Der König betrachtet seinen Sohn mit einer Mischung aus Verwunderung und Staunen. „Du hast es dir gewünscht?" Wiederholt er ungläubig, als könne er es nicht fassen.
Aiden hält dem prüfenden Blick seines Vaters stand. „Ja. Thalia hat es ebenfalls getan. Ich weiß nicht genau, wie es funktioniert, aber wir beide haben es uns gewünscht – und es geschah."
Ich spüre die Blicke auf mir. Jede einzelne Person im Saal scheint mich zu mustern, als wäre ich eine Erscheinung aus einem alten Mythos. Mein Herz hämmert in meiner Brust. Was, wenn sie mich für eine Bedrohung halten?
„Warum bist du nur in einem Hemd gekleidet, mein Kind?" Ich spüre den durchdringenden Blick des Königs und schaue in die blasen, grünen Augen.
„Euer Sohn hat mir sein Hemd geliehen, um mich zu verstecken, euere Majestät", antworte ich und spüre die Hitze in meinen Wangen.
Er nickt und wendet sich dann wieder seinem Sohn zu. „Das ist sehr löblich von dir. Doch ich würde es bevorzugen, wenn dein Gast angemessen gekleidet auftritt."
„Ich habe es zu ihrem Schutz getan", antwortet Aiden ehrlich.
Der König hebt die Hand, und der Saal verstummt sofort. „Wir müssen vorsichtig sein." Sein Blick ruht schwer auf Aiden. „Hast du bedacht, welche Folgen das haben könnte? Welche Gefahren das mit sich bringt?"
Aiden strafft die Schultern. „Ich habe darüber nachgedacht, Vater. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Thalia hier sicher ist. Es gibt keinen Grund, sie als Bedrohung zu sehen."
Der König lässt seinen Blick erneut auf mich fallen. Ich spüre, wie er mich mustert, als wolle er mich durchschauen. Dann, nach einer endlosen Stille, nickt er langsam.
„Nun gut. Thalia Newton aus der Anderswelt – ich heiße dich willkommen in Andastra."
Er breitet die Arme aus, und die Wachen entspannen ihre Haltung. Ein erleichtertes Seufzen entweicht mir. Ich bin also akzeptiert.
Das Mädchen tritt zu uns heran. „Ich kann ihr zeigen, wie sich eine Frau am Hofe kleidet."
"Eine fabelhafte Idee, Schwester", sagt Aiden und sieht sie mit einem Lächeln an.
Der König räuspert sich. „Aiden, bring sie in eines der Gästezimmer. Sie muss sich sicher ausruhen nach einer solchen Reise."
Aiden verbeugt sich knapp. „Ja, Vater."
Er legt sanft eine Hand an meinen Rücken und führt mich aus dem Thronsaal. Ich spüre Evelynes neugierigen Blick auf mir, während Fynn uns mit etwas Abstand folgt.
Als sich die Türen hinter uns schließen, lasse ich die angespannte Luft aus meinen Lungen entweichen.
„Das lief gut", sagt Aiden mit einem Lächeln.
Ich sehe ihn ungläubig an. „Gut? Dein Vater hätte mich auch einsperren oder aus dem Schloss werfen können!"
Er zuckt mit den Schultern. „Das hätte er vielleicht getan, wenn du ihm nicht sympathisch gewesen wärst."
Ich weiß nicht, ob mich das beruhigt oder verunsichert.
Seine Schwester und Fynn laufen uns hinterher, als Aiden mich
Aiden bleibt vor einer hohen, kunstvoll verzierten Tür stehen und öffnet sie. „Das ist dein Zimmer."
Ich trete ein und halte den Atem an.
Der Raum ist riesig. Ein Himmelbett mit feinen, bestickten Vorhängen dominiert den Raum. Die Möbel sind aus dunklem Holz, und das Fenster öffnet sich zu einer Terrasse mit Blick auf einen weitläufigen Garten. Ein Kamin brennt in der Ecke, und auf einer Kommode liegen frische Kleider für mich bereit.
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Enchanted by you
FantasyFictional Boyfriends can be real ... Ein Bücherwurm in Harvard entdeckt eine Welt voller Magie, als der Protagonist eines Fantasy-Romans plötzlich vor ihr steht und sie gemeinsam zwischen der modernen Welt und einem faszinierenden Königreich Gefahre...
