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Am Morgen hatte ich mich von der schlafenden Füchsin davongestohlen. Und zu meinem Pech war es ihr Bruder, in den ich am frühen Morgen rannte. „Wo ist meine Schwester?" „Dir auch einen guten Morgen, Fuchs. Sie schläft noch. In meinem Bett.", erklärte ich und betonte es provokant, damit ich ihn vielleicht in Wut versetzen konnte und er nicht weiter nachfragen würde. „In... in deinem Bett... immer... immer noch?" „Wir haben die Nacht zusammen verbracht, wenn du das wissen willst.", erklärte ich und setzte noch ein dreckiges Grinsen auf. Er sollte aufhören zu fragen und wie ein anständiger Bruder auf mich los gehen! Würde irgendeiner vor mir stehen und mir so provokant verkünden, dass er die Nacht mit Ora verbracht hätte würde ich ihn zerreißen und seine Fetzen in die Bäume hängen! Aber er zog nur den Kopf ein. „S... Sie muss.... Sie wollte heute wieder früh spionieren... und... und... und...", stotterte er weiter. „Und?" „Und wollte mir helfen meine Hose zu flicken...", er deutete auf seine Hose die am Knie ein Loch zierte. Ich seufzte. Wie ein kleines Kind... „Gut. Ich schicke sie zu dir, sobald sie aufgewacht ist.", erklärte ich. Der Fuchs nickte und stolperte davon. „Fuchs! Wie war es eigentlich bei den Menschen?", rief ich ihm nach. „Gut... interessant...", erklärte er knapp und ging weiter. Ich seufzte. Was war das bitte für ein Bruder der sich so leicht abwimmeln ließ?

Als ich mit etwas Eintopf in mein Schlafzimmer trat war die Füchsin bereits wieder wach. „Iss...", ich reichte ihr die Schüssel und sie nahm sie dankend an. Sie stelle sich die Schüssel auf den Schoß und aß mit der Linken während ich vorsichtig den Verband an ihrer Rechten abwickelte. „Hey! Verheilt!", lächelte ich und zog vorsichtig die Fäden aus der Wunde. Sie zuckte nur kurz bis alles draußen war und eine beinahe unsichtbare Narbe zurück blieb. „Was war das für ein Gift?", wollte sie wissen. „Weiß ich nicht. Eigentlich war es absehbar. Sie paktieren mit einer Schlange! Dass sie Gift nutzen ist logisch...", erklärte ich und sie nickte. „Glaubst du, es war das Gift der Schlange?" „Nein. Ich vermute, dass das Gift in Relation zur Stärke steht. Und die Schlange ist sehr stark. Stark genug um meine Familie zu töten. Ich denke sein Gift hätte dich umgebracht. Und ich wäre tot oder zumindest ebenso mit Vergiftungen ans Bett gebunden, da ich dir das Gift rausgesaugt habe." „Oh... danke... aber denkst du sein Gift wäre so stark?" „Ja. Ich denke dich hätte es getötet und mich ebenso betroffen einfach da ich das Gift im Mund hatte.", erklärte ich. Sie nickte. „Und was war das dann für ein Gift?", wollte sie wissen. „Ich weiß es nicht! Ich kenne keine Gifte! Höchstens bei Brennnesseln. Aber da hier kein Blasenwurf ist gehe ich nicht davon aus, dass es das war... außerdem ist das nicht stark genug." „Brennnesseln? Das sind die einzigen giftigen Pflanzen die du kennst?" „Ja. Bin nicht so rum gekommen wie du. Ein paar Pilze vielleicht noch und ein paar Wildpflanzen aber nichts ist stark genug um dich so fertig zu machen.", erklärte ich. Sie nickte. „Mir ist schlecht... ich geh mal rüber in mein Haus... macht es dir was aus, wenn ich heute mal nicht..." „Nein! Ich bitte drum, bleib heute zuhause! Ruh dich aus und... und wasch dich gut... Ich rieche es nicht und du hast dich selbst auch nicht gerochen. Aber es stimmt wohl. Nach dem, was wir gestern getan haben und dass du in meinem Bett liegst... mein Geruch klebt an dir.", erklärte ich und half ihr hoch. „Ich danke dir, Wolf. Dann ruhe ich mich heute aus und Luan soll mir von den Menschen berichten.", erklärte sie und taumelte hinaus. „Wirst du es deinem Bruder erzählen? Was passiert ist?", rief ich ihr nach. Sie stockte. „Ich denke vorerst sage ich es ihm nicht. Es würde ihn nur wütend machen und ich bin nicht in der Verfassung ihn zurück zu halten.", erklärte sie und wollte weiter. „Du taumelst wie betrunken... wie willst du es ihm erklären?", wollte ich wissen und sie sah mich grinsend an. „Ich sage ihm, dass du mich zu hart ran genommen hast, Wolf. Aber im guten Sinne.", sie zwinkerte mir zu und ging. Ich seufzte und ließ mich in mein Bett fallen. Die Katzen hatten Silberwaffen mit Gift... großartig... Was käme als nächstes? Die Schlange die spontan in meinem Schlafzimmer steht und Oras Hand einfordern würde? Eigentlich müsste ich rüber und vielleicht einen Handel fordern... Einen Pakt oder zumindest einen Friedensvertrag aber... Ich bezweifelte, dass ich lebendig herauskommen würde...

Das süße Gift: Der einsame WolfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt