S.32

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Die ganze Fahrt über schweigen wir.

Vielleicht ist das auch besser so.
Ich habe das Gefühl, dass wir uns beide auf einen gefährlichen Weg begeben haben. Und je mehr Abstand wir halten, desto größer ist die Chance, dass wir nicht komplett darin untergehen.

Milan ist vergeben.
Und für mich eigentlich tabu.

Außerdem trägt er Mitschuld an meiner Entführung.

Ich muss kurz eingenickt sein, denn als ich die Augen öffne, stehen wir bereits vor Xaviers Villa. In der Ferne sehe ich Katharina mit gepackten Taschen.

Ein bitteres Gefühl breitet sich in mir aus.

Ich werde einfach ausgetauscht.

Wie ein Gegenstand.

Ohne ein Wort steige ich aus und knalle die Autotür zu - extra laut. Aus dem Inneren höre ich Milan fluchen, dass sein Wagen kein Panzer sei.

Tom steht ebenfalls draußen. Er umarmt Katharina kurz, bevor sie zu Milan geht und ihm einen Kuss auf die Wange drückt.

„Ich wusste gar nicht, dass ihr euch so gut versteht."

Tom schüttelt den Kopf.
„Sie ist meine Schwägerin. Und sie hat viel durchgemacht. Da kann ich wenigstens respektvoll sein."

Das Gerücht von damals...

Ich zögere kurz.
„Glaubst du, er hat wirklich... sein eigenes Kind getötet?"

Tom wird schlagartig blass.
„Woher hast du das?"

„Drogo."

Er nickt langsam.
„Es gibt viele Gerüchte. Aber... dass er immer noch bei Katharina ist, spricht irgendwie dafür, dass ihn etwas daran festhält. Vielleicht Schuldgefühle."
Er schluckt.
„Sie hat danach versucht, sich das Leben zu nehmen."

Mir bleibt die Luft weg.

Noch bevor ich etwas sagen kann, senkt Tom die Stimme.
„Apropos Drogo... er ist hier."

Mein Magen zieht sich zusammen.

Gemeinsam betreten wir das Gebäude - und kaum sind wir drin, kommen Xavier und Drogo direkt auf uns zu.

Drogo öffnet die Arme, als wolle er mich begrüßen, doch ich gehe sofort einen Schritt zurück.

„Was soll das?" Ich deute zwischen den beiden hin und her und sehe hilfesuchend zu Tom.

„Dad, das kannst du nicht ernst meinen! Ich habe Milan versprochen, auf sie aufzupassen!"

„SEI STILL, ODER DU LANDEST IM KELLER!"

Xaviers Stimme hallt durch den Raum und lässt selbst mich zusammenzucken.

„Schöne Lucy..."
Drogo tritt näher und streicht mir über die Wange. „Du wirst eine Weile bei mir bleiben. Milan ist mit meiner Schwester unterwegs - da ist ein kleiner Tausch doch nur fair, oder?"

Wut kocht in mir hoch.

„Du wusstest davon?" Wirft Tom Xavier vor.

Er sieht mich entschuldigend an.

„Es tut mir leid... er hat mir viel Geld geboten."

Tom schüttelt den Kopf - und plötzlich hebt er eine Waffe. Direkt an Drogos Schläfe.

Für einen Moment steht alles still.

Xaviers Gesicht... unbezahlbar.

Panisch. Unsicher.

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt