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Die letzten Tage verlaufen überraschend ruhig, fast schon unheimlich ruhig, wenn ich ehrlich bin. Es passiert nichts, absolut gar nichts, und genau das fühlt sich nach allem, was zuvor geschehen ist, irgendwie falsch an.
Trotzdem merke ich, wie ich mich langsam mit allem abfinde. Nicht, weil ich es will, sondern weil mir wohl nichts anderes übrig bleibt.
Sogar mit Ian war ich shoppen, und so sehr ich es hasse, mir das einzugestehen - es hat meine Laune tatsächlich ein kleines Stück gehoben. Für ein paar Stunden konnte ich so tun, als wäre mein Leben halbwegs normal, als wäre ich einfach nur ein Mädchen, das sich über schöne Kleider freut, anstatt jemand, dessen gesamte Existenz auf einer Lüge aufgebaut ist.
Ian und ich... kommen besser miteinander klar.
Nicht gut. Niemals gut.
Aber besser.
Er lässt mir erstaunlich viel Freiraum, was ich so nicht erwartet hätte. Klar, ab und zu versucht er noch, mich zu kontrollieren - vor allem, wenn es um meine Kleidung geht -, doch er hat inzwischen verstanden, dass ich mich nicht so einfach in irgendeine Form pressen lasse.
Was Frauen angeht, bestätigt er allerdings genau das Bild, das ich mir schon von Anfang an gemacht habe. Sobald Bojana nicht da ist, gehen hier regelmäßig andere Frauen ein und aus, als wäre das das Normalste der Welt.
Ich habe mehr als einmal welche vor die Tür gesetzt.
Und ich würde es wieder tun.
Als ich ihn darauf angesprochen habe, kam natürlich genau die Antwort, die ich erwartet habe - billig, widerlich und voller Selbstverständlichkeit:
„Das ist bei uns nun mal so. Es gibt eine feste Frau, die ihre Aufgaben erfüllt, während der Mann arbeitet und sich ab und zu eine andere nehmen darf."
Allein diese Worte haben gereicht, um alles in mir abzuschalten.
Ich wollte nichts mehr hören.
Es war einfach nur... abstoßend.
„Und was wäre, wenn man mich betrügen würde?" habe ich ihn gefragt, direkt, ohne zu zögern.
Seine Antwort kam sofort.
„Das will die Person gar nicht wissen."
Ich hätte lachen können, wenn es nicht so traurig gewesen wäre.
Diese Ironie ist kaum zu übertreffen.
Zumindest fällt es mir inzwischen leichter, mir die Zeit zu vertreiben. Ich schreibe viel mit Tom, wir schicken uns ständig irgendwelche dummen Sticker hin und her, und für einen kurzen Moment fühlt sich alles wieder leicht an.
Und heute sehe ich ihn endlich wieder.
Nicht nur über das Handy.
In echt.
Denn heute findet dieser... Markt statt.
Ein Schwarzmarkt, mitten in dieser kranken Welt, in der reiche Kriminelle sich treffen, um Kunstwerke zu kaufen, die so verdorben sind, dass sie im Verborgenen bleiben müssen.
Wer stellt sich bitte freiwillig eine verfluchte Puppe ins Wohnzimmer?
Ich soll mich elegant kleiden, also helfen mir die Angestellten dabei, meine Haare zu machen und mein Make-up aufzutragen. Das Kleid, das ich mir aussuche, gefällt Ian natürlich überhaupt nicht.
Der Ausschnitt ist ihm zu tief.
Das Kleid endet knapp unter meinem Hintern, schmiegt sich perfekt an meinen Körper und glitzert dezent im Licht. Es ist schwarz, elegant und genau mein Stil.
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Milan
RomanceLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
