S.52

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Tom zuliebe zwinge ich mich, ein paar Bissen herunterzuschlucken.

Es ist anstrengend.
Jeder einzelne Schluck fühlt sich an, als müsste ich ihn gegen meinen eigenen Körper durchsetzen.

Auch das Sprechen fällt mir schwer.
Meine Stimme bricht immer wieder, weil ich jederzeit Gefahr laufe, in Tränen auszubrechen.

„Er hat es dir gesagt?" frage ich leise.

Tom nickt.
„Ja... hat er."

Er reicht mir einen Umschlag.

„Er wird sich nicht mehr verabschieden. Aber ich soll dir schon mal deine neuen Unterlagen geben."

Ich starre das Ding nur an.
Öffne es nicht einmal.

Stattdessen werfe ich es achtlos zur Seite.

„Wo ist er?"

Tom seufzt schwer.
„Unten... bei Xavier."

Als ich diesmal aufstehe, fühlt es sich anders an.

Stabiler.
Fester.

Fast so, als hätte ich plötzlich wieder Kontrolle über mich selbst.

Ich hebe die Dokumente vom Boden auf und gehe die Treppe hinunter.

„Lucy, guten Morgen, Schönheit", begrüßt mich Xavier mit diesem widerlichen Lächeln.

Ich ignoriere ihn komplett.

Milan steht dort.

Und wirkt... überrascht.

Gut.

Ich gehe direkt auf ihn zu und werfe ihm die Unterlagen vor die Füße.

„Du willst mich einfach aus deinem Leben streichen? Schön. Aber du hast nicht das Recht, über meine Identität zu entscheiden. Über MEIN Leben."

Meine Stimme ist fest.
Klar.

„Du bist ein Feigling. Und solange hier noch nicht alles geklärt ist, wirst du mich nicht los - ob es dir passt oder nicht."

Ohne seine Reaktion abzuwarten, drehe ich mich um und gehe.

Im Bad starre ich mich kurz im Spiegel an.

Ich sehe müde aus.
Aber nicht gebrochen.

Ich habe genug davon, mich zu verstecken.
Genug davon, zu weinen.

Das bin nicht ich.

Ich ziehe mir einen kurzen Zweiteiler an und gehe wieder nach unten.

Im Foyer stehen mehrere bekannte Gesichter.

„Levis."

MilanGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt