Die Person jenseits des Schlitzes, aus dem das ganze Geld niederregnete, schien sich ja ziemlich mächtig zu fühlen, so überheblich, wie sie Nobunaga und Uvogin da auslachte. Die Münzen hörten nicht auf, zu fallen. Das Meer stieg an. Bald hätten die beiden die Decke erreicht. Als hätten sie sich darum nicht schon genug zu sorgen, wurden ihre Nerven durch das ganze Gekicher nur noch weiter aufgerieben.
Sie hatten keine Angst, sie waren einfach nur unglaublich genervt von diesem Mädchen, das wohl eine Packung Lachgas zu viel verschluckt hatte.
Wie dem auch sei, die Situation schien aussichtslos. Bis zur Decke waren es vielleicht noch vier, fünf Meter. Die war ja schließlich auch versiegelt, und für sowas brauchte man schon einen Nen-Exorzisten.
„Da seid ihr wohl im Hochwasser gefangen, ihr Süßen", lachte die Stimme. Hatten sie jemanden je so schadenfreudig erlebt?
„Ein Hochwasser aus eurer Gier. Elende Diebe haben nichts anderes verdient, als schändlich zu verrecken!" Die Stimme schallte lauter, sie überschlug sich schon fast.
„Verdammte Schlampe!", schnaubte Uvogin. Er kochte vor Wut.
„Hier muss es doch noch irgendwo einen Weg geben.. Wenn wir den finden, bist du dran, werte Lady". Auch Nobunaga war selten so verärgert gewesen.
„Das heißt Kleopatra. Ich bin eine der drei Leibwachen des Pharao, ihr habt also keine Chance! Und den anderen Weg findet ihr nicht, somit, viel Spaß beim Ersticken! Hmm, ich frage mich, ob ihr noch Eltern habt, oder so... Was glaubt ihr, wie stolz die wären, würden sie sehen, wie ihr hier zu Grunde geht, inmitten eurer eigenen Gier? Wissen sie denn, dass ihr das verdient habt? Dass ihr Diebe seid? Ich gehe davon aus, auch kaltblütige Mörder? Jaa, genau, sie würden sich wahrscheinlich jede Nacht in den Schlaf heulen, würden sie sehen, was ihr seid!"
„DU VERDAMMTE-", fing Uvogin an, zu brüllen. „Uvo, komm runter! Sie will uns doch nur provozieren! Ich bin auch sauer, aber wir brauchen jetzt einen Plan, um die Hexe zu erledigen", versuchte Nobunaga ihn zu beruhigen.
„Jaja, probiert es nur aus.... Ob ihr sterbt oder nicht, eure Eltern hassen euch trotzdem... falls sie überhaupt noch Leben", rief Kleopatra. Ihr Mund hatte sich bestimmt zu einem hämischen Grinsen verzogen, als sie das sagte.
„DU-", Uvogin unterbrach sich selbst, als Nobunaga ihm einen ruhigen Blick zuwarf. Dieser war ebenfalls fast an die Grenzen seiner Zurückhaltung geraten, beherrschte sich aber. Wie gerne würde er Kleopatra den Kopf abschlagen.
„Nobunaga, weißt du... Das Schlimme an der Sache ist ja... Dass sie die Wahrheit sagt. Unser Vater hasst uns. Schon seit dem Tag, an dem wir den ersten Mord begangen haben", meinte Uvogin aufeinmal, ein Wenig aufgelöst.
Nobunaga biss sich auf die Lippe. Mr Hazama war der einzige Mensch neben der Phantomtruppe, der ihnen noch etwas bedeutete, wenn auch weniger als früher.
„Wahrscheinlich bereuen eure Eltern, dass ihr ihre Kinder seid!", lachte Kleopatra weiter.
„Mr Hazama....... Er war ein guter Mann. Ob er noch lebt oder nicht... verdammt..Ich... vermisse ihn...", murmelte Uvogin.
Kleopatra hörte alles mit und plagte sie noch weiter mit ihren dummen Sprüchen.
Nobunaga und Uvogin waren seit langem nicht mehr so aufgewühlt gewesen. Seit Ewigkeiten waren sie dem Tod nicht mehr so nah gewesen. Deswegen hatten sie keine Angst, aber der Gedanke an ihren Vater trieb sie in die Verzweiflung, wie die Kleopatra merkte.
Noch in etwa ein Meter bis zur Decke. Nein, weniger. Bald war es vorbei.
„Uvogin, auch wenn Vater nie stolz auf uns war, geht es in Ordnung, nicht wahr? .... Uvogin? Wo bist du?" Nobunaga sah sich um. Uvogin war nirgendwo zu sehen.
„Da ist wohl schon einer ertrunken, ahahahaha!", hörte er die Kleopatra. „Jetzt ist es für euch zu spät, alles zu bereuen!", fügte sie hinzu.
Doch zu ihrem Entsetzen bekam sie als Antwort bloß Nobunagas höhnisches Lachen. Es war durch und durch höhnisch, höhnischer als ihr Lachen es jemals hätte sein Können. Und nicht nur so angeberisch herausposaunt, wie bei ihr.
„Wir und bereuen? Für wen hältst du uns eigentlich? Wir sind die Spinnen, wir leben mit dem Tod, unser einziger Lebenssinn ist Stehlen und Töten. Denkst du, da ist irgendwo Platz für Reue?", fragte Nobunaga. Der Kleopatra verging das Lachen, doch sie versuchte, ihre hochmütige Attitüde beizubehalten.
„Was, was wollt ihr schon machen?"
Die Angst, die in ihrer Stimme lag, war offensichtlich. „Ganz einfach", grinste Nobunaga.
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A Story about Thieves
FanfictionSie sind die Bösen. Verbrecher. Diebe. Mörder. Nennt sie wie ihr wollt. Aber warum sind sie die Bösen, warum tun sie, was sie tun? Vergesst niemals, auch die Bösen gehen auf Abenteuer. Auch die Bösen wissen, was Kameraden wert sind. Und sie sind unb...
