Kapitel 58

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Die Zeiten hatten sich verändert. Während Misstrauen und Angst die Überhand nahmen, hatten Barty und ich unsere sichere kleine Insel in unserem Zuhause gefunden. Mir fiel es trotz allem immer noch schwer, ihm restlos zu vertrauen. Die Wunden schienen doch tiefer zu sein, als ich selbst gedacht hatte. Wenn Barty etwas verheimlichte, dann tat er es sehr gut. Er gab mir nicht einen Anhaltspunkt, dass etwas nicht stimmen könnte. Im Gegenteil... selbst jetzt, wo wir wieder zusammen waren, gab er sich noch immer aller größte Mühe, mich zu beeindrucken und mir ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Scheinbar war unsere Vergangenheit auch bei ihm ständig präsent.

Vor ein paar Tagen hatte uns die Einladung zu Bills und Fleurs Hochzeit erreicht. Sie war sogar an uns beide adressiert. Ich grübelte immer noch darüber nach, ob dies ein Friedensangebot der Weasleys war oder ob sie Barty endgültig zu unserem Kreis zählten. Noch waren es einige Wochen bis zu der Hochzeit.

„Ich finde, wir sollten auch heiraten", sinnierte Barty. Er starrte auf die Einladungskarte, die ich als Erinnerung an den Kühlschrank geklebt hatte.

Ich schaute überrascht von meinem Papierkram auf. Die Arbeit hatte so überhand genommen, dass ich einiges abends mit nach Hause brachte. Es war nichts allzu wichtiges, aus gegebenen Gründen.

„Ich meine, wir haben nicht mehr darüber gesprochen, seit wir zusammen sind. Aber ich kann mich dunkel daran erinnern, dass du nicht so lange warten wolltest", grinste er.

Ich schaute noch immer überrascht. „Ähm, ...", begann ich. Er hatte recht. Tonks und Remus hatten den Schritt auch vor einigen Wochen gewagt. Es war eine schlichte, aber dennoch schöne Hochzeit gewesen. Sie war aufgrund der Spontanität und den dunklen Zeiten nicht groß ausgefallen. Lediglich die Ordensmitglieder, Tonks' Mutter und Barty waren dabei gewesen.

Ich war mir allerdings nicht sicher, ob sie auch alle zu unserer Hochzeit kommen würden. Und noch unsicherer war ich mir darin, ob ich sie dabei haben wollte. Was, wenn es doch ein Fehler war, diesen Schritt zu gehen?

„Es muss nichts großes sein, Kate. Nur du, ich und der Trauende."

Ich schaute ihn skeptisch an.

„Bitte", flehte er, „Ich liebe dich. Du liebst mich. Wir sind zusammen. Und ich warte seit Ewigkeiten auf diesen Tag. Ich möchte, dass du bald offiziell Mrs. Crouch bist."

Mir entglitt die Mimik. War es in diesen Zeiten tatsächlich so sinnvoll seinen Namen anzunehmen? Was würden die Kollegen denken? Als Aurorin mit dem Nachnamen eines Todessers aufzulaufen, war vermutlich nicht die klügste Idee. Und was würde es mit Voldemorts Anhängern machen? Suchten sie nach Barty oder glaubten sie, dass er gestorben sei? Er war der letzte mit dem Namen Crouch. Würde ich jetzt den Namen tragen, wäre es ein Hinweis darauf, dass er noch lebte und wo er sich aufhielt.

„Äh...", begann ich.

Barty schaute mich erwartungsvoll an. Ich liebte diesen Ausdruck auf seinem Gesicht. Ich liebte ihn. Und ich wollte ihn. Ach, scheiß drauf, schoss es mir durch den Kopf. Seit wann gab ich etwas auf die Meinungen anderer?

„Okay, aber unter zwei Bedingungen", meinte ich.

Bartys Gesicht erhellte sich. „Alles, was du möchtest", meinte er, kam zu mir und küsste mich.

„Erstens, ich möchte, dass Tonks und Remus anwesend sind. Sonst niemand. Und zweitens, ich werde Mrs. Crouch. Aber ich werde es niemandem sonst sagen. Es ist zu gefährlich, meinen neuen Namen zu verwenden. Das Ministerium sucht dich noch immer und ich möchte auch nicht, dass die Todesser auf uns aufmerksam werden."

Barty überlegte einen Moment, dann nickte er. „Einverstanden."

Ich packte meinen Papierkram weg und zerrte stattdessen ein leeres Pergament hervor. Sofort schrieb ich einen Brief an Tonks und erzählte ihr darin die Neuigkeit.

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