S.21

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Drogo sieht mich direkt an, während Milan sich noch immer mit dem Mädchen beschäftigt, und gibt mir ein knappes Kopfnicken.

Ich soll zu ihm.

In mir brodelt es. So viel Wut, so viel Gift – ich könnte explodieren. Doch ich lasse mir nichts anmerken. Kein wütender Blick, keine Reaktion. Nichts.

Ich stehe einfach auf und gehe.

Genau so, wie Milan es will.

Drogos Männer haben sich strategisch um ihn verteilt, und selbst Pablos Freunde scheinen inzwischen verstanden zu haben, dass ich ganz sicher nicht seine Freundin bin. Wahrscheinlich halten sie mich jetzt für irgendwas anderes.

„Du humpelst ja gar nicht."

Was für eine beschissene Begrüßung.

Drogo mustert mich, während er sich ein Getränk bestellt. „War nur ein sauberer Schuss. Sowas ist wie Fahrradfahren – alltäglich." Er hebt sein Glas leicht an. „Willst du auch?"

Ich schüttle den Kopf.

Die letzten Male haben mir gereicht.

Ich weiß inzwischen nur zu gut, wohin Alkohol mich bringt... und wie es endet.

Hitze schießt mir ins Gesicht.

„Süß", murmelt er. „Du starrst mich an."

Ich blinzle kurz, zwinge mich zur Ruhe und nicke nur knapp.

„Ich muss hier weg, Drogo", sage ich leise, aber bestimmt. „Ich halte das nicht mehr aus. Ich werde noch verrückt hier."

Es ist nicht einmal gelogen.

Je mehr Wahrheit in meinen Worten liegt, desto glaubwürdiger bin ich.

„Ich kann nicht mehr klar denken..." füge ich hinzu.

Sein Blick wird weicher. Fast mitfühlend streicht er mir über die Wange.

„Ich würde dich sofort mitnehmen", sagt er leise. „Aber Milan wird dich niemals gehen lassen. Du gehörst ihm. Er hat dich gekauft."

Ein bitteres Lachen entweicht mir.

Gekauft.

Als wäre ich ein Gegenstand.

„Hey..." Drogo beugt sich näher zu mir. „Ich verspreche dir, ich hole dich da raus. Ich arbeite daran, Milan zu zerstören. Alles, was sein Vater aufgebaut hat... alles, was sein Onkel ihm beigebracht hat."

Sein Daumen streicht langsam über meine Unterlippe.

„Es ist nicht leicht", fährt er fort. „Er ist stärker, als er sein sollte. Aber ich werde es schaffen."

Die Musik wird ruhiger, die Menge etwas dünner. Ich atme tiefer durch und zwinge mich, nicht die Kontrolle zu verlieren.

„Warum hasst du ihn so sehr?" frage ich schließlich.

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt