Unsere Lippen lösen sich voneinander, doch unsere Blicke bleiben gefangen. Mein Herz schlägt wild gegen meine Brust, mein Atem geht unregelmäßig. Habe ich mir das gerade eingebildet? Nein. Das war echt. Ich spüre immer noch die Wärme seiner Haut, das sanfte Kribbeln, das von meinen Lippen bis tief in meinen Bauch strahlt.
Aiden hält meine Hände noch immer fest, als könnte er mich nicht loslassen. Oder will ich es sein, die ihn nicht loslassen will? Ich öffne den Mund, um etwas zu sagen – irgendetwas –, doch ein plötzliches Räuspern lässt uns zusammenzucken.
Vorsichtig drehen wir uns um.
Meine Mutter steht im Türrahmen, die Arme vor der Brust verschränkt, ihre Lippen zu einem amüsierten Lächeln verzogen.
„Oh, ich wollte euch nicht stören", sagt sie mit gespielter Unschuld in der Stimme. „Ich bin gar nicht da."
Mit einer eleganten Bewegung dreht sie sich um und verschwindet ins Wohnzimmer.
In diesem Moment klingelt mein Handywecker, und ich nutze die Ablenkung, um meine Gedanken zu ordnen. Ich streife mir die Ofenhandschuhe über, öffne den Backofen und hole vorsichtig den dampfenden Schokoladenkuchen heraus. Der süße, herbe Duft von Kakao und geschmolzener Butter füllt die Luft.
Aiden tritt neben mich und betrachtet das Werk unserer gemeinsamen Mühe mit funkelnden Augen.
„Er sieht köstlich aus", schwärmt er und greift neugierig nach der Kuchenform.
„Pass auf!", warne ich sofort. „Er ist noch heiß, du könntest dir die Finger verbrennen."
„So heiß kann er nicht sein", murmelt er und ignoriert meine Worte.
Keine Sekunde später zuckt er mit einem leisen Aufschrei zurück, sein Gesicht vor Schmerz verzogen.
„Das ist heiß!", ruft er empört.
Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. „Ich habe dich gewarnt."
Sanft nehme ich seine Hand und führe sie unter das kalte Wasser im Waschbecken. Er atmet auf, als die Kühlung den Schmerz lindert.
„Du hättest einfach auf mich hören sollen", necke ich ihn.
„Ich wollte nur den Kuchen essen", jammert er mit einem Schmollmund.
Ich schüttele amüsiert den Kopf. „Warte einfach ein paar Minuten. Dann können wir ihn anschneiden."
Während Aiden mit sehnsüchtigem Blick den Kuchen anstarrt, verlasse ich die Küche und gehe zu meiner Mutter.
Ich finde sie in ihrem Arbeitszimmer. Ihre Stirn ist gerunzelt, und ihre müden Augen starren auf den Bildschirm ihres Laptops.
Ich klopfe leise an den Türrahmen. „Mama, alles in Ordnung?"
Sie sieht auf, blinzelt langsam, als würde sie aus einem Traum erwachen. „Ja, alles gut." Sie muss gähnen und lacht dann leise in sich hinein. „Ich bin nur ein wenig müde."
„Arbeitest du mehr, seitdem ich studiere?"
Sie winkt ab. „Ich arbeite wie immer."
Ich mustere sie skeptisch. „Wir hatten doch darüber geredet. Du solltest anfangen, mehr Spaß zu haben, wenn ich weg bin."
Ein sanftes Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Ihr beide passt gut zusammen."
Ich rolle mit den Augen. „Lenk nicht vom Thema ab."
„Nein, wirklich." Sie betrachtet mich eine Weile, dann seufzt sie. „Ihr erinnert mich an mich und deinen Vater. An unsere Jugend, unsere Abenteuer."
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Enchanted by you
FantasiFictional Boyfriends can be real ... Ein Bücherwurm in Harvard entdeckt eine Welt voller Magie, als der Protagonist eines Fantasy-Romans plötzlich vor ihr steht und sie gemeinsam zwischen der modernen Welt und einem faszinierenden Königreich Gefahre...
