S.35

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„Er wollte mich vergewaltigen. Ich konnte nicht anders, ich..."

„Sshh." Milan zieht mich in seine Arme und streichelt mir beruhigend über den Kopf.

„Es ist nicht deine Schuld. Du hast richtig gehandelt. Er hätte dich zerstört, und das hat niemand verdient."

Sein Körper spannt sich an, während er leise vor sich hin flucht. Die Wut brodelt spürbar unter seiner Oberfläche.

„Dieser elende Hund... er ist zu weit gegangen. Jetzt reicht's."

„Ich fass das alles nicht..."

„Boss, wir-"

„Sei still." Milans Stimme ist scharf wie ein Messer. „Wir fahren jetzt zu Xavier. Nichts anderes. Ich kümmere mich um Lucy. Basta."

Einer seiner Berater versucht, ihn zu beschwichtigen, doch Milan ist längst von seiner Wut verschlungen.

Ich nehme die Diskussion nur noch wie durch Watte wahr. Mein Herzschlag beruhigt sich langsam, das Adrenalin lässt nach.

Und plötzlich ist da nur noch ein Gedanke.

Ich bin ein Monster.

„Ich will weg, Milan... ich kann das nicht mehr. Bitte." Ich klammere mich an ihn, fast flehend. Er streicht mir über die Wange und sieht mich mit schmerzlicher Ernsthaftigkeit an.

„So etwas wird nie wieder passieren, das verspreche ich dir. Ich beende diesen ganzen Scheiß."

Kaum sind wir angekommen, steigt er aus, ohne auf eine Antwort zu warten.

Ein paar Frauen kommen auf mich zu, wollen sich um mich kümmern, doch ich schüttle sie ab und gehe Milan hinterher.

Was hat er vor?

„DU DRECKIGER BASTARD!"

„Milan, mein Lieber. Schön, dass du wieder da bist." Xavier tritt auf ihn zu und will ihn umarmen.

„Wenn sich jemand einmischt, bringe ich ihn um", knurrt Milan, ohne den Blick von ihm zu lösen.

Dann schlägt er zu.

Der Schlag trifft Xavier mit voller Wucht. Noch bevor dieser reagieren kann, folgen weitere. Milan prügelt auf ihn ein, so heftig, dass sogar seine Goldzähne aus seinem Mund fliegen. Schließlich tritt er ihn, als wäre er nichts weiter als Dreck.

„SCHAU SIE DIR AN! Du hast mich beleidigt - und das werde ich dir nie verzeihen!"

Xavier spuckt Blut und krümmt sich am Boden.

„Ich nehme das persönlich", fährt Milan fort, seine Stimme kalt. „Du bist ein kleiner Mann, der sich hinter einem Namen versteckt. Aber ich habe keine Angst vor dir. Ohne mich wärst du nichts."

Xavier sammelt sich mühsam und versucht aufzustehen.

„Nein, Milan. Ohne mich wärst du nicht der, der du heute bist. Du wärst immer noch dieser kleine, weinerliche Junge von damals... geformt von deinem Vater."

Milan hebt seine Waffe und richtet sie auf ihn.

Inzwischen sind Pablo und die anderen eingetroffen.

Tom tritt vor, spricht ruhig auf Milan ein - und diesmal zeigt es Wirkung.

„Du wirst es bereuen", sagt er leise. „Sieh dir Lucy an. Sie braucht dich jetzt."

Ich sitze zusammengesunken am Boden und habe alles mit angesehen.

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt