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Chani hat mich so stark geschminkt, dass es sich anfühlt, als würde ich eine zweite Maske tragen.
Ich hoffe, sie bringt mich irgendwie durch diesen Abend.
Endlich kann ich ein wenig durchatmen.
„Habe ich nicht die schönsten Mitarbeiterinnen?"
Natürlich verschwindet Chani genau in dem Moment, als ein Kunde nach ihr ruft.
Super. Jetzt lässt sie mich mit einem betrunkenen Jaden allein.
Da ich mein Gesicht weiterhin verbergen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als mitzuspielen.
Also lehne ich mich einfach an ihn.
„Sie hat Ähnlichkeit mit dir, Schwesterchen."
Was für eine verdammte Beleidigung, Drogo. Idiot.
Ich sehe ganz sicher nicht aus wie sie. Katharina hat - genau wie Milan - unzählige Tattoos.
Ob sie sich die wohl gemeinsam haben stechen lassen?
„Ach scheiße, packt den Alkohol endlich weg", nörgelt Katharina.
Doch bevor ich überhaupt reagieren kann, zieht Jaden mich plötzlich zu sich und küsst mich.
Alles ist einfach nur noch beschissen.
Es fühlt sich hoffnungslos an. Zum Heulen.
„Ich muss kurz zur Bar, Chani hat mich gerufen."
Hat sie nicht. Aber ich muss hier weg.
„Gut, dass du kommst. Es wurde ein Whisky bestellt, kannst du den an den Tisch bringen?"
Ich verdrehe die Augen.
Noch zwei Stunden. Dann ist Feierabend.
Die Musik wechselt den Stil, die Leute tanzen immer noch, und Jaden führt sich auf, als gehöre ihm der Laden.
„Hier, bitte. Ihr Whisky."
Ich spreche den Mann an, der mir bislang nur den Rücken zugewandt hat.
Mein ganzer Körper beginnt zu zittern.
Ich bleibe wie angewurzelt stehen.
Die Musik dröhnt, die Menschen lachen, tanzen, leben -
doch für mich steht die Welt still.
Das hier ist ein verdammter Albtraum.
„Beim nächsten Mal ein bisschen schneller."
Milan nimmt mir das Glas aus der Hand - und lässt es fallen, als er mich erkennt.
„What the fuck ...?" murmelt er und starrt mich an.
Emotionslos.
Unsicher.
„Flora, da bist du ja wieder."
Jaden schlingt sich von hinten um mich und küsst meinen Hals.
Ich schiebe ihn vorsichtig zur Seite und beobachte Milans Reaktion.
„Alles klar, Milan? Flora kann manchmal ziemlich vorlaut sein."
Meine Stimme zittert. Ich bringe kaum ein Wort heraus.
„Flora? Bin ich so besoffen - oder ist das Lucy?"
Ich versuche, mich aus Jadens Griff zu lösen, doch er hält mich fest.
„Verdammt, Jaden, lass mich los!"
„Hey, du hast sie gehört!"
Milan springt plötzlich auf.
„Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich gehe mit meinen Mitarbeitern um, wie ich will."
Milan zögert nicht lange und schlägt zu.
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Milan
RomantikLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
