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Ich öffne langsam die Augen, als das erste Licht des Morgens durch die Vorhänge fällt. Verschlafen richte ich mich auf, streiche mir eine Strähne aus dem Gesicht - und bemerke erst dann, dass Milan noch immer neben mir liegt.
Er ist schön, wenn er schläft.
Der Gedanke trifft mich unvorbereitet. Ich schüttle innerlich den Kopf über mich selbst. Wie krank ist das bitte? Wie krank ist diese ganze Situation überhaupt? Trotzdem... ich kann den Blick nicht sofort von ihm abwenden.
Leise versuche ich, mich aus dem Bett zu schieben, möglichst vorsichtig, um ihn nicht zu wecken. Doch kaum bewege ich mich, legt sich sein Arm fester um meinen Oberschenkel und zieht mich ohne Mühe zurück unter ihn.
Eng aneinander gepresst spüre ich seine Wärme, seinen ruhigen Atem auf meiner Haut, die Härte seiner Muskeln.
Und das Schlimmste daran?
Es fühlt sich gut an.
„Geh runter von mir, Milan", murmel ich leise, doch meine Stimme verrät mich mehr, als mir lieb ist.
Er schmunzelt nur und kommt mir noch ein Stück näher, sodass wirklich kein Millimeter mehr zwischen uns passt. „Nö."
Für ihn ist das alles ein Spiel. Ein verdammtes Spiel.
„Du hast meinen Freund getötet!", stoße ich hervor, diesmal schärfer. „Er ist nur wegen dir so gewesen!"
Genervt verdreht er die Augen, doch diesmal geht er tatsächlich von mir runter. Die Decke rutscht dabei ein Stück zur Seite - und ich bereue es sofort, überhaupt hingesehen zu haben.
Er trägt nur seine Boxershorts.
Wow.
Ich presse meine Lippen zusammen und zwinge mich, wegzusehen, während mein Kopf mir tausend beleidigende Kommentare zuflüstert, um mich selbst wieder runterzubringen.
Verdammt nochmal... stopft er sich da Socken rein?
„Kein Wunder, dass dich noch kein Typ angefasst hat", meint er trocken. „Du nervst."
„Du bist krank!", fauche ich zurück. „Als wäre das alles hier völlig normal!"
Ich klopfe mir frustriert gegen die Stirn, als könnte ich so seinen verdrehten Gedankengang irgendwie verstehen. Spoiler: Kann ich nicht.
Ich will einfach nur aufstehen, duschen, Abstand gewinnen - doch bevor ich überhaupt reagieren kann, passiert alles viel zu schnell.
Milan küsst mich.
Schon wieder.
Ich weiß nicht einmal, wie ich genau liege, meine Position ist unbequem, verdreht - aber das spielt plötzlich keine Rolle mehr. Seine Lippen sind warm, fordernd, und genau wie beim letzten Mal übernimmt er sofort die Kontrolle über den Kuss.
Mein Körper reagiert, als hätte er nur darauf gewartet.
Hitze breitet sich in mir aus, mein Herz rast, mein Atem stockt.
Und trotzdem... bewege ich mich nicht.
Ich könnte mich wehren.
Ich sollte mich wehren.
Aber ich tue es nicht.
Ein leises, verräterisches Stöhnen entkommt mir, als er sich kurz von mir löst, um Luft zu holen. Und genau in diesem Moment trifft mich sein Blick - kalt, scharf, durchdringend.
Während in mir noch alles brennt.
Fuck.
„Siehst du", murmelt er leise, fast amüsiert. „So schnell bekommt man dich zum Schweigen. Wer ist hier krank? Du knutschst mit deinem Entführer und verteidigst deinen Freund, der dich umbringen wollte."
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Milan
RomantikLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
