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Ich werde von lauten Stimmen wach.
Dumpfe Diskussionen, irgendwo ganz in der Nähe. Mein Kopf dröhnt, als hätte jemand einen Presslufthammer darin eingeschaltet.
Langsam öffne ich die Augen.
Xavier steht vor mir. Natürlich. Wer auch sonst. Er wirkt genervt, läuft ein Stück im Raum auf und ab und telefoniert dabei. Seine Stimme ist gedämpft, aber angespannt.
Ich blinzle mehrmals, versuche, meine Umgebung zu erfassen.
Ein Zimmer.
Ein ganz normales Zimmer.
...was rede ich da eigentlich?
Das hier ist alles andere als normal.
Der Raum ist riesig. Hohe Decken, schwere Vorhänge, die fast das gesamte Licht schlucken. Die Wände sind dunkel gehalten, fast schon luxuriös, aber auf eine kalte, unpersönliche Art. In der Mitte steht ein riesiges Bett mit dunkler Bettwäsche, perfekt gemacht, als würde hier niemand wirklich schlafen, sondern nur... residieren.
Ein verdammter Witz.
Ich liege nicht mal darauf. Natürlich nicht.
„Ach, du bist wach. Wie schön."
Seine Stimme reißt mich zurück.
Ich richte mich langsam auf, mein Blick fällt sofort auf meine Handgelenke. Die Fesseln sind weg - aber die Haut darunter ist aufgescheuert, gerötet, teilweise offen. Es brennt bei jeder Bewegung.
Ich presse die Lippen zusammen.
„Milan wird sich ein wenig verspäten", fährt Xavier fort, als wäre das hier ein verdammtes Treffen unter Freunden. „Er ist noch unterwegs... und natürlich nicht begeistert von der ganzen Sache."
Ich lache trocken in mich hinein. Na wenigstens einer mit Verstand.
„Du bleibst schön brav hier, verstanden?"
„Halt's Maul."
Sein Blick kippt sofort.
Er kommt näher. Zu nah.
„Oh ja... Milan wird richtig Spaß mit dir haben", zischt er. „Und solltest du mich noch einmal beleidigen, überlege ich es mir vielleicht anders und nehme mir selbst, was ich will."
Mir wird schlagartig übel.
Richtig übel.
Xavier dreht sich einfach um, geht zur Tür und verlässt den Raum.
Klack.
Abgeschlossen.
Sofort springe ich auf, renne zur Tür, rüttele daran. Nichts. Ich drücke, ziehe, schlage dagegen.
Nichts.
Ich sehe mich hektisch um, schnappe mir einen schweren Hocker und ramme ihn gegen die Tür. Einmal. Zweimal. Dreimal.
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
