ALEC
Es war tatsächlich ein Reflex gewesen, ich wusste ja eigentlich, dass Magnus mich nicht schlagen würde. Aber Magnus schien es nicht auf sich beruhen lassen zu wollen, was mir den letzten Nerv raubte. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders und ich merkte wie mir Tränen in die Augen stiegen und ich anfing hektisch nach Luft zu schnappen.
Nebenbei bekam ich noch mit, dass Magnus langsamer wurde und den Wagen schließlich Anhielt. Dank der Tränen in meinen Augen konnte ich kaum noch etwas sehen und hörte deshalb nur, wie Magnus Ausstieg und kurz darauf die Türe auf meiner Seite geöffnet wurde. Als Magnus allerdings seine Arme um mich legen wollte legte sich ein Schalter um und ich hob schützend meine Arme. Trotzdem nahm Magnus mich in den Arm und hielt mich einfach nur fest. „Ich würde dir niemals weh tun, versprochen. Das sollte auch definitiv kein Reflex sein, niemand hat das Recht dazu dir weh zu tun oder gar unserem Baby. Ich bin da und ich verspreche dir, dass wir beide das hin bekommen! Ich werde nicht weggehen und ich werde auf dich und das Baby aufpassen! Du bist mein Mate, das wichtigste in meinem Leben." sagte er leise und strich mir beruhigend über den Rücken.
Immer und immer wieder versicherte er mir, dass wir das zusammen hinbekommen würden und dass ich irgendwann keine Angst mehr haben würde. Es tat mir trotzdem so unglaublich leid, dass ich so reagiert hatte...eigentlich wusste ich ja, dass Magnus mir nicht weh tun würde. Warum hatte ich dann trotzdem so eine Panik bekommen?!
Es war mir richtig unangenehm, dass Magnus meinetwegen anhalten musste...normalerweise mussten Mates sich nicht so ein Versprechen geben. Es war selbstverständlich sich gegenseitig zu lieben und zu beschützen. Trotzdem hatte ich meine Reaktion nicht unter Kontrolle, wie man gerade gesehen hatte. „Es ist alles gut, das muss dir nicht unangenehm sein. Ok? Wir bekommen das schon hin." murmelte Magnus beruhigend und löste sich von mir.
Vorsichtig nahm er meine Hände in seine und strich beruhigend über meinen Handrücken, ehe er mir meine Tränen wegwischte. „Wir fahren jetzt erstmal nach Hause und dann entspannen wir uns etwas. Morgen gehst du dann zusammen mit Ace und deiner Familie zur Schule, damit du in ein paar Monaten deinen Abschluss hast." schlug er vor und sah mich aufmunternd an. Danach gab er mir meine Decke zurück, die vorher in den Fußraum gerutscht war und sah mich noch einmal aufmunternd an, ehe er meine Türe wieder schloss und auf den Fahrersitz stieg. Etwas gelassener fuhr er weiter, wobei er immer wieder besorgt zu mir herüber sah.
ACE
Während ich zusammen mit Jordan bei Magnus in der Küche saß waren Alec und Magnus vermutlich schon auf dem Weg hier her. Dana hatte mich gestern Abend nicht nach Hause lassen wollen, sie dachte irgendetwas würde nicht mit mir stimmen. Als ich versucht hatte sie davon zu überzeugen, dass es mir gut ging hatte Jordan ihr zugestimmt und ich hatte aufgeben müssen.
Jetzt saß ich mit einer großen Tasse Tee vor meiner Nase am Küchentresen und starrte gedankenverloren hinein, während Jorden und Dana mich prüfend musterten. Ich spürte ihre Blicke förmlich auf meiner Haut. Konnten die beiden mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich wollte gerade einfach nicht darüber reden, ich musste mir ohnehin noch überlegen wie ich es Magnus und Jordan sagte.
Damals war ich zusammen mit meinen Eltern aus unserem alten Rudel geflüchtet. Ich war schon früher anders als die anderen Wölfe gewesen, deswegen hatten sie versucht mich zu töten. Auf der Flucht hatten sie uns in den Walt getrieben. Als wir ein einigermaßen sicheres Versteck gefunden hatten konnten wir uns endlich ausruhen...in der eiskalten Nacht hatte ich zwischen meinen Eltern gelegen. Am Morgen war ich alleine aufgewacht, beide waren über Nacht erfroren. Ich hatte Tagelang dort gelegen und einfach darauf gehofft auch zu sterben, bis Alec auf einmal aufgetaucht.
Ich erinnerte mich noch daran, als wäre es gestern gewesen. Er hatte seine Hand nach mir ausgestreckt und mich einfach nur angesehen. Es waren Stunden vergangen, ehe ich sie tatsächlich genommen hatte und er mich von meinen Eltern weg gebracht hatte. Alec gab mir etwas zu essen und sogar wärmere Kleidung, damit ich nicht erfror. Die ganze Zeit über hatte ich kein Wort gesagt, selbst als wir in diesem Rudel aufgenommen wurde hatte ich mit niemandem geredet. Eines Tages hatte ich alleine, etwas abseits am Trainingsplatz gesessen und Jordan und Magnus hatten sich einfach zu mir gesetzt. Sie waren einfach davon ausgegangen, dass ich in ihr Rudel gehörte.
Im Kaufhaus hatte ich dann das erste mal so richtig mit Alec gesprochen und ihn kennen gelernt. Da kam ich erst so richtig mit dem Hass gegen uns in Kontakt...und mittlerweile fühlte ich mich einfach nur noch unwohl bei dem Gedanken, dass die meisten mich für ein Mitglied von Magnus Rudel hielten. Alle aus Alec's Rudel wussten, dass ich zu ihnen gehörte...ich schämte mich so vor mir selbst. Niemand nahm es mir übel, dass ich nichts gesagt hatte...aber so langsam nahm ich es mir selbst übel! Mittlerweile kochte ich schon beinahe vor Wut auf mich selbst...und ich hatte noch keine Lösung für mein Problem gefunden! Klar musste ich mit Jordan und Magnus reden....ich wusste nur nicht wie!
Ich war mir selbst unsicher, wann ich es ihnen sagen sollte. Jordan würde morgen 20 Jahre alt werden und ich wollte ihm das nicht ruinieren. Vielleicht sollte ich besser warten, nur ein paar Tage. Dann hatte er seine Mate und vielleicht viel es ihm dann leichter...
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Lone Wolf
Hombres LoboEin Omega mit einer dunklen Vergangenheit und einer rebellischen Art ,und ein dickköpfiger, sehr erwachsener Alpha... Kann das gut gehen?
