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11a
Bis jetzt läuft alles nach Plan.
Zumindest rede ich mir das ein.
Es ist zwar arschkalt in diesem verdammten Kleid, das viel zu wenig Stoff hat, um mich auch nur ansatzweise zu wärmen, aber das werde ich wohl in Kauf nehmen müssen, wenn ich hier irgendwie rauskommen will.
Pablo hält mir die Autotür auf, geschniegelt wie ein Gentleman aus einem billigen Film. Für einen kurzen Moment bleibe ich stehen und lasse meinen Blick in die Ferne schweifen.
Ich könnte jetzt einfach losrennen.
Einfach.
Weglaufen.
Aber nein... das wäre zu offensichtlich. Zu riskant. Er rechnet mit Sicherheit genau damit. Und wenn ich jetzt scheitere, bekomme ich wahrscheinlich keine zweite Chance mehr.
Also schlucke ich meinen Impuls runter, setze ein neutrales Gesicht auf und steige widerwillig in den Wagen ein.
Die ganze Fahrt über sage ich kein einziges Wort.
Ich starre aus dem Fenster, sehe die vorbeiziehende Landschaft, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Meine Gedanken kreisen nur um Fluchtwege, Möglichkeiten, Fehler.
Und nebenbei hasse ich alles an mir gerade.
Das Kleid.
Die viel zu engen Schuhe, die meine Füße jetzt schon ruinieren.
Mein Lippenstift, der vermutlich längst verschwunden ist, weil ich mir die Lippen vor Nervosität halb abgekaut habe.
Und diese Kälte, die sich langsam bis in meine Knochen frisst.
„Kommst du?"
Als wir anhalten, reißt mich Pablos Stimme zurück. Er öffnet mir wieder die Tür, als wäre er der perfekte Gentleman, und ich steige aus.
Vor mir erstreckt sich ein riesiges Grundstück.
Größer, als ich erwartet hätte.
Weitläufig. Abgelegen.
Gefährlich.
Wenn ich hier flüchte... wird mich niemand finden.
Perfekt.
Oder absolut tödlich.
Als wäre es das Normalste der Welt, legt Pablo seinen Arm um meine Schulter und führt mich mit sich durch die Villa. Ich spüre seine Nähe, seine Hand - und mir wird schlecht dabei.
Die Villa selbst ist... beeindruckend.
Kleiner als dieses krankhafte Anwesen, in dem ich gefangen gehalten werde, aber sie hat Stil. Modern, fast schon elegant. Kunstwerke hängen an den Wänden, abstrakt, teuer, irgendwie faszinierend.
Für einen kurzen Moment verliere ich mich darin.
„Na ihr Affen, das ist meine Freundin Lucy."
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
