S.30

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Ich finde es immer noch schockierend, dass Milans Vater seine eigene Mutter entführt hat.

Und sie hat sich dennoch in ihn verliebt.

Aber ich muss ehrlich mit mir selbst sein. Da ist etwas zwischen mir und Milan. Und ich weiß nicht, ob die Tatsache, dass er nicht direkt mein Entführer ist, die Sache weniger krank macht.

Vielleicht ist das alles einfach eine Einbildung. Ich habe nichts mehr. Meine Eltern haben mich weggegeben, ich wurde entführt, mein angeblicher „Freund" ist tot, weil er mich töten wollte, und Milan ist der Einzige, der trotz seiner anstrengenden und respektlosen Art trotzdem da ist. Irgendwie.

Ich schließe meine Augen und genieße den Moment der Ruhe, um auch einmal tief durchzuatmen. Das ist mit Sicherheit eine Einbildung. 
Ich muss mir vorhalten, was für andere Möglichkeiten ich habe. Ich könnte neu anfangen, mich von all dem lösen und mir selbst etwas aufbauen. Jemand Normalen kennenlernen... neue Leute treffen.

Normal... wer bestimmt, was normal ist?

Vielleicht sind meine Vorstellungen einfach unnormal. Ich kann hier nicht bleiben, und dennoch habe ich Angst, was passiert, wenn ich einmal weg bin. Weg von diesen kranken Menschen hier. Werde ich überhaupt richtig leben können? Werden sie mich einfach so in Ruhe lassen, egal wie weit ich fliehe?

Ich werde es nur herausfinden, wenn ich es versuche. Und bald wird meine Chance kommen. Sie muss nur passend kommen, und dann werde ich sie sofort nutzen.

Es bringt ja nichts, wenn ich wie eine Irre entkomme und verfolgt werde. Es muss passend und unerwartet sein. „Passend und unerwartet..." seufze ich und sehe wieder zu Milan, der zufrieden zu mir kommt und mir zu verstehen gibt, dass wir jetzt gehen. „Wohin fahren wir jetzt?" frage ich neugierig und versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie erschöpft ich eigentlich bin.

Ich brauche Schlaf, meine Beine tun weh, meine Fake-Wimpern sagen gleich Adieu und mein Make-up ist auch nicht mehr frisch. „In ein Hotel."

„Wie war dein Gespräch?"

„Gut."

Ich verdrehe meine Augen und versuche mal wieder zu erkennen, wie Milans Laune ist.

Gut heißt nicht immer gut. Gut kann auch schlecht bedeuten, aber Milan ist wie ein verschlossenes Buch. „Guck nicht so."

Okay, er hat schlechte Laune. Frage beantwortet.

„Schlechte Laune, Milan?" Wir halten an einer Ampel, ich ziehe mein Kleid leicht nach oben. „Soll ich dir helfen, besser draufzukommen?" Ich lehne meinen Kopf nach hinten und muss lachen.

„Kleiner Spaß. Vergiss es." Der Mafiosi schüttelt mit dem Kopf.

„Kein Wunder, dass du nur Kevin abbekommen hast."

„Aaron!"

„Ach ja."

Aaron. Meine Haare stellen sich automatisch auf, wenn ich daran denke, wie sich sein Blut auf meiner Haut angefühlt hat, als der Mann neben mir, ohne mit der Wimper zu zucken, direkt in seinen Kopf geschossen hat.

„Er hat das getan, um dich zu retten, Lucy, nicht weil er ein krankes Schwein ist."

Überhaupt nicht.

Milan hält an; unten im Hotel stehen einige seiner Männer. Etwas unbeholfen steige ich aus dem Auto aus, als er seinen Schlüssel einem jungen Mann gibt, der offensichtlich im Hotel arbeitet. Da ist noch mein Lieblingslippenstift drin; hoffentlich verschwindet er nicht spurlos.

„Ist schon alles gebucht, Milan. Willkommen zurück." Ein junger Mann im Anzug klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter und gibt ihm eine Schlüsselkarte. Er nickt mir kurz zu und wendet sich dann dem Hoteltelefon zu. Ist das sowas wie sein zweites Zuhause hier?

Als wir endlich sein Zimmer erreichen, bleibt mir kurz die Sprache weg. Das hier ist größer als das Haus, das meinen Eltern gehörte.

Ein riesiges King-Size-Bett; es muss ein Traum sein, dort zu schlafen. Eine Bar, ein Pool, der direkt nach draußen zur Terrasse führt, und ein wunderschöner Esstisch aus Marmor, der mit Leckereien überfüllt ist. „Oh mein Gott."

Die Regendusche füllt fast den ganzen Raum im Badezimmer aus.

Wenn das so ist, kann ich ruhig öfters entführt werden. 
Erschöpft lasse ich mich aufs Bett plumpsen und genieße die Ruhe. 
„Ich will nicht mit dir in einem Bett schlafen."

Milan ignoriert meinen Einwand und zieht sich jedes einzelne Kleidungsstück aus.

Wirklich jedes.

Mit offenem Mund betrachte ich seinen voll tätowierten Körper. Ich spüre, wie mir die Röte in den Kopf schießt, und schaue schnell weg. Sein Körper ist einfach perfekt, nicht zu schmal, muskulös, braun gebrannt... nicht zu krass trainiert.

Seine Männlichkeit, die nicht von schlechten Eltern ist...

Einfach die Augen schließen und so tun, als ob ich gar nicht hingesehen hätte, Lucy. Und den Mund bitte ganz schnell wieder schließen. Ich tue am besten so, als wolle ich schlafen, und ignoriere mein Herz, das gleich aus der Brust springt, und das leichte Ziehen in meinem Bauch. 
„WAS ZUR HÖLLE, MILAN!" Ich schreie auf, als der Mafiosi mich über die Schulter wirft und mir anschließend einen Klaps auf den nackten Arsch gibt, weil mein Kleid unpraktisch nach oben gerutscht ist.

„Wir gehen jetzt duschen."

„Vergiss es, lass mich los." Ich höre, wie er das Wasser andreht. 
„DU WIRST DAS NICHT TUN, MILAN." Mit Händen und Füßen wehre ich mich; er lacht amüsiert, und meine Gänsehaut lässt sich jetzt auch nicht mehr verhindern. 
„Ich muss mich um dich kümmern, also duschen wir jetzt auch. Ganz einfach." Ohne Warnung drückt er mich gegen die kalte Duschwand und entledigt mich meiner Kleidung. Er küsst mich leidenschaftlich, sofort werde ich zittrig und drohe zu schmelzen; die Hitze kommt nicht vom Wasser. 
„Umdrehen." brummt er und positioniert mich so, wie er will. Ich stöhne erschrocken auf, als die kalte Wand meine empfindlichen Stellen berührt und Milan schließlich anfängt, mich einzuschäumen.

Und es bleibt tatsächlich dabei.

Doch alleine das reicht schon, dass sich Nässe zwischen meinen Beinen bildet, und ich widerwillig meine Oberschenkel zusammenpressen muss, weil ich es mir einfach nicht eingestehen will, wie geil er mich macht.

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