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Ich verstehe gar nichts mehr.
„Sie hat übrigens einen Namen, du kleine verräterische Nutte", fauche ich und mustere sie so abschätzig, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, ihr diese perfekt gestylten Wellen einfach auszureißen.
Milan fährt sich müde übers Gesicht.
„Typisch Ian... dieser verdammte Witzbold." Seine Stimme klingt genervt, fast gelangweilt. „Gut, ich geh schlafen. Gute Nacht, Ladys."
Er dreht sich einfach um, als wäre das Thema damit erledigt.
Und ich stehe da... und verstehe immer noch nichts.
Als er sich noch einmal halb umwendet, fällt sein Blick auf das Chaos, das ich angerichtet habe. Mit einem kurzen Nicken bedeutet er mir, mitzukommen.
Ich schüttle jedoch den Kopf.
Irgendetwas stimmt hier nicht. Und ich kann ihm gerade einfach nicht vertrauen.
Außerdem weiß ich genau, dass er mich sowieso nicht in Ruhe lassen wird.
Er presst die Lippen zusammen, sichtbar genervt, und knallt schließlich die Tür hinter sich zu.
Beleidigte Leberwurst.
Ich atme einmal tief durch, bevor ich mich wieder Dasha zuwende. Langsam gehe ich auf sie zu, bleibe dicht vor ihr stehen.
„Ich warne dich", sage ich leise, aber mit Nachdruck. „Komm ihm noch einmal zu nah, und du wirst nicht mal mehr die Chance haben, Ian irgendetwas auszurichten."
Sie sieht mich mit großen Augen an.
„Er interessiert mich nicht. Du interessierst mich nicht", fahre ich fort, meine Stimme kühl und gefährlich ruhig. „Und glaub mir - du wärst nicht die Erste, die einfach... verschwindet."
Ich schenke ihr ein falsches Lächeln und winke leicht.
„Ich wünsche dir noch eine gute Nacht."
„Miss... was ist mit der Unordnung?" meldet sich der Sicherheitsmann hinter mir.
Ich werfe einen kurzen Blick über die Schulter.
„Die räume ich morgen auf. Vielleicht habe ich ja Glück und Milan stößt sich vorher noch ordentlich den Fuß."
Er wirkt sichtlich überfordert.
Ich dagegen bin hellwach.
Leise schnappe ich mir eine Wolldecke und mache mich auf den Weg Richtung Küche. Natürlich nicht allein - mein persönlicher Schatten ist immer noch da.
„Wie heißt du eigentlich, Stalker?" frage ich ohne mich umzudrehen.
Er zuckt leicht zusammen. „Roberto."
Ich öffne den Kühlschrank, nehme mir Saft und schenke mir ein Glas ein, während ich ihn aus dem Augenwinkel mustere.
„Roberto... weißt du eigentlich, dass in Filmen die Bösewichte immer Roberto heißen?" Ich forme mit der Hand eine Pistole und deute spielerisch auf ihn. „Ich hab dich im Blick."
Er lässt sich davon nicht beeindrucken.
„Ich dich auch, Lucy", entgegnet er trocken - und dieses kleine, düstere Lächeln auf seinen Lippen ist... irritierend.
Okay. Unheimlich.
Ich wende mich lieber wieder dem Kühlschrank zu.
Und der ist... ein Traum.
Wie in Trance plündere ich alles, was mir in die Finger kommt, und lande schließlich bei einem Stück Kuchen.
Kuchen.
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
