Kapitel 92 (THE END)

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_______Köln, 2 Jahre später______

"Schatz, beeilst du dich bitte? Ich will nicht zu spät zum Flughafen kommen!"

Rief ich durch die offene Tür meines Schlafzimmers bis hin zur Küche. Heute war es endlich so weit. Ich hatte mein Studium abgeschlossen, und konnte mir nun endlich , dank eines glücklichen Zufalls, meinen Traum erfüllen. Ich zog nach Irland.

Der glückliche Zufall war, dass ich dort an einer Kunstakademie unterrichten durfte, nachdem ich eine Prüfung in Englisch absolviert hatte, um unter Beweis zu stellen, dass ich der Aufgabe gewachsen war. Und siehe da, alles hatte geklappt, und letztendlich hatte ich die Stelle auch bekommen. Mein Verlobter und ich hatten danach beide entschlossen, uns eine Wohnung in Irland zu leisten.

Achso, ja, ich bin verlobt. Nachdem mein Freund und ich schon längere Zeit zusammen gewohnt hatten, hatte er mir vor knapp drei Monaten einen Antrag gemacht, und ich konnte nichts anderes als Ja zu sagen, und damit war ich überglücklich. Sicher, es würde nicht einfach werden, da er ja nunmal eine Art Berühmtheit war und Termine hatte, aber damit musste ich wohl oder übel klar kommen. Noch ein Grund, warum mir Irland ganz gelegen kam, denn dort würde es sicher nicht so sein. Er würde sich schon bald einen neuen Job suchen, ich arbeitete Morgens in der Akademie, und Mittags hätten wir dann immer Zeit für uns. Herrlich.

Ich war gerade dabei, die letzten Kleidungsstücke in den Koffer zu packen, als er im Türrahmen auftauchte, und zu mir kam.

"Du bist wie immer viel zu hektisch..."

Er umarmte mich von hinten, und mit seiner Nase kitzelte er meinen Nacken. Ich lachte leicht auf, und kuschelte mich in seine warme Berührung hinein.

"Du weißt doch, ich will einfach so schnell wie möglich ankommen."

Er löste sich von mir, und begann, den Koffer zu schließen.

"Ich weiß, Liebling. Schau einfach noch einmal nach, ob du alles hast, und dann fahren wir schon mit dem Taxi zum Flughafen. Die restlichen Möbel müssten dann morgen nachgeliefert werden, mach dir darüber keine Sorgen."

Er gab mir einen flüchtigen Kuss auf die Stirn, und verließ danach samt Koffer das Zimmer. Ich blickte ihm lächelnd hinterher, und ließ mich anschließend auf mein Bett sinken. Durch die offene Tür strahlte das Sonnenlicht, welches durch das große Wohnzimmerfenster drang, genau in mein Gesicht. Langsam Ließ ich meinen Blick durch das Zimmer schweifen. Was hatte ich hier nicht alles erlebt...Meine erste eigene Wohnung. Und nun würde ich sie vermutlich für immer verlassen.

Etwas traurig stand ich von dem Bett auf, und ließ meine Hand noch ein Mal über die Matratze Streifen, welche ich damals mit Jan und Andre gekauft hatte. Bei dem Gedanken daran, wie eifersüchtig Jan gewesen war und wie kindisch ich mich gegenüber Andre verhalten hatte, kam mir ein kleines Lächeln auf die Lippen. Apropos Andre und Jan, von den gesamten Jungs hatten wir uns natürlich ausgiebig verabschiedet, auch wenn manche nicht so ganz begeistert von unserer Neuigkeit waren, hatten sie sich dennoch für uns gefreut. Vor allem auch weil wir sagten, dass wir sie auf jeden Fall nach Irland einladen würden. Gedankenverloren ging ich aus dem Zimmer. Und schloss zaghaft die Tür hinter mir. Im Wohnzimmer sah es erschreckend leer aus, da die meisten Möbel schon auseinander gebaut und eingepackt waren, damit wir sie in Irland wieder benutzen konnten. Allein mein Sofa stand noch da, welches ich auch hier lassen würde, da mein Verlobter ein größeres besaß, als ich. Auch hier lief ich meine Hand über den weichen Stoff fahren, bevor ich mich leidvoll abwandte, und in Richtung Tür ging. Neben besagter Tür hing meine Jacke an einem Hacken, sowie meine Handtasche. Besagte Dinge hing ich mir über den Arm, und umschloss anschließend das kalte Metall des Türgriffs. Ich tat einen tiefen Atemzug, bevor ich die Tür öffnete, mich ein letztes Mal zu meiner Wohnung herum wandte, und sie danach letztendlich ins Schloss fallen ließ.

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