S.20

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„Du weißt, dass ich Platzangst habe. Ich kann hier nicht bleiben..."

Meine Stimme bricht, wird leiser, verzweifelter.

„Bitte... ich flehe dich an."

Die Worte kommen aus tiefstem Inneren. Sie sind nicht gespielt, nicht kalkuliert - sie sind echt. Die letzten Stunden haben mich ausgelaugt, mich innerlich zerrissen. Die Luft hier unten fühlt sich schwer an, drückend, als würde sie mir langsam die Kehle zuschnüren.

Ich schließe die Augen und zwinge mich, ruhig zu atmen.

Es ist nicht ganz so schlimm wie in einem Fahrstuhl... aber nah dran. Dieses unangenehme Ziehen in der Brust, dieses Gefühl, keinen Platz zu haben, nicht wegzukönnen - es frisst sich langsam durch meinen Körper.

Wieso ist er so?

Wie kann ein Mensch so sein?

Irgendwann verliere ich das Zeitgefühl. Stunden vergehen, vielleicht auch mehr. Ich sitze erst an der Wand, dann liege ich irgendwann einfach auf dem Boden.

Als ich Schritte höre, schrecke ich hoch.

Ich muss eingeschlafen sein.

Meine Kleidung klebt unangenehm an mir, voller Flecken, zerknittert, als hätte ich mich selbst aufgegeben. Natürlich habe ich geklopft. Natürlich habe ich versucht, hier rauszukommen.

Immer wieder.

Doch jedes Mal wurde die Panik schlimmer. Jeder Versuch hat mich nur weiter in dieses Gefühl gedrängt, eingesperrt zu sein. Gefangen.

Die Schritte kommen näher.

Und dann - endlich - geht die Tür auf.

Ohne nachzudenken werfe ich mich nach vorne und falle Tom praktisch in die Arme.

„Scheiße, Lucy..." Seine Stimme ist überrascht, besorgt. „Ist alles in Ordnung? Du siehst furchtbar aus."

Ich will antworten, wirklich. Aber kein Ton kommt heraus. Meine Kehle ist wie zugeschnürt, meine Stimmbänder verweigern ihren Dienst. Stattdessen laufen mir nur Tränen über das Gesicht.

„Milan hat gesagt, ich soll dich rauslassen", murmelt Tom vorsichtig. „Ich glaube... es tut ihm leid. Auch wenn er das niemals zugeben würde."

Er hilft mir sanft auf die Beine und führt mich aus diesem Raum.

Raus.

Endlich.

Das heiße Wasser, das später über meinen Körper läuft, fühlt sich an wie Erlösung. Als würde ich wieder Mensch werden, Stück für Stück. Ich schließe die Augen, lehne mich gegen die Wand der Dusche und atme tief durch.

Ich lebe noch.

Als ich mich wieder anziehe, spüre ich, wie mein Kopf langsam klarer wird.

Von oben dringt laute Musik zu mir herunter.

Party.

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