Chapter 74

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31.05.2016 ; 18:27 Uhr

Alexanders Perspektive

Von klein auf wird Jungen und später Männern bei gebracht, wie sie ihre Gefühle zu zeigen haben und wie sie damit umgehen dürfen. Mir wurde als kleines Kind nie verboten zu weinen, nie verboten zu schreien und auch nie verboten Wut zu empfinden, doch so älter ich wurde desto weniger war das Ausleben meiner Stimmung akzeptabel. Männer haben nicht zu weinen, Erwachsene haben nicht vor Wut zuschreien und erst recht nicht die Fassung in der Öffentlichkeit zu verlieren.

Kein Lebewesen auf dieser Welt kann sein Gehirn steuern und es verbieten Gefühle wahrzunehmen, keiner kann mir sagen, dass es falsch ist Schmerz zuzulassen. Schmerz ist ein komplexer Bereich von Menschlichen Körper, aber auch von der Menschlichen Seele. Würden wir kein richtig und falsch spüren könnten, hätten wir keine Angst, wären wir gefühllose Monster die jetzt einfach auf die Straße gehen und warten bis ein Auto sie überfährt, weil sie die Angst zu sterben nicht kennen. Wenn wir nichts spüren könnten, würden Eltern sich nicht so liebevoll um ihre Kinder kümmern, da sie die Liebe nicht verbindet. Wenn ich Gefühlslos wäre, würde ich nicht immer wieder dumme Entscheidungen treffen und anderen Menschen weh tun, doch ich handle nun mal nach Angst, Sorge, Dummheit und nur sehr selten nach Verstand.

Jolieks Perspektive

"Alec?" vorsichtig guckte ich auf den zerbrechlichen Menschen vor mir runter und kniete mich auf den Boden um die ganze Wut über halb von mir zu lassen. "Ich kann nicht mehr" Alec hob sein Kopf und blickte mich mit roten Augen und einen Blick voller Leid an "ich kann das alles nicht mehr tragen, ich wünsche mir so oft das Shane nicht da wäre, ich fühle mich so verdammt falsch". "Du bist nicht falsch, jeder ist manchmal überfordert" Alexander guckte mir schlagartig wieder fest in die Algen, doch sie waren jetzt grün am leuchten und sofort nahm sein ganzer Körper die Farbe seiner Augen an "Shane sieht genauso aus wie die Frau, die ich mal vergöttert habe und dazu kommt noch das er genau so etwas ist wie ich, ein Frack. Das hier was du siehst, Joliek, dass ist Abschaum, ich bin Abschaum. Ich habe so viel Geld und so viel Macht, doch es macht mich alles so furchtbar unglücklich. Die Lügen die immer mehr ans Licht kommen zerreißen mich und wenn ich versuche sie für mich selber zu lösen wirst du sauer auf mich, sag mir was sich tun soll damit das aufhört" die Farbe von seinem Körper verblasste wieder und sein Mund verzog sich Schmerzhaft und seine Augen blickten traurig zum Boden "bitte sag mir wie es aufhört, ich kann nicht mehr".

"JOLIEK" meine hysterische Mutter stürmte in mein Zimmer und guckte geschockt auf den aufgelösten Alec, der sich schnell zu ihr rum riss und sie böse an funkelte "Shane, er ist ohnmächtig geworden, wir haben nur zusammen ein Brot gegessen und dann hat er angefangen zu hecheln und wurde Ohnmächtig". Blitzartig sprang Alexander auf und rannte so schnell aus dem Zimmer, dass ich gar nicht realisieren konnte was gerade passierte.

Alexanders Perspektive

Mein Herz pumpte das Blut in höchst Geschwindigkeit durch meine Adern und meine Beine brachen kurz vor Shane zusammen, als sie den Blau angelaufenen Kopf von meinen Sohn vor sich liegen hatten. Ich wünschte ich könnte sagen, ich wäre jetzt stark für meinen Sohn, doch das war ich nicht. Meine Hände zitterten und der Anblick von Shane, der reglos neben einem Stuhl lag und kein Lebenszeichen von sich gab, zerbrach jede verdammte Zelle meines Körpers. " Alles wird gut, ich bin da" überhitzt suchte ich an seinem Hals seinen Pulsschlag und wurde bei dem ersten Pochen in meinem Finger fast bewusstlos vor Erleichterung "was ist passiert?" ich drehte mich zu den lauten schritten und guckte voller Aggressionen auf die zierliche Frau die auf ein Brot zeigte, wo zu 100% Tomaten drauf lagen. "Er hat einen Anaphylaktischen Schock" sprunghaft sprang ich auf und rannte ins Wohnzimmer um Shanes Beine mit einem Kissen hoch zu legen und guckte auf die Tür die schon aufsprang und die ersten Sanitäter in den Raum stürzten und auf uns zu rannten

Gott sie Dank, hat sie den Krankenwagen gerufen.

"Was ist passiert?" ein Sanitäter guckte mich voller Beherrschung an und legte Shane schon sofort eine Atemmaske auf und der andere hob ihn vorsichtig hoch und legte ihn auf eine Liege, die viel zu groß für ihn war "er wird eine Allergische Reaktion auf Tomaten haben, so wie es aussieht einen Allergischen Schock" "haben sie keine Medikamente hier?" Hektisch holten die Ärzte eine Spritze raus und stachen sie meinen Sohn schnell in den Oberschenkel und gaben mir ein Zeichen ihn hinterher zu laufen "sind sie der Vater?" abwesend nickte ich und vergaß mein ganzes Umfeld, außer meinen Bewusstlosen Sohn, der in Lebensgefahr steckte.

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