Mafia/Romantik/Drama & nh bisschen Psycho
(Abgeschlossen)
14 Jahre habe ich dich groß gezogen.
Es wäre eine Verschwendung gewesen aus dir nicht den Mann zu machen, der einst dein Vater gewesen ist.
Sie sind beide tot, deine Mutter und dein Vater do...
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20
„Du weißt, dass ich Platzangst habe. Ich kann hier nicht bleiben."
„Bitte, ich flehe dich an."
Ich habe die letzten Worte so flehend wie möglich gesagt, denn sie sind wahr. Ich habe die letzten Stunden in Panik verbracht, und das Gefühl, dass die Luft hier knapp wird, wird immer erdrückender. Ich schließe meine Augen und rede mir alles Mögliche ein.
Natürlich ist die Angst nicht so extrem wie in einem Fahrstuhl, aber sie ist vergleichbar mit jemandem, der keine Höhenangst hat, aber bei größerer Höhe ein mulmiges Gefühl bekommt.
Wieso ist er so?
Nach weiteren Stunden nehme ich Schritte wahr; ich bin auf dem Boden eingeschlafen. Meine Kleidung, die noch von gestern stammt, hat mittlerweile etliche Flecken.
Natürlich habe ich oft versucht zu klopfen. Natürlich habe ich oft versucht zu fliehen.
Doch je mehr ich es versuchte, desto größer wurde die Panik über meinen Platzmangel. Die Schritte werden immer lauter.
Schließlich wird die Tür geöffnet. Hoffnungsvoll werfe ich mich in Toms Arme. „Scheiße, Lucy, ist alles in Ordnung? Du siehst furchtbar aus." Mein Gesicht ist von Tränen verschleiert. Ich kann kein Wort aus meiner Kehle herausbringen; meine Stimmbänder fühlen sich wie gelähmt an. „Milan hat gesagt, ich soll dich herauslassen. Ich glaube, es tut ihm leid. Er würde sowas aber natürlich niemals zugeben." Tom versucht, mich zu trösten, und hilft mir aus dem Raum.
Nach einem heißen Bad, das mir Tom eingelassen hat, taut meine Menschlichkeit wieder auf, und ich fühle mich lebendig. Erleichtert atme ich aus. Bereits beim Hochgehen höre ich laute Musik; es scheint, als würden die Jungs eine Party feiern.
Ich habe keine Lust zu feiern.
Ich will nicht unter Menschen. Doch vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit, hier herauszukommen, ohne fliehen zu müssen. Ich muss ihm zeigen, dass er mir vertrauen kann.
Es bringt alles nichts.
Wenn er mir vertraut, wird er Fehler machen. Fehler, die mir helfen werden zu fliehen. Mit einem einfachen Shirtkleid und Haaren, die noch natürlich gewellt sind, beschließe ich, meinen Plan in die Tat umzusetzen. Er hasst mich, und mein Plan scheint nicht aufzugehen. Jetzt muss ich ihn dazu bringen, mich irgendwie zu mögen.
Je unvorsichtiger er wird, desto besser. Hier sind viele Leute, Hip-Hop dröhnt aus den Boxen, und ich dränge mich an ein paar Menschen vorbei.
Der Kontrast zur Kellerroutine ist echt krass.
Mein Körper beginnt wieder zu zittern. Ruhig, du bist nicht mehr unten. Und bald nicht mehr hier. Ich werde fliehen. Ohne Polizei, ohne meine Eltern. Ein Leben mit neuer Identität. Eine neue Chance auf ein besseres Leben.
Einen Mann kennenlernen, Kinder kriegen, heiraten. Ganz normal arbeiten, ganz normal... ganz normal. Vielleicht könnte Drogo mir helfen. Zunächst muss ich aber hier raus, auch wenn es dauern wird. Irgendwann.
Meine Motivation, das Ganze durchzuziehen, steigt. Meine Psyche stabilisiert sich einigermaßen und ignoriert die Traumata. Ich sehe Milan an einem Tisch mit ein paar anderen Jungs sitzen; er sieht ziemlich gut gelaunt aus.
Ein Mädchen mit blonden Haaren hat sich auf ihn gesetzt und beginnt mit einem Lapdance. Genüsslich zieht Milan, fast königlich, an seiner Zigarette und pustet den Rauch langsam aus, während das Mädchen unter seiner Hand zu Wachs wird. Ich tue so, als würde ich Milan nicht bemerken, und setze mich zu Pablo, der zufällig bei Milan am Tisch sitzt, zusammen mit seinen komischen Kumpels von früher.
„Hey, Lucy, cool, dich zu sehen. Hast du dich erholt? Pablo hat erzählt, dass es dir letztens nicht so gut ging", grölt einer seiner Freunde.
Soso. Sie denken also immer noch, dass ich mit Pablo zusammen bin. Ich lege meine Hand auf Pablos Knie und setze mein schönstes Lächeln auf. „Ja, mir geht's schon viel besser." Pablos Erleichterung ist leicht zu bemerken. Dennoch checken seine Freunde es nicht.
Als ich das Glas von Pablo nehme und einen Schluck daraus nehme, fühle ich mich beobachtet. „Siehst nicht mal annähernd so schlimm aus, wie Tom es sagte." Vergiss deine Aufgabe nicht, Lucy. „Ja, aber vielleicht habe ich es auch verdient. Ich bin zu weit gegangen."
Milan nickt amüsiert und sieht kurz zu seiner Begleiterin. Wenn Katharina das sehen würde... „Natürlich, Lucy. Wir wissen beide, dass du deine Worte nicht so meinst."
„Stimmt, da hast du recht." Mit einem falschen Lächeln sehe ich zu ihm, doch mein Lächeln verschwindet schnell. So viel kommt in meinem Unterbewusstsein hoch. Es gibt so vieles, das ich immer verdrängen muss.
Das blonde Mädchen beugt sich zu Milan und küsst ihn. Ich sitze direkt gegenüber und kann alles mitansehen. Doch mir kommt etwas ganz anderes in den Sinn. Die Musik dröhnt in meinen Ohren und kommt mir nebensächlich vor. Ich spüre immer noch Aarons Blut an meinem Körper, ich spüre immer noch den brennenden Schmerz am Bein. Die Brandnarbe des Unfalls. Das Stechen im Herzen, als meine Eltern mich zurück zu Milan gebracht haben. All das ist immer noch in mir. Die Bilder, wie Aaron auf dem Boden lag, wie Milan den Typen verprügelt hat, wie er mich verkaufen wollte.
All das spielt sich in meinem Kopf ab. Und trotzdem stehe ich hier vor seiner Nase und sehe schmerzlich zu, wie er sich mit einem Mädchen vergnügt. Ich schaue die beiden schon länger an, ein wenig zu lange, ohne jedoch zu analysieren, was sie tun, sondern einfach in der Hoffnung, dass sich das auch noch tief in meinem Gedächtnis einprägt. Und dass ich dieses Gefühl nie vergesse. Dass ich mich immer wieder daran erinnere, wenn ich mal wieder in seiner Nähe bin.
Mein Herz klopft wie verrückt, ich klammere mich an die Sitze und versuche, alles verkrampft hinunterzuschlucken. Das Mädchen lacht verspielt, fährt ihm durch die Haare und spielt mit ihrer Zunge.
Man könnte glatt meinen, sie wäre Orochimaru aus Naruto. Gleich zaubert sie ein ganzes Buffet aus ihrer Zunge.
Wohin driften meine Gedanken ab?
Ich spüre, wie ich hier immer mehr durchdrehe, wie mich die Umgebung manipuliert, mich verändert und zu einer von ihnen macht.
Ich glaube, wenn Milan sie hier und jetzt töten würde, wüsste ich nicht, ob mich das stören würde. Hier ist es so normal. Ich beobachte, wie er seine Hand unter ihr Kleid wandern lässt, während sie sich nach hinten beugt und es genießt. Genießt, wie zärtlich und verführerisch Milan sein kann.
Wenn er will.
Als ich zur Seite sehe, wird mir bewusst, wieso Milan mich herausgelassen hat. Eine Gestalt kommt zum Vorschein, die ich nur zu gut kenne. Das alles gehört wie immer zu seinem Plan.
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