„Sag mal, Danchou, finden wir diese Pyramide überhaupt noch?", fragte Uvogin ungeduldig, als sie gerade einen erfolgreichen Raubzug eines kleinen Anwesens durchgeführt hatten. „Frag Shalnark, er hat gesagt er könnte die Karte lesen", antwortete Chrollo und ärgerte Shalnark aus Spaß, er hätte keinen Orientierungssinn.
„Die Karte, die wir geklaut haben, ist kompletter Müll", lachte Shalnark. „Und die Hunter-Website gibt ja auch keine Informationen preis, wie man dahinkommt".
Die Phantomtruppe war schon seit bald einem Jahr auf der Suche nach der Pyramide. Auf dieser Suche hatten sie nebenbei weiter viel geraubt und sich dabei erhofft, 4 neue, qualifizierte Mitglieder zu finden, um als Spinne vollständige 12 Beine zu haben. Vergeblich, sie fanden niemanden, der stark genug war.
Wenigstens zur Pyramide wollten sie gelangen. Eine Pyramide mit Schätzen, so weit das Auge reichte. Über sie wurde gesagt, nicht einmal die Hunter-Prüfung wäre so tödlich, wie das Innere dieser riesigen Pyramide.
Auf etwas mehr Spannung als ihre ganzen einseitigen Kämpfe hatten die Spinnen eben schon gehofft. Sie sehnten sich nach einem aufregenderen Blutvergießen zur Abwechslung.
Aber wo die Pyramide zu finden war, konnten sie sich nur aus ungenauen Karten oder lückenhaften Wegbeschreibungen irgendwelcher Leute erschließen.
Selbst Shalnark, der in diesem Fachbereich eigentlich am Geeignetsten war, wusste mit diesen Informationen nichts anzufangen.
„Maan Shalli, ich dachte du kannst das!", rief Phinks grinsend und klopfte Shalnark heftig auf den Rücken. „Ich bin enttäuscht, Shal", fügte Feitan hinzu.
„Ihr seid gemein, das ist ja wohl nicht meine Schuld!", lachte auch Shalnark.
„Also.. zumindest muss sie ja irgendwo im Osten sein, da irgendwo im Osten die ägyptische Wüste liegt", sagte Chrollo. „Und deshalb dachte ich mir, wir knöpfen uns das östlichste Dorf vor. Die müssen doch bestimmt irgendwas wissen, außerdem kann die Wüste ja nicht so verborgen sein, irgendwann muss man sie ja sehen können".
„Das ist schlau, Danchou! Aber warum kommst du jetzt erst auf dieses Dorf?", fragte Nobunaga.
„Hab eben erst bei unserem Raub davon gehört. Und ich glaube nicht, dass sie sehr unwissend sind, denn ich hab auch ein paar interessante Sachen über sie erfahren."
Die Vorfreude lag in Chrollos Stimme.
„Ich hol die Karte, das Dorf werd ich jawohl finden!", strahlte Shalnark. Die anderen waren ebenfalls einverstanden, da die Truppe sowieso nichts Besseres zu tun hatte, und weiter in jeder Ecke des Kontinents zu suchen, wollten sie auch nicht.
„Dann führ uns mal hin, Shalnark".
Das Dorf lag ziemlich abgelegen, irgendwo im Nirgendwo, hinter einem dichten Wald, auf einer relativ schlecht von der Sonne erfassten Lichtung.
Machi fragte aus Neugier, was Chrollo mit dem Interessanten meinte, das er über das Dorf in Erfahrung gebracht hatte.
Er entgegnete: „Ich dachte schon, ihr fragt nie. In dem Dorf lebt nämlich ein besonderer Stamm. Er besteht aus Menschen mit speziellen Kampftechniken. Sie nennen sich die Gyudondond.
Die Männer kämpfen mit den Löchern in ihrem Körper, die sie erhalten, indem sie im Alter von 3 Jahren Nadeln in den Körper gestochen bekommen. Die werden irgendwann durch was Dickeres ersetzt, sodass die Löcher größer werden. Sind sie fertig, werden die Löcher mit Bambus und Steinen gefestigt. Keine Ahnung, wie genau sie damit kämpfen, aber sie sollen nicht so schwach sein.
Ich weiß das alles, weil ich interessant fand, was eins meiner Opfer gesagt hat. Das Meiste davon hab ich aus ihm herausgequetscht, bis er gestorben ist."
„Du hast Recht, Danchou, dieser Stamm ist ne echt gute Idee! Vielleicht haben die ja mehr drauf, als unsere bisherigen Gegner!", brüllte Uvogin aufgeregt, während sich auch die anderen freuten und kampfbereit machten. „Dann betreten wir mal das Dorf", entschloss sich Chrollo, bevor sie sich durch die dicken Sträucher schlugen, um zu dem Dorf zu gelangen.
Dort angekommen fing die Phantomtruppe direkt an, die Holzhäuser des Stammes zu stürmen. Doch zu ihrer Enttäuschung, fanden sie darin absolut nichts, was irgendwie wertvoll sein könnte. Und keine Menschenseele.
„Kommt doch mal raus!! Wir wissen, das ihr hier seid, weil ihr eure Präsenzen nicht verbergt! Wir könnten euch auch einfach finden!", schrie Uvogin über die Lichtung.
Seltsamerweise tat der Stamm, wie Uvogin forderte. Die löchrigen Männer sprangen aus allen erdenklichen Richtungen und kesselten die Truppe ein. „Wir haben nichts Wertvolles, verschwindet einfach! Dann lassen wir euch auch am Leben!", schrien sie.
„Wer's glaubt", meinte Phinks, während er anfing, seinen Ärmel hochzukrempeln.
Zum Entsetzen des Stammes, wurde dieser sofort von der Phantomtruppe überwältigt.
Selbst die erfahrensten Löcher-Krieger hatten keine Chance gegen die Spinnen. Um genau zu sein, genügte der alleinige Einsatz von Chrollos Nen, um sie außer Gefecht zu setzen.
„Schade", sagte Chrollo, während er die in Blutlachen liegenden Stammesmitglieder betrachtete, „ich hatte gehofft, dass es mal länger dauert. Ihr könnt ja nicht mal Nen benutzen. Und ihr nennt euch Krieger." Er holte sein Messer heraus, um den Männern den Gnadesstoß zu verpassen, doch wurde unterbrochen.
„Waaaarte maaal!", schrie jemand aus der Ferne. Verwirrt blickt Chrollo auf. Er und die anderen Spinnen erspähten eine komplett in Bandagen gewickelte Gestalt, die nur die Sinnesorgane und die Shorts offen ließ und dazu noch Boxhandschuh trug, was etwas unpassend aussah.
Wie dem auch sei, die Gestalt trat auf sie zu, und sie spürten, anders als beim Rest des Stammes, eine große Menge Nen. Es reichte an ein durchschnittliches Phantomtruppen-Mitglied heran.
„Was haben wir denn da?" fragte Uvogin aufgeregt, da er sicher war, endlich einen würdigen Gegner getroffen zu haben.
Der Typ mit den Boxhandschuhen sagte mit entschlossener Miene: „Ich kann das hier nicht einfach so durchgehen lassen. Sie sind meine Stammesbrüder, auch wenn sie neidisch auf meine Stärke sind."
„.... Bonolenov... Bitte... rette uns.. Du warst der einzige, der je...das Nen erlernt hat...", brachte einer der am Boden liegenden Männer schmerzverzerrt heraus.
„Jaja, jetzt wollt ihr meine Hilfe", sagte der Typ, der Bonolenov zu heißen schien. Die Phantomtruppe war sich einig, dass dieser Typ mindestens genauso stark sein musste, wie einer von ihnen.
„Machen wir einen Deal. Einer von euch kämpft gegen mich. Verliere ich, dürft ihr alle hier töten", bot Bonolenov an.
„Was, wenn wir sie auch töten, wenn wir gewinnen? Wir könnten dich auch einfach zusammen bekämpfen", meinte Chrollo, er versuchte, Bonolenov auf die Probe zu stellen.
„Ein eins gegen eins ist doch was Spannendes. Ich muss außerdem meine Kriegerehre verteidigen...hehe..", sagte Bonolenov und trat auf die Gruppe zu.
Er flüsterte ihnen etwas zu, sodass sein Stamm es nicht hören konnte, und das was er flüsterte, schien die Phantom-Truppe zu überzeugen.
Nobunaga und Uvogin wollten unbedingt zum Kampf antreten, und um zu entscheiden, wer kämpfen sollte, warfen sie eine Münze, wie es vorgeschrieben war. So vollzog Nobunaga den Kampf. Die restlichen Spinnen spielten die Zuschauer.
Bonolenov wickelte die Bandagen ab und entblößte seinen leicht violetten, durchlöcherten Körper. „Nun gut, dann sehen wir mal, was du so kannst", sagte Nobunaga lässig, aber bereit, aufs Ganze zu gehen.
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A Story about Thieves
FanficSie sind die Bösen. Verbrecher. Diebe. Mörder. Nennt sie wie ihr wollt. Aber warum sind sie die Bösen, warum tun sie, was sie tun? Vergesst niemals, auch die Bösen gehen auf Abenteuer. Auch die Bösen wissen, was Kameraden wert sind. Und sie sind unb...
