cocktailbar, die gleichzeitig Sushi und Wasserpfeifen verkauft.
Sie öffnen nur abends, so bleibe ich unauffällig und lerne regelmäßig Leute in meinem Alter kennen. Hoffe ich.
Ach, was soll's... ich versuche mir alles positiv zu reden... Hauptsache, ich verdiene selbstständig Geld... wer weiß, wie lange ich noch mit Katharina auskomme.
Beim Hereinkommen steht der Qualm schon in der Luft, trotzdem ist es angenehm kühl und modern. „Ah, Flora, richtig." begrüßt mich ein Mädchen mit gelockten braunen Haaren und gibt mir ihre Hand.
„Ich bin Chaniqua. Nenn mich aber einfach Chani, ist kürzer." Sie hält ein Tablett in der Hand und reicht mir eine Sushi-Platte. „Könntest du das kurz mit mir rüberbringen? Dann können wir in Ruhe quatschen." Toll. Meine erste Bestellung, ohne dass ich überhaupt weiß, wo die Toilette ist.
„So Jungs, das ist die Neue. Ich will, dass ihr höflich seid. Sonst verteile ich Backpfeifen." Ich muss mir ein Lachen verkneifen.
„Wenn die Neue einen Namen hat, würde ich es mir trotzdem überlegen."
„Dann denk nicht zu lange nach. Überfordere dein Hirn nicht." kontere ich und stelle mich dann anschließend vor. „Ich bin Flora." Chani muss lachen. Wir nehmen die Bestellungen auf.
„Hier ist die Theke, dort sind die Säfte, hier die Alkoholsachen. Bitte stell alles wieder zurück in den Kühlschrank. Es gibt nichts Schlimmeres als eine unordentliche Theke." nörgelt sie, als würde sie gerade an jemand ganz Bestimmten denken.
„Du kannst dir jederzeit selbst etwas nehmen. Kommst du aus der Stadt?" Mit ihrer Frage bin ich komplett überfordert.
Hilfe, was antworte ich? „Ich habe gerade mein Abi fertig und weiß noch nicht, in welcher Richtung ich mich orientiere. Meine Eltern hatten eine Gastronomie... deshalb kenne ich mich ein bisschen aus." Sie reicht mir ein Glas Cola.
„Kein Alkohol während der Arbeitszeit. Aber danach lassen wir gerne die Korken knallen." lallt sie, und ein junger Mann mit dunkelbraunen, fast schwarzen Haaren nähert sich Chani von hinten. „Ich knall gleich was ganz anderes." brummt er und nähert sich ihr.
„Ich kann dir gleich eine knallen." drohe ich, um sie zu verteidigen. Was schmiert er sich so von hinten an?
Was denkt er, wer er ist? „Ist das die Neue?" Er muss lachen und reicht mir seine Hand. „Freut mich, ich bin dein Chef." Fuck. Ich laufe knallrot an. Hilfe.
Wie rede ich mich da jetzt raus? „Oh. Ehm. Ja, schöner Laden hier. Sympathische Menschen."
Sein Lachen klingt ab; er mustert meine Erscheinung und hebt neugierig eine Braue. „Ich mag sie jetzt schon. Lass dich nicht von Jaden verunsichern. Er ist zwar unser Chef." Sie flüstert mir leise zu.
„Aber ich habe ihn gut an der Leine."
Mir ist das Ganze trotzdem unangenehm. „Entschuldige. Ich knall hier natürlich niemanden. Ehm, niemanden eine." stottere ich und fühle mich ein wenig von Jaden eingeschüchtert.
„Also?" fragt er schließlich, und beide sehen mich erwartungsvoll an. Was wollen die von mir?
„Du weißt schon, warum du hier bist?" hakt er nach.
„Oh ja, natürlich. Ich würde hier sehr gerne anfangen." betone ich und baue mich ein wenig auf, um einigermaßen motiviert zu klingen. „Gut, dann bitte einmal bei Tisch 3 tanzen."
„Moment, was?" Ich reiße geschockt meine Augen auf.
„Das war ein Scherz, aber cool wäre es." sagt er und verschwindet wieder. Chani legt mitfühlend eine Hand auf meine Schulter.
„Du gewöhnst dich schnell an ihn. Versprochen."
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