S.28

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Milan legt auf und wirft sein Handy achtlos auf die Mittelkonsole, als wäre das Gespräch für ihn nichts weiter als eine lästige Pflicht gewesen.

„Nachdem wir meine Freunde getroffen haben, fahren wir wieder zurück. Spätestens morgen. Ich muss nämlich nach Hawaii."

„Hawaii?" frage ich ungläubig und starre ihn an, als hätte ich mich verhört.

„Ja, Hawaii", wiederholt er gleichgültig. „Ich fliege mit Katharina in den Urlaub. Ich lerne dort ihre andere Familie kennen."

Ich runzle die Stirn und versuche, das alles irgendwie einzuordnen, aber es ergibt einfach keinen Sinn. Mein Kopf fühlt sich an, als würde er gleich explodieren.

Ich verstehe ihn nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.

„Du bist echt ein verdammt komischer Mensch, Milan. Hat dir das schon mal jemand gesagt? Und wieso gehst du überhaupt mit ihr?" frage ich schließlich.

Er nickt trocken. „Ja das hat mir jemand schonmal gesagt.. der Typ wurde direkt erschossen." Dann zuckt er mit den Schultern. „Und mittlerweile verstehe ich mich selbst nicht mehr, also nehme ich dir die Frage nicht übel."

Ich nicke langsam, balle unauffällig meine Faust und spüre, wie sich der Drang, einfach wieder abzuhauen, immer stärker in mir ausbreitet. Dass er meiner Frage so elegant ausweicht, sagt eigentlich schon alles. Also empfindet er doch etwas für Katharina.

Scheiße.

Das hier wird mir langsam zu gefährlich. Vor allem meine eigenen Reaktionen machen mir Angst. Ich erkenne mich selbst kaum wieder.

Vielleicht bin ich wirklich krank.

„Wir sind da", reißt Milan mich aus meinen Gedanken. „Und falls jemand fragt: Du bist Hugos Zukünftige und ich passe nur kurz auf dich auf."

Ich will gerade etwas Sarkastisches erwidern, doch er legt mir warnend die Hand auf den Mund.

„Wag es nicht."

Ich presse die Lippen zusammen und schlucke meine Antwort einfach runter. Milan steigt aus, kommt um das Auto herum und öffnet mir die Tür, bevor er mir beim Aussteigen hilft.

Das Grundstück, auf dem wir gelandet sind, ist riesig. Mein Blick wandert automatisch über das Gelände.

Wem das wohl gehört?

„Levin", sagt Milan knapp, während er auf einen Typen zugeht, ihm freundschaftlich die Hand gibt und ihm leicht gegen den Hinterkopf klopft.

„Lucy? Du bist auch hier?" Levin sieht irritiert zwischen uns hin und her. „Die Kleine ist Hugo versprochen, also mach dir besser keine Hoffnungen."

Er verzieht das Gesicht, als hätte er gerade etwas Verdorbenes gerochen.

Ja, glaub mir, mir geht's innerlich genauso.

„Echt? Hugo?" fragt er nochmal nach.

Ich lege sofort meine süßeste Stimme auf. „Ja. Mein Herz gehört ihm. Er ist mein Ein und Alles."

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