Mafia/Romantik/Drama & nh bisschen Psycho
(Abgeschlossen)
14 Jahre habe ich dich groß gezogen.
Es wäre eine Verschwendung gewesen aus dir nicht den Mann zu machen, der einst dein Vater gewesen ist.
Sie sind beide tot, deine Mutter und dein Vater do...
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
11a
Bis jetzt läuft alles nach Plan. Es ist zwar arschkalt in dem Kleid, aber das werde ich wohl in Kauf nehmen müssen.
Pablo hält mir die Autotür auf. Kurz schaue ich in die Ferne. Zwar könnte ich jetzt einfach wegrennen, aber das wäre zu riskant; er rechnet mit Sicherheit damit. Widerwillig steige ich in den Wagen und schweige die ganze Fahrt über. Ich mag das Kleid nicht.
Meine Schuhe sind zu eng, mein Lippenstift ist, glaube ich, vom Lippekauen sowieso nicht mehr da, und mir ist kalt. „Kommst du?" Als wir ankommen, öffnet mir Pablo wie ein Gentleman die Autotür. Ich steige aus und betrachte das riesige Grundstück, das sich direkt vor meiner Nase befindet.
Wenn ich hier flüchte, wird mich keiner finden.
Perfekt. Als sei es eine Selbstverständlichkeit, legt Pablo einen Arm auf meine Schulter und führt mich durch die Villa.
Wow.
Sie ist zwar kleiner als das Anwesen der Mafia-Idioten, aber trotzdem hat sie etwas ziemlich Modernes. Und die Kunst an den Wänden fasziniert mich irgendwie. „Na ihr Affen, das ist meine Freundin Lucy." Er präsentiert mich stolz, als sei ich eine Art Trophäe. Sofort werde ich rot und senke meinen Kopf; jetzt starren die mich auch noch so blöd an.
Pablo sieht mich streng an. Ich verdrehe meine Augen, zwinge mir ein Lächeln ab und küsse Pablo auf die Wange. „Es ist so schön, deine Freunde endlich kennenzulernen."
Schön mitspielen, Lucy... gleich bist du frei. „Wow, Diggi, wie bekommt jemand mit deiner Fresse so eine?"
Also, sie übertreiben echt. Als ob ich eine 1+ mit Sternchen wäre.
Niemals.
„Pablo ist wirklich einzigartig... hoffe ich zumindest." Den konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Die Jungs lachen, manche, wie Pablo zum Beispiel, haben es zum Glück nicht negativ aufgenommen. „Als Aufnahme-Ritual musst du mit uns trinken." Ich schüttel meinen Kopf, doch mir wird ein Glas direkt vor den Mund gehalten.
Super, jetzt darf ich noch besoffen flüchten.
So habe ich wenigstens den Mut dazu.
Ich und Pablo setzen uns hin. Er legt die ganze Zeit die Hand auf meinen Schoß... ekelig. Als die Jungs gut einen im Becher haben, beschließe ich vorsichtig aufzustehen, um auf die Toilette zu gehen. „Wir sehen uns gleich, Süße. Ich gehe eben auf die Toilette, ja?" Pablo nickt und lächelt mir zu.
Idiot.
Erst langsam, dann immer schneller renne ich los und ziehe mir meine Schuhe aus. Drecksschuhe. Ein Glück ist das Grundstück auf einer Seite unbewacht, sodass ich unbemerkt flüchten kann.
Etliche Glücksgefühle überhäufen mich. Ich werde jetzt entweder irgendwie die Polizei suchen oder direkt dorthin rasen, damit ich zumindest in Sicherheit bin.
Nur hier ist weit und breit keiner zu sehen.
Hin und wieder fahren ein paar Autos vorbei. Ich senke vorsichtshalber meinen Kopf, um sicherzustellen, dass mich keiner erkennt. Wer weiß.
„War mir klar, dass Pablo zu blöd ist, um auf dich aufzupassen." Ich zucke heftig zusammen und will losrennen, doch es stehen zwei Gorillas vor mir.
Als ich mich langsam umdrehe, wird mir klar, dass nicht Milan oder Hugo vor mir stehen.
Es ist Drogo.
„Ja, ich soll kurz Zigaretten holen." Lüge ich und will an den Leuten vorbei, doch Drogo seufzt. „Hör mal, am liebsten würde ich dich einfach gehen lassen, aber es geht nicht. Dir ist nicht klar, was du tust. Sei vernünftig und steig bitte ein..."
Er sagt das in einem ganz sanften Ton und hält mir die Tür auf.
Es gibt sowieso kein Zurück mehr. Ich ärgere mich über meine Blödheit; vielleicht hätte ich meinen Fluchtversuch anders gestalten sollen. Ich steige hinten in die Limousine ein, Drogo tut dasselbe und schüttet uns etwas zu trinken ein.
Den kann ich jetzt auf jeden Fall gebrauchen. „Ich will nicht dorthin... lass mich bitte einfach gehen." Er mustert mich und nimmt einen Schluck von seiner goldbraunen Flüssigkeit. „Wie gesagt. Es geht nicht. Wir wären alle am Arsch."
Was sind seine echten Absichten?
Ich schweige und versuche, nicht loszuheulen. „Es ist in Ordnung zu weinen. So verarbeitest du den Schmerz. Sag mir, warum hat Milan so viel Geld für dich ausgegeben?"
Er reicht mir ein Taschentuch, womit ich mir eine Träne wegwische.
„Ich erzähle dir, was du wissen willst, unter einer Bedingung."
Er schweigt.
Gutes Zeichen. „Da ist wieder das alte Temperament von damals. Also gut, was möchtest du?"
„Ich sollte Pablos Freundin spielen. Als Belohnung dürfte ich dann meine Eltern anrufen. Er wird mir das niemals erlauben und..."
Er streckt mir ein Handy entgegen, das er bei einem Handzeichen von einem seiner Männer bekommen hat. „Ich vertraue hübschen Frauen nicht. Aber bei dir mache ich eine Ausnahme." 1000 Sachen schießen mir durch den Kopf.
Ich könnte die Polizei rufen. Aber... was wird mir das bringen? Ich seufze und wähle schließlich die Nummer meiner Eltern. Als ich deren Stimmen höre, breche ich sofort in Tränen aus.
„Mom... Dad..."
„Mein Kind... wie geht es dir? Wo bist du? Wir sind krank vor Sorge... es tut uns leid, was dir widerfahren ist... es tut uns so leid."
Ich erstarre. „Wie, was tut euch leid?" Stumm.
Keine weiteren Worte. „Pass auf dich auf. Wir lieben dich."
Aufgelegt.
Was soll das auf einmal? Warum tun meine eigenen Eltern so, als wäre ich nichts für sie? Wieso entschuldigen sie sich... für was bitte? Verwirrt gebe ich das Handy wieder Drogo, der mich besorgt ansieht. „Willkommen in unserer Welt." Er rückt näher zu mir und streichelt mir mitfühlend übers Bein.
Das Auto stoppt. „Kann ich nicht bei dir bleiben?" Drogo sieht mich fragend an, ein Lächeln huscht über seine Lippen. „Irgendwann werde ich dich holen, aber heute nicht. Versprochen. Dann wird es dir an nichts fehlen. Für heute belassen wir es bei meinem Gefallen. Irgendwann werde ich Informationen brauchen, die du mir dann liefern wirst, in Ordnung?" Ich nicke.
Drogo bleibt am Grundstücksende stehen und wartet, bis ich zögerlich die Türschelle von der Villa betätige.
Milan öffnet natürlich die Tür.
Er sieht erst zu mir, dann zu Drogo. Ich rechne damit, dass Milan mich anschreit, doch er bleibt gelassen und nickt Drogo zurück.
Scheint wie eine Art Friedensangebot und ich diene als Trophäe.
SUPI. Das mit meinen Eltern liegt mir noch immer schwer im Magen.
11a
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.