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,,Lucy. Du bist dir nur nicht bewusst, was du wert bist."
Seine Worte treffen mich unerwartet tief, viel tiefer, als sie sollten. Für einen kurzen Moment weiß ich nicht, was ich darauf sagen soll, also weiche ich aus, flüchte mich in den nächsten Gedanken.
„Ich habe eine Idee, Tom. Du musst mit mir raus in die Stadt. Ich muss hier einfach mal raus, ich brauche Luft. Verdammt, ich halte das alles nicht mehr aus."
Tom fährt sich über den Hinterkopf, sichtlich überfordert mit meiner plötzlichen Entschlossenheit.
„Das geht-"
Ich lege ihm sofort den Finger auf die Lippen und sehe ihn eindringlich an.
„Das geht sehr wohl. Bitte."
Er mustert mich einen Moment, ringt innerlich mit sich selbst, bevor er schließlich nachgibt und leicht nickt.
„Gut... aber ich rede vorher mit Milan. Der ist unten. Ich hab ehrlich gesagt keine Lust, der Nächste zu sein, der draufgeht, nur weil ich irgendwas über seinen Kopf hinweg entscheide."
Ich verziehe leicht das Gesicht, sage aber nichts. So absurd es auch ist - von allen hier scheinen Tom und Milan sich tatsächlich noch am ehesten zu verstehen.
„Gib mir fünf Minuten", fügt er hinzu.
Ich verschwinde direkt im Bad, frische mein Make-up auf, bändige meine Haare halbwegs und entscheide mich ganz bewusst für ein kurzes Outfit. Wenn ich schon fragen muss, ob ich raus darf, dann lasse ich mir wenigstens nicht auch noch vorschreiben, wie ich dabei auszusehen habe.
Und vielleicht... will ich auch einfach sehen, wie er reagiert.
„Ich bin fertig. Lass uns los."
Tom mustert mich von oben bis unten und schüttelt dann leicht den Kopf.
„Heiß. Pass auf, dass du dich nicht selbst verbrennst."
Ich zucke nur mit den Schultern und gehe mit ihm nach unten. Im Foyer sitzen Pablo, Katharina und Milan. Kaum betrete ich den Raum, verändert sich etwas in mir - diese unterschwellige Unsicherheit, dieses Gefühl, als würde mich seine bloße Anwesenheit aus dem Gleichgewicht bringen.
Trotzdem hebe ich das Kinn.
„Ich gehe raus mit Tom."
Meine Stimme ist fest, fast herausfordernd, als ich Milan direkt ansehe. Sein Blick wandert langsam über mein Outfit, bleibt einen Moment zu lange hängen, bevor sich eine Augenbraue hebt.
„Nur zu, Süße", sagt er ruhig. „Ich lass dir die Leine."
Die Worte treffen mich anders, als ich erwartet habe. Fast... enttäuschend.
Ohne etwas zu erwidern, drehe ich mich um und gehe.
„Ich passe auf sie auf, Milan", höre ich Tom noch sagen, bevor wir das Haus verlassen.
-
Kaum sitzen wir im Auto, lasse ich alles hinter mir. Für ein paar Stunden zumindest.
Wir laufen durch die Stadt, gehen in Geschäfte, schauen uns alles Mögliche an. Ich probiere Dinge an, lache sogar zwischendurch - etwas, das sich hier drinnen längst fremd angefühlt hat.
Gekauft habe ich nichts.
Zu teuer.
Zu weit weg von meinem echten Leben.
„Und jetzt? Was genau war dein Plan?", fragt Tom schließlich, als wir mit Milchshakes in der Hand durch die Straßen laufen.
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Milan
RomansLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
