43. Das Mädchen, das die Zukunft kennt

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„Danchou, das musst du dir ansehen!", rief Shalnark auf einmal von seinem Computer aus.
Es war gerade etwa 22 Uhr, als die Spinnen mit ihrem Heißluftballon zwischen den alten, unbewohnten Häuserblocks gelandet und damit im Versteck angekommen waren.
Niemand hatte sie gesehen, wie sie geflohen waren, die Phantomtruppe machte ihrem Namen alle Ehre.
Doch sie konnten jetzt nicht einfach nur faul herumsitzen und bis zur nächsten Auktion warten, die sie ausrauben wollten, nein, herauszufinden, wie sie entdeckt worden waren, hatte höchste Priorität.
Sie wussten ja immerhin, dass es keinen Verräter in ihren Reihen gab, aber dafür musste irgendetwas anderes sie verraten haben.
Also recherchierte Shalnark an seinem Computer alles Mögliche, war sie übersehen haben könnten.
Hatten sie es gefunden, würde es die Phantomtruppe still und heimlich auslöschen, wie sie es mit all ihren Feinden taten.
Chrollo ging zu Shalnark hin, der nach ihm gerufen hatte. „Was ist denn?", fragte der Anführer. Shalnark tippte wild auf der Tastatur seines Computers herum. Er war auf der Hunter-Website, wie Chrollo sehen konnte.
„Sie", meinte Shalnark. „Ich kann es mir nicht anders erklären." Er klickte auf ein Foto, das auf der Website geuploaded war. Es zeigte ein Mädchen, vielleicht 18 Jahre alt, mit blauen Haaren und großen, türkisfarbenen Augen.
„Sie hat eine Nen-Fähigkeit, mit der sie die Zukunft vorhersagen kann. Ihr Vater macht damit dickes Geld. Und wie wir die Mafia kennen, könnte sie sich irgendwie Zugang zu ihr verschafft haben. Sie ist immerhin gerade hier in Yorkshin, weil sie unbedingt auf die Auktionen will. Das steht hier", sprach Shalnark weiter.
„Wie heißt sie?", fragte Chrollo interessiert, langsam kamen auch die restlichen Spinnen zu den beiden, um zu sehen, welche Fortschritte es bei der Suche gab.
„Neon Nostrade. Das ist ihr Name", antwortete Shalnark.
„Wenn sie mit ihrer Fähigkeit wirklich die Zukunft vorhersagen kann, dann haben wir ein Problem. Es gibt nämlich keine andere Erklärung dafür, dass man uns gefunden hat", meinte Chrollo nachdenklich.

„Wo genau in Yorkshin befindet sie sich gerade?", fragte Chrollo nach einer Weile.
„Einen Moment", kam es von Shalnark zurück. Er tippte wieder herum, als würde er gerade etwas hacken.
„Also. Hier steht einmal, dass sie sich im Hotel im Osten aufhält, und ein paar Seiten später steht, dass sie im Hotel im Süden ist. Widersprüchlich, nicht wahr?", beantwortete Shalnark die Frage.
„Das bestätigt nur die Tatsache, dass die Mafia sie in der Hand hat. Ihr Aufenthaltsort soll nicht richtig preisgegeben werden. In einem der Hotels ist sie wirklich, im anderen lauert wahrscheinlich eine Mafia-Falle, wenn sie merken, dass man sie dort sucht", meinte Chrollo. Er überlegte, kurz, was jetzt zu tun war.
„Und was machen wir jetzt, Danchou?", fragte Nobunaga neugierig.
„Wir gehen in beide Hotels", antwortete er entschlossen. „Ich werde in das gehen, in dem Neon Nostrade ist. Es könnte nützlich sein, ihre Fähigkeit zu stehlen. Erstens, können wir sie dann auf uns anwenden, und zweitens, sehen sie dann unsere Taten nicht mehr voraus", fügte er hinzu.
„Im anderen Hotel tut dann einer oder zwei von uns die Mafia-Falle ausradieren, hab ich Recht, Danchou?", fragte Machi.
„Ganz genau. So kriegen wir sie dran.
Wer meldet sich freiwillig, in das andere Hotel zu gehen?", fragte Chrollo in die Runde. Alle Spinnen waren versammelt.
Einige meldeten sich, doch nur einer war am schnellsten.
„Ich mache das mit größtem Vergnügen", grinste Hisoka.
Chrollo seufzte, aber so, dass Hisoka es nicht hören konnte.
„Hisoka-", wollte er sagen, doch dieser unterbrach ihn.
„Danchouuuu... Vertraust du mir etwa immer noch nicht?", fragte er in einem gespielten, beleidigten Ton. „Ich will auf meiner letzten Mission doch wenigstens noch etwas Spaß haben."
Phinks verrollte genervt die Augen, Feitan verfluchte den Clown in Gedanken.
„Na gut", willigte Chrollo missmutig ein, „aber du gehst nicht allein. Jemand kommt noch mit dir mit."
„Aber natürlich", nickte der Clown, gespielt fröhlich.

„Dann geh ich mit ihm", sagte Machi plötzlich. „Ich hab ihn im Griff. Das wisst ihr alle."
Chrollo nickte. Doch irgendwie wollte er nicht, dass sie mit ihm ging. Aber naja, wenn sich Hisoka von jemandem etwas sagen ließ, dann von Machi.
„Danchou, woher wissen wir eigentlich, in welchem Hotel Neon ist?", fragte Shalnark, er tippte immernoch auf der Tastatur herum.
„Das ist einfach. Das Hotel im Osten wurde als Erstes genannt. Um für Verwirrung zu sorgen, ist es das Falsche, daher wurde das Richtige erst als Zweites genannt. Aber nein, das stimmt nicht. Das soll man glauben. Einfältige Menschen glauben das. Sie ist im Hotel im Osten, gerade weil es als Erstes genannt wurde. Man denkt nicht mehr so viel darüber nach, hat man einmal den Namen des Zweiten gelesen. Und siehst du, das Hotel im Osten wird hier noch einmal genannt. Weil es öfter genannt wird, soll man doch wiederum denken, dass sie im Süden ist, weil es dann „unauffälliger" ist. Zumindest jene, die wirklich nach ihr suchen. Aber wir sind nicht so dumm", erklärte Chrollo.
Manche sahen ihn an, als hätte er gerade eine abnormal schwierige Mathe-Aufgabe gelöst, andere verstanden sofort.
„Gut, dann gehen Machi und ich in den Süden, und du in den Osten. Können wir dann los?", lachte Hisoka. Er war richtig ungeduldig.
„Warte noch", hielt Chrollo ihn vom Gehen ab,
„Die anderen warten hier und bleiben ständig in Kontakt mit uns, sollte was schiefgehen. Shalnark, du kannst mit deinem Handy ja alle unsere Handys verschlüsselt verknüpfen, oder? Weil bei Sachen wie Facetime, da könnten wir ganz einfach gehackt werden."
„Jep", antwortete Shalnark.
„Gut. In einer Stunde geht es los", erteilte Chrollo den Befehl.

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