Die Tage bis zu meiner Aussage war ich vom Dienst freigestellt gewesen. Scrimgeour war zunächst mächtig wütend auf mich, da ich nicht geholfen hatte, doch letztendlich siegte die Vernunft, dass ein einzelner Auror nicht viel hätte ausmachen können.
Tonks hatte mich jeden Tag besucht und mir die Neuigkeiten aus dem Ministerium mitgeteilt. Ihr hatte ich ziemlich schnell gestehen müssen, dass ich Barty befreit hatte. Der Verdacht war ihr noch in Hogwarts gekommen und ihr konnte ich nun wirklich nichts vormachen. Dafür entschuldigte sie sich bei mir, dass auch sie geglaubt hatte, ich sei verrückt geworden.
Den Fall mit den beiden Damen hatte sie nach diesen Verwicklungen schließen können. Inoffiziell natürlich. Offiziell konnte sie schlecht Barty als Täter eintragen, wenn es weiterhin hieß, er sei tot.
Der Orden hatte sich so langsam mobilisiert. Die meisten früheren Mitglieder waren sofort wieder mit an Bord gewesen. Doch auch neue Mitglieder wie Molly und Arthur Weasley konnten wir für unsere Sache dazu gewinnen.
Eine der ersten Handlungen bestand darin, Harry Potter zu beobachten und zu beschützen. Auch ich beteiligte mich mit Diensten, immerhin hatte ich gerade nicht viel zu tun.
Bisher war nicht sonderlich viel passiert. Harry versuchte verzweifelt an Neuigkeiten zu kommen, doch es war uns strikt untersagt worden, mit ihm in Kontakt zu treten.
Ich wusste immer noch nicht, was ich sagen sollte. Die Wahrheit brannte förmlich auf meiner Zunge. Doch war ich wirklich bereit, meine Karriere dafür zu opfern? Barty war verschwunden und hatte sich nicht wieder blicken lassen. So viel Verstand hatte er also noch. Dennoch verging kein Tag, an dem ich nicht an ihn dachte. Meinen Ring und nun auch die Kette trug ich jeden Tag. Niemand konnte sie mir mehr madig machen.
Am Morgen meiner Aussage machte ich mich extra sorgfältig fertig. Ich wählte eine schwarze Stoffhose, ein graues Top und einen schwarzen Blazer aus. Darüber meinen Umhang. Dazu schwarze Stiefel, ein Pferdeschwanz und dezentes Make-up. Sogar mein Lippenstift war unauffällig.
Dann machte ich mich auf den Weg ins Ministerium.
Zielstrebig lief ich zu den Gerichtsräumen, auch wenn ich keine Ahnung hatte, warum meine Aussage dort stattfinden sollte. Eigentlich hätte ich sie vor einem meiner Kollegen und meines Chefs machen sollen, doch es wurde kurzfristig geändert.
Scrimgeour wartete vor der Tür auf mich. Als er mich kommen sah, meinte er flüsternd: „Ich weiß nicht, was die hier aufziehen wollen und warum das ganze Theater veranstaltet wird, aber du wirst dich vermutlich warm anziehen müssen."
Ich nickte. Etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.
Dann öffnete Scrimgeour die Tür und wir traten ein.
Geschockt musste ich feststellen, dass Fudge den kompletten Zaubergamot einberufen hatte. Das konnte doch nicht wahr sein! Hier ging es um die einfache Zeugenaussage einer Aurorin, die bei den Geschehnissen dabei gewesen war. Dann fiel mir Fudges Ausraster in Dumbledores Büro wieder ein. Er hatte damals schon versucht, alle zu beeinflussen, weil er die Wahrheit nicht sehen wollte. Tonks hatte erzählt, dass er alles versuchte, um Dumbledore und Harry in ein schlechtes Licht zu stellen. Vermutlich war dies eine Drohung an mich.
Äußerlich gelassen ließ ich mich auf den Stuhl fallen, der eigentlich für die Angeklagten vorenthalten war.
Fudge schaute mich durchbohrend von seinem erhöhten Sitz an.
„Da wir nun alle vollzählig sind, können wir anfangen. Sie wissen, warum Sie heute hier sind, Miss Armstrong?"
„Ja, Sir", nickte ich. „Ich bin hier, um meine offizielle Zeugenaussage zu den Geschehnissen in Hogwarts am Finaltag des Trimagischen Turniers zu machen."
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Always
FanfictionUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
