53. Showdown

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„Also, Uvo, wer von uns beiden ist der Stärkere? Wer schafft es eher, den Kettennutzer zu erledigen?", fragte Nobunaga, während sie ihre Suche bereits begonnen hatten. Wo in Yorkshin könnte sich Kurapika bloß verstecken?
„Ich natürlich!", grinste Uvogin ganz stolz, und präsentierte seine zahlreichen Muskeln.
„Es kommt nicht immer nur auf Muskelmasse an, Uvo", gab Nobunaga zurück und deutete auf sein Schwert.
Nachdem sie noch eine Weile weiter diskutierten, wer denn nun gegen Kurapika kämpfen sollte, kamen sie zu dem Schluss, dass diese Diskussion zu Nichts führte.
Was nun also sonst, außer einem Münzwurf?
Nobunaga schnipste die goldene Münze in die Höhe.
Sie landete, mit einem Spinnensymbol obendrauf.
„Kopf", las Nobunaga das Ergebnis.
„Dann ist das wohl die Antwort", stimmte Uvogin zu.
Und so suchten sie weiter nach Kurapika.
Diese ganze Nacht bestand irgendwie immer nur aus Suchen, Suchen und Suchen.
Jeder suchte nach irgendetwas. Jeder suchte etwas, ohne dass es normale Menschen bemerkten.
Normale Menschen schliefen tief und fest, während die Gestalten der Dunkelheit immer und immer wieder nach etwas suchten.
Sie alle suchten nach Kämpfen.
Denn es war Krieg. Ein stiller und heimlicher, blutiger Krieg.

Irgendwann, als die Brüder schon wieder jede Ecke dieses Bezirks - Kurapika konnte ja noch nicht so weit sein - durchkreuzt hatten, kam Nobunaga eine Idee, wo sich der Kettenjunge aufhalten könnte.
Nobunaga deutete in Richtung des nahegelegenen Randes von Yorkshin City. Die Berge, die dahinter lagen, ließen sich im schwachen Licht der Laterne nur schwer erkennen, aber sie waren da. Und gar nicht weit weg.
„Wie viel sollen wir wetten, dass er sich dort versteckt? Bei seinen Kameraden ist er ja gerade wohl eher nicht", grinste Nobunaga.
„Nichts wie hin. Wir müssen endlich mal wieder was Stehlen", antwortete Uvogin beim Gedanken an Pakunoda.
Und da eilten die beiden auch schon los, in Richtung der sandigen Berge hinter dem westlichen Rand der Stadt.

Um mögliche Verwirrung aufzuheben, die beiden erkundeten den Westen der Stadt, Chrollo und seine Gruppe den Norden bis Osten, Phinks und Feitan waren im Süden.

Tatsächlich, in einem der kleineren Berge lag eine Art Höhle.
Und wie schon vorauszusehen war, es war eine feuchte Höhle, voller Wassertropfen, aber auch Sand, und Pakunoda war an eine der Höhlenwände gekettet.
Doch wo war Kurapika?
Nein, er war da, sie spürten seine Präsenz, ganz deutlich.
Hinter ihnen.
„Was wollt ihr hier?", fragte er in einem fürchterlichen Ton.
Ohne sich umzudrehen antwortete Nobunaga:
„Einen Deal."
Kurapika sprang von dem Felsen, auf dem er gestanden hatte, hinunter zu Nobunaga und Uvogin.
Da war wieder diese Anspannung in der Luft, als würde gleich eine Bombe hochgehen oder ein Vulkan ausbrechen.
„Was für ein Deal?", fragte er, wie ein böser Herrscher, der mit seinen Untertanen sprach.
Die Brüder erklärten, den Deal, den sie mit ihm eingehen wollten. Kurapika hörte aufmerksam zu, mit der Zeit lockerte sich sein wütender Blick.
Sie schafften es tatsächlich, ihn zu überzeugen.
„Dass man überhaupt mit euch reden kann", schüttelte der Kettennutzer den Kopf, „dann mal los. Aber ich werde keine Gnade walten lassen."
„Denkst du ich?", lachte Uvogin ganz laut und suchte sich mit Kurapika eine freie Stelle, auf der sie ihren Kampf austragen könnten.
„Danke", flüsterte eine zitternde Pakunoda ihnen hinterher, Nobunaga nickte ihr noch einmal zu, dann folgte er Kurapika und Uvogin über den sandigen, goldgelben Boden auf einen der niedrigeren Hügel. Im Dunkel der Nacht schien der Boden allerdings eher blau bis schwarz.
Er erinnerte die Brüder trotzdem an die Zeit in Meteor City.
„Du", wendete sich Kurapika zu Nobunaga, „du wartest dort, genau dort. Und du wirst dich nicht vom Fleck bewegen, sonst ist Pakunoda tot."
Er deutete auf einen etwas höheren Hügel, ganz in der Nähe, von dem aus Nobunaga das Kampfgeschehen gut beobachten können würde.

Nobunaga setzte sich dort, und Kurapika stapfte mit schweren, wütenden Schritten zum Platz des Kampfes, Uvogin folgte ihm. Die beiden stellten dich gegenüber.
Die Spannung vertrieb alle Echsen und Kleintiere, selbst der Mond wollte sich nicht blicken lassen.
War das Duell zwischen den beiden etwa vom Schicksal vorbestimmt worden?
Dabei hatten sie doch kaum etwas miteinander zu tun gehabt.
Kurapika und Uvogin.
„Das war's dann, Kettennutzer", grinste Uvogin, Kurapika antwortete nur mit: „Das ist mein Satz."
Und als könnten sie nicht länger warten, stürmten beide gleichzeitig aufeinander zu.
Nobunaga machte es sich richtig gemütlich, er fühlte sich wohl, als säße er gerade im Kino, obwohl sein bester Freund auf Leben und Tod kämpfte. Trotzdem, Nobunaga fehlte gerade nur das Popcorn.

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