Kapitel 70

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Die Geburt war gut verlaufen. Ted Lupin war ein süßer, kleiner Fratz, den ich wider Erwarten zum Knuddeln gern hatte. Harry sollte Pate werden, auch wenn er noch nichts von seinem Glück, geschweige denn Patensohn, wusste. Ich wurde die Patin und erfüllte diesen Job bereits jetzt mit Freude. Tonks erholte sich ebenfalls sehr schnell. Sie war einfach nur glücklich. Genauso wie Remus, der seinen Sohn nicht aus den Augen ließ.

Allerdings hatte ich mir den Magen etwas verdorben. Mir war ungefähr eine Woche nach der Geburt das erste Mal schlecht geworden. Auch zwei Wochen später hielt mich der Zustand der Übelkeit und des Erbrechens fest in seinem Griff.

„So hat es bei mir auch angefangen", meinte Tonks grinsend, als ich mal wieder aus dem Badezimmer kam.

Ich warf ihr einen bösen Blick zu. „Was hat so angefangen?"

Tonks gluckste. „Die Anzeichen der Schwangerschaft. Ich meine, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ja sagen, dass du schwanger bist. Aber das kann ja nicht sein."

Mir wich sofort jegliche Farbe aus dem Gesicht. Schwanger? Heilige Scheiße, bitte nicht.

„Was schaust du denn so? Ich sagte doch schon, es kann nicht sein. Barty ist jetzt locker ein halbes Jahr weg. Und wie ich dich kenne, hast du auch sonst niemanden kennengelernt."

Ich starrte noch immer geschockt geradeaus. Ich hatte dieses eine Detail Remus gegenüber ausgelassen, als ich ihm von meinen wiedergekehrten Erinnerungen erzählt hatte. Und Tonks wusste dies auch nicht.

Ich sollte wohl besser einen Test machen. Wo konnte man die Dinger noch gleich kaufen?

„Erde an Kate." Tonks' Hand winkte vor meinem Gesicht hin und her.

„Hast du noch so einen Test?", brachte ich mit kratzender Stimme hervor.

Jetzt fiel Tonks alles aus dem Gesicht. „Ich glaube, einer ist noch da."

Sie drückte sich an mir vorbei ins Bad und begann in dem Schrank zu wühlen. „Ha ha, hier ist noch einer." Zur Bestätigung wedelte sie mit der Packung herum.

Ich schnappte die Packung aus ihrer Hand und schob sie behutsam aus dem Bad, bevor ich mich darin einschloss.

Mit zitternden Fingern öffnete ich die Verpackung und zog den Test heraus.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen wiederholte ich mein früheres Mantra.

Jetzt musst du nur noch darauf pinkeln, dachte ich. Musste ich eigentlich? Ich sollte. Die Ungewissheit war eine Qual.

„Die Geschichte musst du mir gleich aber unbedingt erzählen", hörte ich Tonks gedämpfte Stimme durch die Tür.

Ich stöhnte.

Wenige Minuten später saß ich auf dem Rand der Badewanne und starrte auf das Testfenster.

„Und?" Tonks lauerte noch immer vor der Tür.

Ich stand auf und entriegelte die Tür. Sie gab ja doch keine Ruhe. Schneller als ich schauen konnte, stand sie im Bad. Gemeinsam saßen wir auf dem Wannenrand und warteten.

Als Remus mit Ted auf dem Arm an der geöffneten Tür vorbeikam, warf er uns einen irritierten Blick zu. Wenig später tauchte er rückwärts erneut im Türrahmen auf und entschied, zu uns zu kommen.

„Was macht ihr da?", fragte er neugierig.

„Schauen, ob Kate schwanger ist", meinte Tonks zu freudig für diese Situation.

„Schauen, ob Kate... was ist?" Die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Du hast richtig gehört. Aber die Geschichte dahinter kenne ich auch nicht", antwortete Tonks.

Ich konnte nichts anderes machen, als diesen Test anzuschauen und zu hoffen, dass ich die schlimmste Magenverstimmung der Welt hatte.

Doch natürlich nicht. Eine zweite Linie tauchte auf. Erst war sie zartrosa, am Ende dann knallpink. Mit drei Leuten schauten wir ungläubig den Test an, als wäre es ein fieser Streich.

Das konnte doch jetzt echt nicht wahr sein.

„Moment", durchbrach Remus das Schweigen.

Wir schauten ihn an.

„Kann es sein, dass du vielleicht eine Kleinigkeit verschwiegen hast, was Weihnachten angeht?"

Sherlock hatte ziemlich schnell kombiniert, was am Wahrscheinlichsten war.

Von der Blässe des Schocks blieb nicht viel übrig, als die Schamesröte aufstieg.

Dieses Eingeständnis reichte.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein", stöhnte Remus und fuhr sich mit der freien Hand über das Gesicht.

Tonks begann zu kichern, was recht schnell in einem Lachflash endete. „Ich...glaub... es nicht. Das... kann auch nur... dir passieren", brachte sie gerade noch zwischen den Lachern durch.

Aber sie hatte recht. So etwas konnte auch wirklich nur mir passieren. Es passte zu meinem Leben wie die Faust aufs Auge.

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