S.19

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Der nächste Morgen

„Hey, Stinker. Aufwachen."

Mein Kopf dröhnt so heftig, als würde jemand mit einem Hammer dagegen schlagen. Vorsichtig öffne ich die Augen, doch das grelle Licht im Zimmer brennt sich direkt in meine Netzhaut. Reflexartig ziehe ich mir die Decke über den Kopf und verkrieche mich darunter.

„Sind deine Ohren immer noch so taub wie deine Lippen?" flüstert Milan dicht an meinem Ohr.

Sofort schießt mir die Hitze ins Gesicht.

Gut, dass ich unter der Decke bin.

„Das war aus Versehen", murmele ich.

Mit einem Ruck reißt er mir die Decke weg. Genervt ziehe ich meine Beine an den Bauch und drehe mich von ihm weg. Ich will einfach nur schlafen. Einfach nichts fühlen.

„Mir doch egal", meint er trocken. „Ich fand's verdammt heiß."

Bevor ich überhaupt darauf reagieren kann, fliegt die Tür auf.

Natürlich.

„Darüber reden wir später, Milan. Wir müssen jetzt mit ihr sprechen!" Kackarina marschiert herein, als gehöre ihr der Laden, und lässt sich demonstrativ auf den Sessel mir gegenüber fallen.

Ich verdrehe innerlich die Augen.

„Da gibt's nichts zu besprechen. Wir sind nicht zusammen. Kaum bist du hier, gehst du mir schon wieder auf die Nerven", knurrt Milan.

Kackarina wirft ihre langen schwarzen Haare zurück und fixiert mich giftig. „Denk ja nicht, dass er es ernst mit dir meint."

Autsch.

Ich wusste es zwar... aber es so direkt zu hören, trifft trotzdem.

„Das weiß sie", sagt Milan kühl. „Also komm zum Punkt."

Sie lächelt leicht, als hätte sie gewonnen, und spielt mit einer Haarsträhne. „Sicher?"

Milan mustert mich dabei von oben bis unten. Ich trage immer noch das Outfit von gestern. Sein Blick bleibt einen Moment zu lange hängen.

Mir wird unangenehm warm.

„Da läuft nichts", sage ich schließlich und verschränke die Arme. „Ich bin kein Spielzeug."

Bevor Milan darauf reagieren kann, steht Kackarina auf, greift sich einfach eine Zigarette aus seiner Packung und zündet sie an.

„Erzähl mir, was mein Bruder dir gesagt hat."

Sofort ist Milans Aufmerksamkeit komplett bei mir. Sein Handy fliegt achtlos aufs Bett, während er sich neben sie setzt.

Ich bin doch gerade erst wach...

„Dass er mit einem Subunternehmen von Milan arbeitet", murmele ich.

Je schneller ich das hinter mich bringe, desto schneller habe ich meine Ruhe.

„Ich habe kein Subunternehmen", zischt Milan sofort und wird schlagartig wütend.

„Dann hast du deine Männer wohl nicht im Griff", kontert Kackarina. „Wir brauchen mehr Infos."

„Tja", erwidert er trocken. „Ich hab meine Männer nicht im Griff und du deine Beine nicht."

Ich muss mir ernsthaft ein Lachen verkneifen, auch wenn die Stimmung alles andere als lustig ist.

„Du verdammtes Arschloch", faucht sie. „Soll ich dich an früher erinnern?"

Milan fährt sich genervt durchs Gesicht und sinkt ein Stück im Sessel zusammen. Typisch.

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt