Kapitel 71

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Wenn ich dachte, es wäre bisher schon schlimm gewesen, dann lernte ich ein neues Level kennen. Tonks war einige Tage nach dem Test mit mir ins St. Mungos gegangen, um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen. Natürlich war es eine Bestätigung. Das war jetzt drei Monate her.

Ich hatte mir die nächste Zeit die Seele aus dem Leib gebrochen, erst mit dem Übergang ins zweite Trimester war dies besser geworden. Da ich bis heute keine Ahnung hatte, wo Barty war, konnte ich ihm die frohe Botschaft nicht überbringen. Ich wollte aber auch nicht einfach so eine Eule losschicken. Wer wusste schon, bei wem der Brief landen würde.

So blieb mir nichts anderes übrig, als alleine damit klar zukommen. Tonks und Remus unterstützten mich und halfen mir, wo es nur ging.

Ich hatte den Verdacht, dass Remus den Jackpot nur so halbherzig genießen konnte. Er lebte mit einem Säugling, einer Neumutter und einer Schwangeren in einem Haus. Hormone, wo man nur hinschaute. Dennoch war er auch für mich immer da.

Die Hiobsbotschaft der Schwangerschaft konnte natürlich auch nicht für sich alleine bleiben. Da ich zunehmend Beschwerden hatte, die ich noch nicht haben sollte, hatten Tonks und ich dem St. Mungos einen weiteren Besuch abgestattet, mit dem Ergebnis, dass ich gleich doppeltes Glück hatte. Zwillinge... alleine... mit einem Vater, der ein Todesser war. Es klang nach einer Erfolgsgeschichte für die Kleinen. Dennoch hatte ich mich für sie entschieden. Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Aufgabe abgelehnt, die dieses für mich parat hatte. Und so würde ich auch das meistern. Ich liebte meine Kinder schon jetzt. Auch, wenn die Hitzewelle, die die letzte Aprilwoche mit sich gebracht hatte, mich schier wahnsinnig machte.

Meine Füße waren geschwollen und mein Kreislauf wollte auch nicht so, wie ich es wollte. Laut Tonks durfte ich das Haus alleine nicht verlassen. Die Gefahr, ich würde irgendwo einfach umkippen, war ihr zu groß.

Ich lag mehr, als dass ich auf dem Sofa saß. Meine malträtierten Füße lagen auf der Lehne und mit einem selbst gefalteten Papierfächer versuchte ich, mir etwas kühle Luft herbei zu wedeln. Für den Abend waren Gewitter gemeldet, auf die ich mich wirklich freute. Sie sollten mit einem leichten Fall der Temperaturen einhergehen. Meinen Bauch konnte man mittlerweile auch schon sehen. Eine kleine Wölbung präsentierte stolz meinen Zustand. Aber warum sollte ich es zuhause auch kaschieren?

„Wann haben wir am 01. Mai mal so geschwitzt, was?", meinte Tonks und pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Auf ihrem Schoß lag Ted und schlief selig vor sich hin. Tonks hingegen schwitzte nur.

„Keine Ahnung. Aber es ist unerträglich", stöhnte ich.

„Abkühlung für die Damen", ertönte Remus' Stimme an der Haustür. Er kam mit zwei Eisbechern ins Wohnzimmer. Meine Schwangerschaftsgelüste jubelten. Wann immer er das Haus für Erledigungen verließ, kehrte er mit Süßigkeiten für Tonks und mich zurück. Auch ein Mittel zur Ruhigstellung, dachte ich grinsend.

Wir fielen über unser Eis her, als hätten wir wochenlang hungern müssen.

Dies schien sich auch Remus zu denken, wie man anhand seines Gesichtsausdrucks erkennen konnte.

Doch wie immer sagte er nichts dagegen, sondern grinste einfach nur.

Wir machten es uns am Abend bequem und schauten den Gewittern draußen zu. An geschützten Stellen hatten wir die Fenster offen und genossen den kühlen Luftzug, der durch das Haus zog. Nach Tagen der brütenden Hitze war es wirklich angenehm.

Die Nacht war dennoch recht angespannt. Ich hatte durchweg ein schlechtes Gefühl. Irgendwas schwebte über uns. Und es war nicht das Gewitter.  

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