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„Eventuell. Kommt drauf an. Darf ich Milans Männer beleidigen?"
Hugo kommt auf mich zu und beugt sich leicht zu mir herunter.
„Guck nicht so, ich mache das, was mein Vater mir beigebracht hat!"
Was zur Hölle tut er da?
„Ich bin verstört."
„Liebe Lucy... würdest du mich auf eine Veranstaltung begleiten, bei der ich vertretungsweise für meinen Vater anwesend sein muss?"
Okay, jetzt bin ich noch verstörter. Hugo kneift hoffnungsvoll die Augen zusammen und streckt sogar die Hand nach mir aus - zum Glück ziehe ich meine rechtzeitig zurück.
„Das geht nicht. Draußen rennt ein Irrer herum, der weiß Gott was mit mir vorhat."
Hugo zuckt mit den Schultern, wirkt durch meine Ablehnung kurz verlegen, fängt sich aber schnell wieder.
„Er hat dort Hausverbot. Außerdem bewachen ihn Milans Männer. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dir hier nachts auflauert, ist deutlich höher, als ihm auf dieser Veranstaltung zu begegnen - vor allem, wenn dort mehr als die Hälfte ihn tot sehen will."
Er reibt sich genervt über die Nase und streicht sich die Haare nach hinten.
Man sieht ihm an, wie stolz er ist. Das erste Mal vertritt er Xavier - und er nimmt das viel zu ernst.
Wahrscheinlich ist Pablo wieder irgendwo zugedröhnt, und Tom... ist eben Tom.
Aber was habe ich schon zu verlieren?
Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.
„Okay. Ich komme mit. Gib mir fünf Minuten, ich muss mich frisch machen."
Ohne seine Antwort abzuwarten, drehe ich mich um und verschwinde im Bad.
Milan will mich ohnehin loswerden. Da ist es egal, was mit mir passiert.
Keine zehn Minuten später sitze ich bereits mit Hugo im Auto auf dem Weg zu dieser ominösen Veranstaltung.
„Dein Ernst, Hugo? Du hast mich hierhin geschleppt?!" schreie ich ihn an, sobald mir klar wird, wo wir sind.
Ein riesiger Saal erstreckt sich vor uns, die Wände verziert mit goldenen Holzmustern. Überall stehen Menschen - geschniegelt, geschniegelt und falsch - mit Schildern in den Händen.
„Bitte aufsetzen."
Ein Mann reicht mir eine Maske. Hugo setzt sich ebenfalls eine auf.
„Sagen wir mal so: Nach den letzten Vorfällen sind die Leute vorsichtiger geworden. Die Masken schützen unsere Identität ein wenig."
Seine Maske sieht aus wie ein verdammtes Kaninchen.
Ich kann diesen Kerl einfach nicht ernst nehmen.
Schnöselige Musik dröhnt durch den Raum, während Bedienstete mit Tabletts umherlaufen. Sekt, Champagner... und daneben fein säuberlich gezogene Lines.
Mir wird schlecht.
„Der ältere Herr geht an diesen jungen Mann dort drüben! Verkauft!" höre ich von irgendwoher.
Applaus.
Mir steigt Galle hoch.
„Halten Sie Ihre Schilder bereit! In einer Stunde präsentieren wir unsere Hauptattraktion!"
Die Musik setzt wieder ein.
Oh nein. Ohne mich.
„HUGO, tanz mit mir."
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Milan
RomansaLucy wird entführt - ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, aus einem Leben, das ohnehin nie wirklich ihr eigenes war. Plötzlich befindet sie sich an einem Ort, an dem Regeln nicht mehr gelten und Menschen weniger wert sind als Geheimnisse. Gefangen in ei...
