Kapitel 55

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In Hogwarts herrschte Chaos. Schüler rannten panisch durch die Gänge. Einige kämpften auch. Auroren und Ordensmitglieder waren ebenfalls auf den Beinen. Einige lagen reglos am Boden. Ich stoppte bei jeder Person und schaute, ob sie noch lebte. Sie waren alle nur bewusstlos. Also lief ich weiter. Einige Todesser kreuzten meinen Weg. Ich schleuderte ihnen Flüche entgegen, so wie sie es bei mir taten. Barty beschützte mich ebenfalls. Entgegen meiner Befürchtungen wich er mir nicht von der Seite. Er legte Schilde um mich, griff Todesser an, die mich hinterrücks angreifen wollten und warnte mich vor. Im Prinzip sorgte er dafür, dass ich überlebte.

Nicht einmal zeigte er sich dabei. Die Todesser wussten nicht, von wem sie angegriffen wurden, manche schauten sich irritiert um, doch sie sahen niemanden außer mich.

Eigentlich suchte ich nur Tonks. Ich litt Höllenqualen bei dem Gedanken, ihr könnte etwas passiert sein. Immerhin musste sie eine der Ersten vor Ortgewesen sein.

„Ihr geht es gut", hauchte Barty mir immer wieder ins Ohr, was eine Gänsehaut verursachte, die ich gekonnt ignorierte. Ich wusste, dass er mich beruhigen wollte.

So schnell wie es begonnen hatte, schien es auch wieder vorbei zu sein. Ich folgte einigen Schülern nach draußen und erkannte eine kleine Traube, die sich um etwas versammelt hatte. Als mich die Schüler näher kommen hörten, drehten sie sich um und bildeten einen Gang, durch den ich nach vorne ging.

Vor mir im Gras lag Dumbledore. Reglos und die Augen starr nach oben gerichtet. Ich wusste, hier kam jede Hilfe zu spät. Geschockt kniete ich mich neben ihn und schaute auf ihn hinab. Diesem Mann hatte ich so viel zu verdanken. Mein Leben wäre niemals so verlaufen, wäre er nicht gewesen. Er hatte mich gedeckt und beschützt, hatte mir eine Familie gegeben und mich zurück zu Barty geführt.

Eine Hand legte sich auf meine Schulter. „Du kannst nichts mehr für ihn tun", flüsterte Barty. Er war noch immer unsichtbar.

Doch, eine Sache konnte ich für ihn tun. Mit einer leichten Geste schloss ich seine Augen. Er wirkte gleich friedlicher. Mit einem letzten Blick erhob ich mich.

McGonagall tauchte hinter mir auf. Auch sie blickte entsetzt und mit Trauer erfüllt auf Dumbledore hinab. Dann fiel ihr Blick auf mich.

„Kate, gehen Sie in den Krankenflügel!", meinte sie mit brechender Stimme.

Ich schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht verletzt." Es war die Wahrheit und einen Moment schaute ich über ihre Schulter zu der Stelle, an der Barty stand.

„Mr. Weasley ist verletzt. Sie werden dort bald gebraucht", war alles, was sie sagte.

Mir gefror das Blut in den Adern. „Ron?", fragte ich geschockt.

McGonagall schüttelte den Kopf. „Bill."

Sofort setzte ich mich in Bewegung. Ich rannte gezielt an allen vorbei in Richtung Krankenflügel. Barty dicht hinter mir.

Ich stieß die Tür mit Schwung auf. Sofort drehten sich mehrere Köpfe in meine Richtung. Unter ihnen Tonks.

Meine Knie gaben vor Erleichterung nach und Barty stützte mich unauffällig.

„Kate, du bist gekommen!", rief Tonks erleichtert.

„Sofort nachdem dein Patronus mich erreicht hat. Aber ich fürchte, ich kam zu spät. Das meiste war bereits vorbei."

Tonks und ich fielen uns in die Arme. Mein Blick wanderte über die restlichen Versammelten. Hermine, Ron, Lupin und Luna standen um eines der Betten herum. Darin musste Bill liegen. Im Bett neben der Tür lag Neville und schlief.

Madame Pomfrey kam auf mich zu. „Sind Sie verletzt, Miss Armstrong?", fragte sie, während sie mich skeptisch musterte. Ich schüttelte den Kopf.

Langsam ging ich auf das Bett zu. Bill schlief ebenfalls. Die Wunden in seinem Gesicht sahen unschön aus.

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