S.17

12.4K 336 2
                                        

17

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

17

Ich zittere am ganzen Körper.
Mir ist schlecht, verdammt schlecht.

Ich will nicht sterben.
Ich will auch nicht in einem Club arbeiten.
„Wieso kann Katharina keine Kinder kriegen? Was ist, wenn ich es nicht tue, Xavier?" Er reibt sich die Stirn und legt die Zigarre ab.

„Dann werde ich deine Familie ausschalten und meine Söhne dürfen sich an dir erfreuen. Und bei dem anderen Thema solltest du Milan selber fragen. Ich erwarte dich morgen Abend unten im Foyer... mach dich hübsch." Er wedelt mit der Hand. Jeweils links und rechts sind zwei Männer, die mir hochhelfen.

Ich schüttle deren Griffe weg und renne zurück in mein Zimmer. Weinend will ich den Raum abschließen und einfach meine Ruhe haben.

Doch es geht nicht.

Ich werde hier noch verrückt.
Ich trete mit voller Wucht gegen die Tür und werfe einen Stuhl dagegen.
Ich werde immer verrückter.

„Verdammte Scheiße, Lucy?" Milan kommt herein und findet mich erschöpft und zerstört auf dem Boden.
„Geh raus. Lass mich in Frieden. Ich hasse dich." Mit voller Kraft drücke ich ihn raus; er schweigt und ist mindestens genauso perplex wie ich.

Ich liege eine Weile so. Auch am nächsten Tag liege ich den ganzen Tag im Bett und fürchte mich vor dem, was jetzt kommt.

~

Den ganzen Tag über habe ich mich im Zimmer verkrochen. Tom hat vorhin nach mir gesehen; er hat mir etwas zu essen gebracht, doch es liegt hier noch immer herum. Mir ist der Hunger vergangen.

„Auf in den Kampf", flüstere ich mir zu und steige in die Dusche. Als ich den Verband vorsichtig löse, sehe ich zum ersten Mal meine Brandwunde.

Ewww. Ekelig.

Sie sieht besser aus, als ich dachte, trotzdem ist es nicht sehr appetitlich.
Nach dem Duschen ziehe ich mir das Kleid an, das einer von Xaviers Männern mir vorhin zugeworfen hat.
Als ich mir gerade den letzten Rest meines Puders auftragen will, kommt Milan plötzlich herein.

Das ist mit Sicherheit Xaviers Plan. Er hat ihn zu mir geschickt.
„Hast du dich eingekriegt, Kamikaze?" Ich sehe ihn kurz an, verziehe keine Miene und widme mich wieder dem Spiegel. „Weißt du, wer es war und was er wollte?"

Wie Xavier zuckt er mit den Schultern.
„Wie gut, dass du überlebt hast. Ich hätte echt keinen Bock gehabt, deine Leiche herumzuschleppen." Und diesen Typen soll ich verführen?
Er hat sich auf mein Bett gesetzt und sieht mir dabei zu, wie ich mich schminke.

Verdammt, bei seinem Anblick kann ich mich nicht konzentrieren.
Milans Haare sind leicht verwuschelt, er ist wohl gerade aufgestanden.

Als ich aufstehe, um mir meine Haare zu kämmen, spüre ich seinen Körper hinter mir; er umfasst meine Taille und fängt an, meinen Hals zu küssen.
„Du machst mich hart." Ich lege meine Hand auf seine Beule und massiere sie.

Denk an das, was du tun musst.

Sonst bin ich tot.

Er brummt etwas Unverständliches.
Seine Muskeln an meinem Po zu spüren, sein Arm fest um mich geschlungen, seine Lippen an meinem Hals.
Meine Lider flattern, ich flüstere seinen Namen und versuche, mein Verlangen zu zügeln.
„Meinst du, ich werde gut bei Xavier im Club ankommen?"

Er hebt seinen Kopf und löst sich.
„Moment, was?" Ich sehe ihn an und schnappe mir meine Tasche.

Das ist mein Stichwort.
„Oh, du wusstest nichts davon? Ich muss jetzt los. Bis später dann." Natürlich weiß ich, dass er nichts davon wusste.
Ich versuche, so schnell wie möglich die Stufen hinunterzugehen und husche an Xavier vorbei. Direkt stellen sich ein paar Männer vor mich hin und halten Milan auf.
„Entweder ihr lasst mich vorbei, oder ich schneide auch die Kehle durch."

„Was soll der Lärm, Milano?!" Xavier kommt gespielt gelassen aus der Tür heraus und öffnet sie mir, damit ich raus kann.
„So war das nicht vereinbart." schreit Milan und schubst den Bodyguard weg.

„Oh doch, das ist das, was du wolltest, Milan. Du möchtest nicht mehr für sie sorgen. Also tue ich es jetzt." Mir wird immer schlechter.
Abgesehen davon, dass ich diesen Scheiß hier tun muss, hat Milan sich wohl über mich beschwert. Als ob ich mir das ausgesucht habe.
Ich steige schnell in den Wagen; ich höre nur noch, wie sich Milan mit Xavier streitet.

Er hat mich nicht aufgehalten.
Er hat zugelassen, dass ich gehe.
Verdammte Scheiße.

Als wir nach einer halben Stunde anhalten, bekomme ich Gänsehaut am ganzen Körper.
Im Club dröhnt laute Musik, die Mädchen sehen alle kaputt und fertig aus.

Die Männer erfreuen sich an dem Anblick und geben alles, was sie haben, während sie eine Frau zu Hause haben. Ich wurde vor kurzem getötet. Was kann jetzt noch schiefgehen?

Ein junges Mädchen in meinem Alter sieht mich tränenverschleiert an; sie hat einen Mann im Schlepptau. Er ist so alt wie Xavier. Er sieht mich eindringlich an.
„Du bist die Neue, stimmt's?" Ich nicke.
Er lächelt und mustert meinen ganzen Körper, zuletzt leckt er sich über die Lippen.

„Du wirst viel Kohle einbringen." Ich zucke zusammen, als er mich anfasst. Er lässt zum Glück sofort los.
„Du wirst dich hier schnell an das gewöhnen. Gesell dich zu den Jungs da drüben." Ich zittere am ganzen Körper. Schnell stürme ich auf die Toilette und versuche, einen klaren Kopf zu bekommen.

Auf der Toilette ist Stöhnen zu hören. Eine andere zieht sich gerade eine Line. „Auch mal?" Sie hat Nasenbluten und hält mir ihr Röhrchen hin.
„Nein, danke." Sie hält es weiterhin fest.
„Sicher? Würde dir helfen." Ich schüttle ein zweites Mal mit dem Kopf. Sie kramt etwas aus ihrer Tasche und wirft es mir zu.

„MDMA. Du wirst dich gut fühlen."

„Ich sagte nein!" Genervt gehe ich erstmal zur Bar... ich brauche etwas zu trinken. Ich muss irgendwie herunterfahren.

„Einen Jägermeister." Der Barkeeper stellt ihn mir hin. Ich schaue wortlos die Menschenmasse an und verdaue meinen Kurzen.
„Noch einen."

„Du musst zu den Jungs, jetzt." pöbelt der Typ von gerade und versucht, mich einzuschüchtern.

Hinter mir taucht das Mädchen wieder auf von gerade. „Viel Spaß."
Ich kippe den letzten Kurzen hinunter und gehe vorsichtig zu der Jungengruppe hin.

17

17

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
MilanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt