Dumpf dröhnten die Worte in meinem Kopf, die gesprochen wurden. Ich bekam sie kaum verarbeitet. Wie geschockt starrte ich auf Moody, der sich langsam verwandelte. Vielsafttrank.
Zum Vorschein kam Barty. Ein Schrei entrückte meiner Kehle, der alle Blicke auf mich zog.
McGonagall sah in mein kalkweißes Gesicht und kam zu mir, um sich zu erkundigen, ob es mir gut ginge. Ich nickte.
Bartys Blicke lagen am Längsten auf mir. Liebevoll, gütig, ich wusste nicht, wie ich sie deuten sollte.
Mein Schock hingegen saß tief. Und so rauschte ich aus dem Raum. Ich musste allein sein. Dumbledore hatte es gesehen, dass wusste ich. Aber er ließ mich gehen.
Draußen im Schatten blieb ich stehen und holte tief Luft.
Snape kam an mir vorbei, ohne mich zu sehen. Kurz darauf kam er mit einem Fläschchen wieder zurück.
Ich war nicht in der Lage, wieder in den Raum zu gehen, doch ich wollte wissen, was Barty sagen würde. Also blieb ich im Verborgenen stehen.
Das Gespräch schockte mich noch mehr. Er hatte sogar seinen eigenen Vater umgebracht. Crouch war nie krank gewesen, er hatte die ganze Zeit unter dem Imperiusfluch gestanden. Es war niemandem aufgefallen.
„Minerva, Sie passen auf Barty auf, während Severus den Minister holt. Ich bin mir sicher, er wird das alles auch noch mal hören wollen. Ich begleite Harry in den Krankenflügel", riss mich Dumbledore aus meinen Gedanken.
Ich ging in Deckung.
McGonagall postierte sich vor der Tür, Snape huschte an mir vorbei und Dumbledore ging mit Harry den Gang in die andere Richtung davon.
Ich blieb stehen. Ungläubig, dass ich recht hatte. Das ganze Schuljahr hatte ich allen versucht zu sagen, dass etwas nicht mit Moody stimmte; das dies nicht mein Mentor war. Niemand hatte mir geglaubt. Und nun saß Bartemius Crouch Junior in diesem Büro. Der Mann, von dem alle dachten, dass er tot sei. Der Mann, der eigentlich in Askaban sitzen sollte. Der Mann, der einst mein Verlobter war und der Mann, den ich liebte.
Der letzte Punkt war ausschlaggebend dafür, dass mein Gehirn einen Kurzschluss hatte und ich wider jeglicher Vernunft handelte.
Es brauchte ein Ablenkungsmanöver für McGonagall. Während ich fiebrig überlegte, drehte ich meinen Ring am Finger. Ich hatte ihn wieder nicht ablegen können. Heute morgen hatte jede Faser meines Körpers diesen Ring gewollt.
Dann fiel es mir ein. Ich zückte meinen Zauberstab und schickte einen Sprengfluch den Gang entlang. Weg von der Tür und von Barty. Der Fluch traf ein Fenster, welches in tausende winzige Splitter zerbarst. Schnell rannte McGonagall an mir vorbei, um zu sehen, was passiert war. Ich nutzte die Gunst und verwandelte mich in den Wolf. Lautlos flitzte ich in das Büro.
Barty saß gefesselt auf dem Stuhl. Er bemerkte mich, doch er erkannte mich nicht. Natürlich, auch er wusste nicht, dass ich ein Animagus war.
Vorsichtig näherte ich mich ihm.
„Bleib weg von mir, du Mistvieh!", keifte er.
Unbeirrt kam ich näher.
„Hau ab! Lass mich!", machte er weiter.
Da Barty handlungsunfähig war, traute ich mich bis auf wenige Zentimeter an ihn heran.
Die Angst in seinen Augen war nicht zu übersehen. Irgendwie gefiel mir der Gedanke, dass Bartemius Crouch Junior angst hatte.
Während er mich weiterhin ängstlich anstarrte, hörte ich Geräusche näher kommen. Snape musste mit dem Minister bereits im Schloss sein.
Verdammt, wir haben nicht mehr viel Zeit, schoss es mir durch den Kopf.
In dem Moment verharrte Barty. „Deine Augen. Ich kenne sie."
Dann schüttelte er den Kopf und murrte: „Toll, jetzt rede ich schon mit einem dreckigen Wolf!"
Ohne weiter darauf einzugehen, verwandelte ich mich zurück.
Barty riss erschrocken die Augen auf.
„Kate", hauchte er.
Ich trat an ihn heran. Ohne ein Wort mit ihm zu wechseln, befreite ich ihn von den Fesseln.
„Kate, bitte", wisperte Barty. Doch ich schüttelte den Kopf.
Sobald ich ihn befreit hatte, sprang er auf und nahm mein Gesicht in seine Hände.
„Ich liebe dich", hauchte er.
Tränen rannen mir über die Wangen und ich brachte keinen Ton hervor. Stumm schüttelte ich den Kopf. Barty schaute mich zärtlich an, während er meine Tränen mit seinen Daumen wegstrich.
Die Geräusche kamen näher. Nun waren eindeutig Stimmen und Schritte zu hören.
Dies löste mich aus meiner Schockstarre.
„Los!", zischte ich. „Hau ab! Sie sind gleich da!"
Doch Barty blieb stehen und schaute mich an. Unmöglich, sich zu bewegen.
„Flieh jetzt endlich, sonst war es das!", zischte ich erneut.
Barty nahm meine Hand und wollte mich mit sich ziehen, doch ich blieb stehen und schüttelte stumm den Kopf.
Verzweifelt ließ er meine Hand los und rannte schließlich fort.
Meine letzten gemurmelten Worte, konnte er schon nicht mehr hören.
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Always
FanfictionUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
