Mafia/Romantik/Drama & nh bisschen Psycho
(Abgeschlossen)
14 Jahre habe ich dich groß gezogen.
Es wäre eine Verschwendung gewesen aus dir nicht den Mann zu machen, der einst dein Vater gewesen ist.
Sie sind beide tot, deine Mutter und dein Vater do...
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„Kommt ihr noch mit, um meinen Sieg zu feiern?" ruft Goku stolz und zeigt auf seine Trophäe.
Wir lösen uns voneinander. Gegen ein bisschen Party hätte ich nichts einzuwenden. „Ein andermal," brummt Milan genervt und zündet sich mitten in der Halle eine Zigarette an.
Das muss wirklich nicht sein...
„Schade... aber kommt bald wieder vorbei, ja?" Milan gibt seinem Kumpel freundschaftlich die Hand zum Abschied.
Als Goku seine Arme öffnet, um sich von mir zu verabschieden, drängt Milan mich unauffällig zurück, sodass Goku seine Arme wieder sinken lässt.
„War nett, dich kennenzulernen, Lucy." Goku lacht über Milans Reaktion und verdreht die Augen.
Was war das gerade?
Er nimmt meine Hand und führt mich zu seinem Auto. „Warum hast du keine Lust auf die Party?" Milan wirkt plötzlich angespannt. Er zuckt nur mit den Schultern und konzentriert sich auf die Straße.
Er zündet sich schon wieder eine Zigarette an. „Hast du nicht gerade erst geraucht?" frage ich. Der Mafiosi dreht das Radio lauter und öffnet das Fenster.
„Hast du nichts Besseres zu tun, als bei mir Moralapostel zu spielen?" gebe ich genervt von mir und lehne mich beleidigt zurück.
„Was ist plötzlich dein Problem?" Er antwortet mir nicht.
„Ist es wirklich, weil Goku mich zum Abschied umarmen wollte?" Ich muss lachen und schüttle empört meinen Kopf.
„Ich will dich nur beschützen." Mehr sagt er nicht.
„Dann behandle mich nicht wie ein Objekt, sondern..."
„Sondern?"
Ich schweige. Vielleicht wie seine Freundin?
Er atmet tief durch, seine Lippen sind fest aufeinandergepresst. „Hat es dir denn ein bisschen gefallen?" fragt er, und sofort verfliegt meine schlechte Laune.
„Ja, es hat Spaß gemacht. Das können wir gerne öfter machen." Ich konnte vieles vergessen und musste nicht an Drogo, Xavier oder sonst wen denken. Ich konnte komplett entspannen.
Das habe ich dringend gebraucht.
„Hast du Hunger?" frage ich, und er nickt.
„McDonald's?" Ich nicke erneut und freue mich.
Endlich mal McDonald's. Ich weiß gar nicht, was ich nehmen soll... Nuggets, Hamburger oder vielleicht doch einen Wrap? Wir halten kurz auf dem Parkplatz an; es ist stockdunkel. Ich liebe es, nachts herumzufahren.
„Schließ die Augen," brummt Milan und kommt näher. Ich bin etwas unbeholfen und reiße meine Augen wie ein Überraschtes auf. Er muss lachen und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Vertraust du mir? Also schließ deine Augen, Baby." sagt er ironisch, und ich schließe gespannt meine Augen.
„Ist es ein neues Handy? Bitte sag mir, dass es besser eingepackt ist..."
Als ich meine Augen wieder öffne, bin ich sprachlos. Tränen schießen mir in die Augen.
Mit verschwommenem Blick sehe ich zu Milan und betrachte seinen schmerzlichen Gesichtsausdruck. Allerdings weiß ich nicht, ob er es wirklich ernst meint.
Ich kann nicht schreien, ich kann mich nicht bewegen. Ich kann nichts tun.
Ich kann nur ertragen, wie er mir das Tuch immer fester über die Atemwege hält. Mir bleibt die Luft weg, und ich bin in Dunkelheit gehüllt.
Es war zu schön, um wahr zu sein. All die schönen Erinnerungen, dieses gespielte Nett-Sein...
Der Traummann.
Ekelhaft.
„Miss, geht es Ihnen gut?" Ich schrecke hoch und stoße mir den Kopf heftig, weil die Dame vor mir nicht beiseite gegangen ist.
Wir halten uns beide schmerzlich die Stirn. „AUUU!"
„Es tut mir sooo leid!" trällert das Mädchen in meinem Alter und sieht nach mir.
„Wer bist du, was mache ich hier, wo bin ich, und wo zum Teufel ist Milan? Ich muss ihm ordentlich die Leviten lesen. DAS KANN NICHT SEIN ERNST SEIN!"
Mein Herz schmerzt; er hat sein Wort damals wahr gemacht und mich einfach abgeschoben.
Das kann er mir nicht antun. „Du bist in Berlin. Ich bin Lisha, dein Zimmermädchen auf 450-Euro-Basis."
„Geizig ist er auch noch!" nörgle ich und stehe auf. Ich fühle mich immer noch schwach.
„Der Spinner hat mir eine Überdosis verpasst." Ich stütze mich ab und atme tief durch. „Von wem sprichst du? Bist du noch betrunken?" Ich schüttle meinen Kopf.
„Moment, hast du gerade Berlin gesagt?" Er hat mich bis ans andere Ende der Welt geschleppt. Das kann nicht wahr sein.
Das ist ein Albtraum. Ich spreche nicht einmal ihre Sprache. Ich lehne mich zu Lisha und sehe sie wütend an.
„Du sagst mir jetzt alles, was du weißt!" Lisha hebt unschuldig ihre Hände.
„Sehe ich so aus, als würde ich mit dir reden? Ich habe nur auf das Szenario in der Zeitung aufmerksam gemacht. Ich mache hier sauber, darf umsonst wohnen und verdiene nebenbei etwas für mein Studium."
Das kann nicht wahr sein. Er hat es wirklich durchgezogen. Ich habe ihm vertraut.
Ich habe ihm verdammt nochmal vertraut.
Mein Körper zittert; mir wird wieder schwarz vor Augen. Atmen, tief durchatmen. „Hey, Lucy... geht's dir nicht gut? Soll ich dir etwas zu trinken bringen?" Ich nicke und setze mich zurück aufs Bett.
Ich sehe mich um und entdecke viele Möbel aus meiner alten Wohnung.
Das ist wirklich lustig.
„Nicht weinen." Sie reicht mir ein Taschentuch. „Er hat alles geplant. Von A bis Z." Lisha wirkt überfordert.
„Hey, du willst doch auch studieren, oder? Das hat mir der vorherige Hausherr gesagt..."
„Ja... ich weiß aber noch nicht in welche Richtung," wimmle ich ab und reibe mir über das Gesicht. Meine Emotionen spielen verrückt; meine Gefühle schwanken irgendwo zwischen Hass und Trauer.
Soll ich unter die Bettdecke schlüpfen und dort den ganzen Tag verbringen oder mich auf die Suche nach ihm machen und ihm gehörig die Leviten lesen?
Ich bin verletzt und will wenigstens Antworten, wieso.
Ihn zur Rede stellen. Sein feiges Gesicht betrachten.
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