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„Du hast dir hiermit vielleicht einen tollen Scherz erlaubt, aber dein Versprechen habe ich ernst genommen ..."
Milan sieht sich kurz um, als würde er prüfen, ob uns jemand zuhört, und bedeutet mir dann mit einer knappen Bewegung, dass wir woanders reden sollten. Ohne ein weiteres Wort folge ich ihm in sein Zimmer und lasse mich auf das Sofa sinken, während er noch einen Moment stehen bleibt.
„Nur damit das klar ist", beginnt er schließlich kühl, „ich erzähle dir das nur, damit du mich nicht weiter damit nervst."
„Hast du dein Kind getötet?"
Die Frage rutscht mir heraus, bevor ich sie zurückhalten kann. Sofort bereue ich es. In seinen Augen blitzt etwas auf - Enttäuschung, vielleicht sogar Wut - und ich spüre, wie sich dieses Gefühl unangenehm unter meiner Haut ausbreitet.
„Nein."
Er bleibt nicht sitzen, sondern läuft unruhig im Raum auf und ab, als würde ihn allein das Thema schon nervös machen.
„Es war ein Unfall. Und es war auch nicht mein Kind."
Ich runzle die Stirn, kann es aber nicht einfach dabei belassen.
„Und dann hast du sie die Treppe runtergeschubst? Ernsthaft?"
Sein Körper spannt sich sofort an. Seine Kiefermuskeln arbeiten, seine Lippen pressen sich zu einer dünnen Linie zusammen. Ein leises, gefährliches Knurren entweicht ihm.
„Wenn du nicht deinen Mund hältst, kannst du es vergessen."
Ich ziehe die Beine etwas an mich heran und kaue ungeduldig auf meiner Lippe herum. Warum sage ich immer genau das Falsche?
Milan bleibt abrupt stehen und fährt sich frustriert durchs Gesicht.
„Es ist dir doch völlig egal, was ich sage", wirft er mir vor. „Du bist genau wie alle anderen - hörst irgendwas, bildest dir deine Meinung und glaubst, damit die Wahrheit zu kennen. Ich hab keinen Bock mehr auf so einen Scheiß."
Er lässt sich schließlich doch auf einen Stuhl sinken, beugt den Kopf nach vorne und stützt die Ellenbogen auf die Knie. Für einen kurzen Moment wirkt er... anders. Ruhiger. Fast schon zerbrechlich.
„Ich will nicht mehr darüber reden", murmelt er. „Du hast mir deutlich genug gezeigt, was du denkst. Und solchen Leuten vertraue ich mich nicht an."
„Milan... ich-"
„Nein." Seine Stimme ist ruhig, aber endgültig. „Dir muss nichts leid tun."
Ein kurzer Moment Stille breitet sich zwischen uns aus, bevor er weiterspricht - diesmal leiser.
„Mir tut es leid."
Ich blinzle irritiert.
„Xavier will, dass ich dich schwängere", fährt er fort, ohne mich anzusehen. „Ich will keine Kinder."
Seine Worte treffen mich unerwartet hart.
„Ich werde ihm sagen, dass wir miteinander geschlafen haben, wir beim Arzt waren und du auch keine Kinder bekommen kannst. Ich regel das. Er wird dir und deiner Familie nichts tun."
Ich sitze einfach nur da und starre ihn an.
Das ist doch genau das, was ich wollte, oder? Eine Lösung. Sicherheit. Freiheit.
Und trotzdem fühlt es sich nicht richtig an.
Warum fühlt es sich nicht richtig an?
Warum zieht sich etwas in meiner Brust schmerzhaft zusammen, als hätte jemand ein Loch hineingerissen?
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
