S.10

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Ich öffne langsam die Augen, als es hell wird. Gähnend richte ich mich auf und bemerke, dass immer noch Milan bei mir liegt.

Er ist schön, wenn er schläft.

Ich bin so krank, es ist so krank, dass er hier liegt. Leise will ich mich aus dem Bett quälen, doch Milans Arm umfasst meinen Oberschenkel und positioniert mich direkt unter ihn. Eng aneinander gepresst spüre ich seine Wärme, seine Atmung und seine Muskeln.

Es fühlt sich eigentlich gut an. „Geh runter von mir, Milan." Er schmunzelt und kommt mir neckisch näher. Nicht mal mehr ein Blatt passt zwischen uns. „Nö." Für ihn ist das alles nur ein Spiel aus Spaß. „Du hast meinen Freund getötet?! Er ist nur wegen dir so gewesen!" Er verdreht die Augen und geht freiwillig von mir runter. Seine Decke löst sich und mir wird offenbart, dass er lediglich seine Boxershorts trägt.

Wow. Ich schließe meinen Mund und verfluche mich selbst dafür, ihn so idiotisch angesehen zu haben, aber zur Hölle, stopft er sich Socken da rein? „Kein Wunder, dass dich noch kein Typ angefasst hat. Du hast meinen Freund getötet. Du nervst."

„Du bist einfach krank, als wäre es das normalste der Welt!" zische ich zurück und klopfe mir selbst gegen den Kopf, weil ich seinen Gedankengang nicht nachvollziehen kann.

Verzweifelt will ich aufstehen und mich duschen, doch es passiert auf einmal alles so schnell, sodass mir keine Luft zum Atmen bleibt. Milan küsst mich erneut.

Ich weiß nicht, wie ich gerade positioniert bin, vielleicht etwas unpraktisch, aber so wie ich seine warmen Lippen auf meinen spüre, so wie der Kuss letztens, der sich langsam von seiner Seite aus dominiert... lässt meinen Körper in Flammen aufgehen.

Und trotzdem kann ich mich nicht rühren.

Und wieder frage ich mich, wieso.

Schlimmer aber auch ist das Gefühl von Glück, mein leichtes Stöhnen, als er uns eine Atempause gewährt, und dieser kalte Blick, den er mir daraufhin zuwirft, obwohl etwas in mir erwärmt ist.

Fuck.

„Siehst du, so schnell bekommt man dich zum Schweigen. Wer ist hier krank? Du knutschst mit deinem Entführer und verteidigst deinen Freund, der dich umbringen wollte."

Ich schüttel wortlos mit dem Kopf, er hat nicht mal unrecht. Es macht mich fertig und zugleich ist da dieser Flash in meinem Kopf. Verdammt, wieso? Ich hätte mich wehren können.

Ich hätte etwas unternehmen sollen.

Was denkt er jetzt bitte? Was soll ich denken?

Ich räuspere mich enttäuscht. Enttäuscht von mir selbst. Und gehe wortlos ins Bad, um meine Gefühle zu verbergen. Er soll nicht wissen, was für ein Chaos in meinem Inneren weht.

MilanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt