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„Xavier ist der Teufel", flüstert sie leise.
„Mach dir keine Sorgen, Carla. Ich habe Milan gut im Griff."
Ein leichtes Lächeln huscht über ihr Gesicht, während sie ihre Hand beruhigend auf meine legt.
„Danke. Genau das braucht er auch."
Lisa hält zwei Blumensträuße in den Händen, und gemeinsam nähern wir uns dem Sarg, vor dem sich bereits eine große Menschenmenge versammelt hat. Es sind zu viele Gesichter auf einmal, zu viele Emotionen, die auf mich einprasseln - einige weinen bitterlich, andere wirken wütend oder einfach nur leer, und ich stehe mittendrin, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Plötzlich schießt mir ein Gedanke durch den Kopf, so klar und erschreckend, dass mir schwindelig wird.
Das hätte auch meine Beerdigung sein können.
Langsam drehe ich den Kopf zu Milan. Wenn er damals abgedrückt hätte... würde ich jetzt dort liegen. In dieser Kiste. Leise, kalt, vergessen.
Mir wird übel bei der Vorstellung, und all die Eindrücke - seine Familie, die Blicke, diese bedrückende Stimmung - werden mir mit einem Schlag zu viel.
„Entschuldige mich kurz", murmele ich an Carla gewandt und trete ein paar Schritte zurück, nur um sofort zu bemerken, dass Milan mir folgt. Er führt mich ein Stück vom Friedhof weg, allerdings nicht, um mit mir zu sprechen, sondern um sich seelenruhig eine Zigarette anzuzünden.
Natürlich.
„Es tut mir leid", beginnt er schließlich und sieht dabei nicht einmal richtig zu mir. „Ich wusste nicht, dass Lisa und Carla auch kommen. Normalerweise halten sie sich von solchen Dingen fern... und ehrlich gesagt war ich ganz froh darüber."
Nachdem er die Zigarette ausgedrückt hat, zieht er mich überraschend in eine Umarmung, die ich für einen Moment zögernd erwidere.
„Du musst dich nicht entschuldigen", sage ich leise. „Eigentlich... beruhigt es mich sogar, diese Seite deiner Familie kennenzulernen."
Wir lösen uns voneinander, und er drückt mir einen flüchtigen Kuss auf die Stirn, so sanft, dass es mich kurz aus dem Gleichgewicht bringt. Danach greift er nach meiner Hand, und gemeinsam gehen wir zurück zur Gruppe, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie der Sarg langsam in die Erde hinabgelassen wird.
„Danke... eure Anwesenheit bedeutet mir viel", sagt Drogo mit gedämpfter Stimme und lächelt mich dabei auf eine Weise an, die ich nicht ganz einordnen kann. Es wirkt beinahe ehrlich, beinahe verletzlich - ein starker Kontrast zu dem Mann, den ich kennengelernt habe.
Er tritt näher an Milan heran und beugt sich leicht zu ihm. „Ich muss dir noch etwas sagen", murmelt er, während sein Blick kurz über die anwesenden Gäste wandert. „Das Kind damals war nicht von dir... und dieses hier..."
Er deutet unauffällig auf den Sarg. „...hat nie existiert."
Milan reagiert äußerlich gelassen, fast schon gespielt überrascht, doch ich sehe die minimale Anspannung in seinem Körper, dieses kaum wahrnehmbare Versteifen, das verrät, dass ihn diese Worte alles andere als kaltlassen.
„Wir sind trotzdem noch gut miteinander, oder?", fährt Drogo fort und zuckt mit den Schultern. „Ich meine, es war doch klar, dass es so endet. Katharina war besessen von dir... und Besessenheit bringt einen irgendwann um."
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
