Kapitel 65

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Es mussten Minuten vergangen sein, in denen ich mich nicht bewegt hatte. Wie paralysiert starrte ich auf die Stelle. Das konnte doch nicht wahr sein! Nicht nach allem, was wir die letzten beiden Jahre durchgestanden hatten. Nicht, nachdem wir doch jetzt endlich verheiratet waren!

Ich spürte eine Hand, die sich vorsichtig auf meine Schulter legte und diese leicht tätschelte.

Wie aus der Ferne vernahm ich Tonks' Stimme. „Kate."

Remus hatte seine Hand noch immer auf meiner Schulter liegen, als Tonks auf uns zukam und mich vorsichtig umarmte.

„Er ist weg", wisperte ich.

„Ich weiß", meinte sie.

„Er ist weg... er ist weg... er ist weg." Mehr konnte ich nicht sagen.

Es war nur immer dieser eine Satz.

„Wir sollten hier weg, bevor sie wiederkommen", schaltete sich Arthur aus dem Hintergrund ein.

„Ja, sollten wir", pflichtete Remus ihm bei. „Habt ihr einen Ort, wo ihr unterkommen könnt, Arthur?"

„Ja, Molly und Ginny müssten schon bei Tante Muriel sein. Mit etwas Glück auch die anderen. Was ist mit Kate?"

„Er ist weg", kam es in diesem Moment wieder von mir.

„Wir werden sie mitnehmen. Ich glaube kaum, dass wir sie allein lassen sollten", meinte Remus und musterte mich skeptisch. Arthur nickte zustimmend.

Tonks drückte mich noch immer.

Das nächste, was ich wahrnahm, war ein sanfter Druck, gefolgt von dem unangenehmen Gefühl des Apparierens.

Ich landete vor dem Haus von Tonks und Remus.

Ohne Gegenwehr ließ ich mich von Tonks ins Haus ziehen.

Dort angekommen, wollte ich eigentlich nur noch allein sein. Ich wusste genau, wo das Gästezimmer war und trottete dahin.

Ich schaffte es noch, meine Schuhe auszuziehen, bevor ich mich auf das Bett schmiss und einfach liegen blieb.

Wie lange genau meine Schockstarre angehalten hatte, wusste ich nicht. Aber ich kannte jetzt die Maschenanzahl des Kissenbezugs. Ich musste Ewigkeiten darauf gestarrt haben, bis ich endlich eingeschlafen war.

Nach dem Wachwerden fühlten sich die Welt und ich immer noch scheiße an, sodass ich liegen blieb. Zwischendurch kamen immer wieder Tränen. Ich weinte hemmungslos bis sie versiegten. Nur, um dann erschöpft einzuschlafen.

Remus und Tonks schauten regelmäßig nach mir. Sie brachten mir etwas zu trinken und versuchten, mich zum Essen zu motivieren. Doch ich wollte nichts.

Dieses Spiel setzte sich eine Woche lang fort. Ich aß nichts, ich trank nur das nötigste und aufgestanden war ich nur, um auf Toilette zu gehen.

Tonks und Remus hatten es aufgegeben, mit mir zu sprechen. Sie schauten nur nach mir, ob ich noch lebte. Dann gingen sie wieder.

Am 8. Tag entschied ich mich dazu, aufzustehen. Aus dem einfachen Grund, dass ich nicht mehr liegen konnte.

Ich schlurfte in die Küche und traf auf Tonks.

Sofort setzte sie eine fürsorgliche Miene auf und lächelte mich tröstend an.

„Morgen", meinte ich kurz angebunden, da ich nicht wusste, was ich sonst sagen oder tun sollte.

„Guten Morgen. Wie geht es dir?", fragte sie freundlich.

Ich schaute sie ungläubig an.

„Irgendetwas musste ich doch fragen", murmelte sie.

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