S.17

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Ich zittere am ganzen Körper, mir ist schlecht - nicht dieses flüchtige Unwohlsein, sondern etwas, das tief sitzt und sich wie Gift in mir ausbreitet. Ich will nicht sterben. Ich will aber genauso wenig in diesem Club landen, zwischen fremden Händen und falschen Blicken.

„Wieso kann Katharina keine Kinder kriegen? Und was ist, wenn ich das alles nicht mache, Xavier?" Meine Stimme ist leiser, als ich es eigentlich will, brüchig, kaum mehr als ein Hauch.

Er reibt sich genervt die Stirn, legt die Zigarre beiseite und sieht mich an, als hätte ich gerade etwas unfassbar Lächerliches gesagt. „Dann werde ich deine Familie ausschalten. Und meine Söhne... die dürfen sich dann an dir erfreuen." Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.

„Und was das andere Thema angeht - frag Milan selbst. Ich erwarte dich morgen Abend unten im Foyer. Und mach dich hübsch."

Mit einer beiläufigen Handbewegung entlässt er mich, als wäre ich nichts weiter als ein Auftrag auf seiner Liste. Zwei Männer greifen mich links und rechts, wollen mir aufhelfen, doch ich schüttle ihre Hände sofort ab und renne zurück in mein Zimmer.

Dort angekommen schließe ich die Tür, lehne mich dagegen und breche endgültig zusammen. Meine Hände zittern unkontrolliert, meine Gedanken überschlagen sich. Ich will einfach nur allein sein. Einfach nur Ruhe. Aber selbst die wird mir hier nicht gegönnt.

Ich trete mit voller Wucht gegen die Tür, werfe einen Stuhl dagegen, als könnte ich damit irgendetwas in mir selbst zum Schweigen bringen. Doch es wird nur schlimmer. Lauter. Chaotischer.

„Verdammte Scheiße, Lucy?" Milans Stimme reißt mich aus meinem Zusammenbruch, als er plötzlich im Raum steht. Ich sehe zu ihm auf, Tränen verschwimmen meine Sicht.

„Geh raus. Lass mich in Frieden. Ich hasse dich." Mit letzter Kraft stoße ich ihn von mir weg, drücke ihn Richtung Tür. Er sagt nichts mehr, wirkt für einen Moment genauso überfordert wie ich.

Dann ist er weg.

Ich bleibe liegen. Minutenlang. Stundenlang. Vielleicht auch länger. Selbst am nächsten Tag schaffe ich es kaum, mich zu bewegen. Ich liege einfach nur da, starre an die Decke und fürchte mich vor dem, was unausweichlich auf mich zukommt.

~

Den ganzen Tag habe ich mich im Zimmer verkrochen. Tom war irgendwann da, hat mir etwas zu essen gebracht, doch es steht immer noch unberührt herum. Mein Magen ist wie zugeschnürt.

„Auf in den Kampf", flüstere ich mir schließlich selbst zu, mehr aus Trotz als aus Überzeugung, und zwinge mich unter die Dusche.

Als ich vorsichtig den Verband von meinem Arm löse, sehe ich die Brandwunde zum ersten Mal richtig. Ein leiser Laut entweicht mir.

„Eww..."

Sie sieht besser aus, als ich erwartet habe, aber schön ist sie trotzdem nicht. Der Anblick reicht, um mir erneut den Magen umzudrehen.

Nach dem Duschen ziehe ich das Kleid an, das mir einer von Xaviers Männern gebracht hat. Es fühlt sich falsch an auf meiner Haut, wie alles hier. Als ich mir gerade den letzten Rest Puder auftrage, öffnet sich die Tür.

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt