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ROBERT
Während Alec duschte brachte ich meinen Sohn in das Zimmer neben an. Ich zog ihm die Schuhe aus und deckte ihn zu. Was sollte ich denn nur mit Alec machen?! Er war am Ende und das konnte man immer deutlicher sehen...sollte ich ihn etwa so weiter machen lassen, wie bisher? Mein Sohn hatte recht, er musste aus diesem Umfeld raus! Allerdings würde das nur funktionieren, wenn wir auch den anderen halfen. Ich blieb noch einige Zeit am Bett meines Sohnes sitzen, bis Alec leise an den Türrahmen klopfte. "Hey, geht's dir besser?" fragte ich vorsichtig, doch er reagiert überhaupt nicht darauf. "Ich hab hier was zu essen für euch und Wasser." sagte er nur leise und stellte ein paar Flaschen und einen Teller mit gut aussehenden Sandwiches auf dem Schreibtisch ab. "Wessen Zimmer ist das hier?" fragte ich dann neugierig. "Meins." entgegnete er und lief zurück zur Türe. "A-Aber warum lebst du dann da drüben?" wollte ich erstaunt wissen und deutete nach links. "Ich kann auf dem Bett nicht schlafen...ich schlafe lieber auf dem Boden." antwortete er und sah betreten zu Boden. "Verstehe...Warum hast du uns so viel gebracht?" fragte ich dann und deutete auf die Sache die er eben abgestellt hatte. "Ihr solltet besser bis morgens hier drin bleiben und abschließen. Das ist besser so, das Bad ist nebenan." murmelte er und deutete auf eine kleine Türe. Danach warf er mir einen Schlüssel zu. "Schließ ab sobald ich raus bin, frische Kleidung ist im Schrank." sagte er und drehte sich rum. Er zog die Türe hinter sich zu und ich tat was er von mir verlangt hatte. Man konnte vieles über Alec sagen aber nicht, dass er keinen Grund für die Dinge hatte die er tat. Ich setzte mich eine Weile lang zu meinem Sohn ans Bett, ehe ich von draußen Rufe und ziemlich betrunkene Jugendliche hörte. Hin und wieder war auch das Klirren von Glasflaschen zu hören. Hoffentlich ging es Alec gut und er übertrieb es nicht wieder...das letzte Mal hatte er ein paar Wochen auf der Krankenstation verbracht, ehe er wieder einigermaßen fit war.

Es ging die ganze Nachte so weiter, bis ich erschöpft auf dem kleinen Schlafsofa einschlief.
Ich wurde erst wieder durch meinen Sohn wach, der anscheinend wieder aufgewach war. „Dad?!" brummte er vollkommen verwirrt und rieb sie die Schläfen. „Wie geht's dir?" wollte ich besorgt wissen und stand auf, schnell lief ich zu ihm herüber. „Ganz gut, was ist passiert?" fragte er dann leicht verwirrt. „Du hast Alec gestern bedrängt und sein Wolf war damit wohl nicht ganz so einverstanden. Ich glaube wir können uns langsam raus trauen." erklärte ich ihm, während wir aufstanden. „Warum raus trauen?! Moment! Wo ist Alec?" wollte er leicht panisch wissen und sah mich eindringlich an. „Er hat mich gestern gebeten uns hier einzuschließen." erklärte ich ihm. „Wir müssen Alec finden!" sagte mein Sohn entschlossen und wollte gerade auf die Türe zu laufen, als ich ihn davon abhielt. „Nein! Erstmal duschen und etwas essen. Hol dir frische Kleidung aus dem Schrank! Danach suchen wir Alec." ermahnte ich ihn und tatsächlich schnappte er sich in Windeseile frische Kleidung und verschwand im Bad. Währenddessen aß und trank ich etwas, als mein Sohn wieder aus dem Bad kam tauschten wir. Während ich duschte aß er etwas und nach knapp einer Stunde hatten wir beide frische Kleidung an und hatten gefrühstückt. Fertig angezogen schnappte ich mir Alec's Schlüssel und schloss die Türe vorsichtig auf, dahinter verbarg sich das Blanke Chaos.

Überall lagen Flaschen und Müll...Plastiktüten, Kondome und alles mögliche...so genau wollte ich es dann doch nicht wissen! Wir gingen direkt zu Alec's Zimmer über den vermüllten Gang, seine Türe war nur angelehnt. Magnus ging voran und ich konnte förmlich sehen, wie angespannt er war. Vorsichtig stieß mein Sohn die Tür auf und mir lief ein Schauer über den Rücken. Auf dem Holzboden lag Alec, zusammengekauert. Er sah fürchterlich aus, seine Augen waren schwarz unterlaufen und er zitterte am ganzen Körper. Magnus stürmte sofort auf seinen Mate zu und kniete sich neben ihn, ich tat es im gleich. „Wann hast du das letzte Mal geschlafen? Oder was gegessen?" fragte ich besorgt. Alec antwortete nicht, er zitterte nur noch stärker. Mittlerweile klapperten seine Zähne sogar leise. Ich ließ meinen Blick durch den Raum wandern und blieb wenig später an einer Tablettenschachtel hängen. Sofort ging mir ein Licht auf! Alec war in seiner Hitze und hatte Tabletten zum Unterdrücken genommen. Ich kannte das von meiner Frau, ihr war dann auch immer extrem kalt. „Es tut mir leid, aber du musst mit uns kommen. In deinem Zustand kannst du wirklich nicht hier bleiben." sagte ich besorgt zu Alec, doch er schüttelte nur den Kopf. „Ich kann verstehen, dass du bei deiner Familie bleiben willst...aber es geht jetzt einfach nicht mehr." fügte ich meinen Worten mit einem entschuldigenden Blick hinzu. „Alec! Geh mit! Es geht nicht mehr anders, du musst erstmal auf die Beine kommen." flehte eine Stimme hinter uns, es war ein Mädchen! Danach warf sie Alec einen entschlossenen Blick zu. „Ich kümmere mich um alles, versprochen." fügte sie noch hinzu, ehe sie sich herum drehte und ging.

MAGNUS
Alec's Zustand war kaum noch zu beschreiben...selbst seine sogenannte Familie sagte, dass er mit uns gehen sollte! Ich sagte meinem Dad er solle Alec's Sachen zusammenpacken, während ich mir die Decke von Alec's Matratze schnappte. Ich half meinem Mate dabei sich aufzurichten und wickelte ihn dann in die Decke ein, damit ihm wärmer wurde. Als mein Vater alles zusammengepackt hatte hob ich Alec hoch und trug ihn zu meinem Wagen. „Du musst mir trotzdem erklären, was das gestern war." murmelte ich, sodass nur Alec es hören konnte. Mein Mate schnaubte allerdings nur verächtlich und gab dann ein Knurren von sich.

Lone WolfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt