„Endlich habe ich dich gefunden, Onii-chan."
Ohne Aussicht auf ein Ende hallten diese Worte in Feitans Ohren wider, mit jeder Sekunde.
Für ihn fühlte es sich an, wie ein ekelhaftes Insekt, das sich einen Weg durch seine Ohren bahnte.
Hatte dieser Typ mit den Nadeln, der auf der Seite der Feinde stand, und zu Uvogins Mord beigetragen hatte, ihn da gerade wirklich Onii-chan genannt?
Wut stieg in Feitan auf.
„Ich weiß zwar nicht, was bei dir schief gelaufen ist, dass du auf so eine dumme Idee kommst, mich so zu nennen. Aber naja. Ich hatte sowieso vor, dich zu töten", meinte Feitan, er blickte Illumi giftig an, und wollte schon einen Angriff starten.
„Warte doch mal! Lass uns doch erst einmal reden!", kam es auf einmal von Illumi, Feitan stoppte.
Irgendwie hatte ihn der Begriff Onii-chan schon stutzig gemacht.
Was, wenn wirklich mehr dahinter steckte, als er glauben wollte?
„Ey, wer auch immer du bist, Shalnark und ich sind Feitans einzige Brüder!", hörte man Phinks schreien, von dort, wo er gerade gegen die ganzen Soldaten kämpfte, die sich hungrig auf ihn stürzten.
„So ist es. Wie kommst du also auf so etwas?!", fragte Feitan. Er klang ziemlich gereizt.
Mit seinem ausdruckslosen Gesicht gab Illumi nur eine kurze Antwort: „Weil es so ist. Ich bin dein ein-Jahr-jüngerer Bruder."
Feitan runzelte die Stirn. Irgendwie schien der Typ das ernst zu meinen.
Feitan drehte sich zu Phinks. „Kommst du da hinten klar?", rief er ihm zu.
„Was denkst du denn? Jetzt mach endlich den Nadeltypen fertig!", kam es zurück.
„Von ihm wird am Ende nicht mehr viel übrig bleiben", grinste Feitan.
Er drehte sich zu Illumi.
Phinks würde schon nichts passieren.
Er würde das schon schaffen.
Auch wenn die Soldaten nicht weniger werden wollten. Denn es kamen immer wieder welche aus der Stadt, hierher zum Rand.
Und sie schienen stärker zu sein, als vorhin.
Aber Phinks schlug sich nicht schlecht.
„Also, du hast mich ziemlich wütend gemacht. Ich? Dein Bruder? Sag das noch einmal und ich mache die Folter später grausamer, als ich eigentlich vor hatte!", knurrte Feitan, und stürmte dieses Mal richtig auf Illumi los.
Er zückte den Regenschirm und entblößte sein Schwert.
Gekonnt wehrte Illumi die Attacke ab, und es entbrannte ein heftiger Schlagabtausch zwischen Feitans Schwert und Illumis Nadeln.
Ja, Illumi nutzte die Nadeln, als wären sie Messer.
„Überleg doch mal, Feitan! Hast du dich noch nie gefragt, woher diese ganze Blutlust kommt, die du immer hast? Glaub mir, ich weiß alles über dich, durch Hisoka!", meinte Illumi, jetzt etwas lauter.
„Tch! Was soll schon daran besonders sein, an dieser Blutlust? Dann ist das bei mir eben so, und? Das erklärt noch lange nicht, warum ich dein Bruder sein soll!", entgegnete der wütende Feitan und schlug mit seinem Schwert weiter auf Illumi ein.
Der Kampf hatte sich jetzt schon ein Wenig aus der Stadt heraus verlagert, auf die große trockene Freifläche, zwischen dem abgebrannten HQ und dem Stadtrand, bei Phinks war es ähnlich.
Weitere aneinanderprallende Angriffe zwischen Feitan und Illumi.
Sie waren beide so schnell, man konnte sie kaum kämpfen sehen.
„Warum bist du wohl genauso schnell, wie ich?", fragte Illumi erwartungsvoll.
„Das hat doch gar nichts damit zu tun!", gab Feitan genervt zurück.
„Schnelligkeit hin oder her, deine abnormale Mordlust hat auf jeden Fall ihren Ursprung! Und zwar hier, in meiner Familie, in unserer Familie, in der Zoldyck-Familie!", Illumi wurde jetzt richtig laut. So war er es wahrscheinlich noch nie gewesen, bei seiner ständigen, emotionslosen Haltung.
„Laber keinen Müll!", antwortete Feitan.
„Müll? Nah, großer Bruder, was glaubst du denn, woher du die schönen Krallen hast? Warum konntest du sie schon als Kind formen, hmm?
Warum wolltest du schon als Kind nichts tun, außer zu töten?! Warum war dir diese Familie egal, die du hattest? Weißt du überhaupt, wer dich nach Meteor gebracht hat und dich abstechen wollte? Wie erklärst du dir dein ganzes Leben?!", schrie Illumi ihn an.
„Sei leise! Wir sind keine Brüder!", rief Feitan, und verpasste Illumi voller Wut einen heftigen Tritt in den Bauch, beide wichen zurück und ließen die Attacken erst einmal bleiben.
Phinks hörte alles mit.
Und wenn er ehrlich war, für ihn schien es gar nicht so unglaublich.
Für Feitan wahrscheinlich auch nicht. Er wollte es bloß nicht zugeben.
„Feitan! Du bist nicht Feitan Portor!", rief Illumi ihm laut zu.
„Wie viel hat dir Hisoka eigentlich über mich erzählt?", erwiderte Feitan böse.
Er ballte seine leere Faust zusammen, die andere verkrampfte sich um sein Schwert.
Es durfte einfach nicht sein.
„Du bist Feitan Zoldyck", erklärte Illumi, „du stammst aus unserer Attentäter-Familie. Deswegen hattest du schon als Kind diesen enormen Tötungsinstinkt, die Krallen und die Schnelligkeit."
Feitan biss sich auf die Lippe. Würde er bald wieder vor Wut überquellen?
„Wenn es wirklich so ist, warum bin ich dann in Meteor City gelandet?", fragte er mit einem ziemlich bösen Blick.
Phinks hörte die ganze Zeit interessiert zu, während er kämpfte.
Er war aufgeregt. Auch er wollte wissen, was mit seinem besten Freund war.
„Wie du in dieser dreckigen Stadt gelandet bist? Ganz einfach. Du bist nur zur Hälfte ein Zoldyck. Deswegen musst du deine Krallen auch mithilfe von Nen formen, anstatt von Natur aus. Und, weil du solange von uns weg warst, hat das deine Mordlust bloß aggressiver und unkontrollierbarer gemacht.
Mutter war erst ganz frisch mit meinem Vater verheiratet. Doch auf einer Geschäftsreise hatte sie wohl ein Verhältnis mit einem anderen. Und so bist du dann entstanden. Aber Mutter musste dich vor meinem Vater geheimhalten. Das schaffte sie sogar, bis du auf die Welt kamst. Und von da an hat es sie so belastet, dich zu verstecken, dass es sie wohl in den Wahnsinn getrieben hat. Da dachte sie, in Meteor City wäre es am einfachsten, dich loszuwerden, weil es dort keinen interessiert. Aber dann war da tatsächlich diese Frau, die sie überzeugt hat, dich nicht zu töten. Aber diese Frau, Frau Portor war nie deine richtige Mutter. Wobei du das weißt, glaube ich", erzählte Illumi die Geschichte.
Feitan stand wie angewurzelt da.
Was Illumi erzählt hatte, passte mit den Umständen zusammen, unter denen er gerettet wurde.
Er griff das Schwert noch fester. Schweiß tropfte von seiner Stirn.
„Woher weißt du das alles? Wenn sie es doch verheimlicht hat?", fragte Feitan misstrauisch.
„Nachdem du weg warst, wurde sie noch wahnsinniger, als zuvor. Dieses Geheimnis plagte sie. Es tat ihr weh. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sie gelitten hat, das zu verheimlichen. Sie hat es mir erzählt, weil sie mir am meisten vertraut.
Und genau deswegen will ich dich umbringen.
Weil du Mutter sehr weh getan hast! Du sollst dafür büßen! Das ist der einzige Grund, warum ich helfe, euch zu jagen. Wobei, das Preisgeld....", erklärte Illumi.
„Dann kann ich dich ja jetzt töten oder? Mir doch egal, ob wir Brüder sind, oder nicht. Du bist mein Feind!", meinte Feitan mit komplett verkrampften Händen. Seine Haare stiegen strähnenweise in die Höhe.
Er wollte Illumi töten, gerade mehr als Hisoka.
Seine Mordlust stieg an.
DU LIEST GERADE
A Story about Thieves
Fiksi PenggemarSie sind die Bösen. Verbrecher. Diebe. Mörder. Nennt sie wie ihr wollt. Aber warum sind sie die Bösen, warum tun sie, was sie tun? Vergesst niemals, auch die Bösen gehen auf Abenteuer. Auch die Bösen wissen, was Kameraden wert sind. Und sie sind unb...
