Zu Dumbledores Beerdigung ging ich allein. Es war zu unsicher, Barty mitzunehmen. Außerdem würden die meisten Menschen es nicht verstehen und ihm mit Hass entgegentreten. Im schlimmsten Fall riefen sie die Auroren und es würde auf einen Kampf hinauslaufen. Also brach ich allein auf. Ich trug eine schlichte schwarze Hose, ein schwarzes Top und darüber einen schwarzen Blazer. Meine Haare hatte ich hochgesteckt, geschminkt war ich auch nur dezent und als Schmuck trug ich das Set von Barty. Die Bedeutung meines Ringes hatte sich erneut geändert. Jetzt war er wieder ein Verlobungsring. Barty hatte noch einmal um meine Hand angehalten und wie schon beim ersten Mal hatte ich ja gesagt. Doch dieses Mal wollte ich nicht ewig lang darauf warten. Wer wusste schon, wie gravierend sich die Welt wandeln würde und ob wir dann noch Zeit dafür hätten.
Ich traf in Hogsmeade ein und machte mich zu Fuß auf, das letzte Stück des Weges zu gehen.
Am Ort der Beerdigung traf ich auf Tonks und Lupin. Tonks wirkte glücklicher als jemals zuvor in ihrem Leben und sie umarmte mich überschwänglich. Auch Lupin drückte mich und murmelte mir dabei ein „Danke" ins Ohr. Nach kurzer Verwirrung wurde mir klar, für was das Danke war. Durch meinen Mut hatte er auch seinen gefunden. Und damit die Liebe seines Lebens.
„Ich muss dir unbedingt etwas erzählen", flüsterte Tonks mir ins Ohr, als wir platz genommen hatten.
„Nicht jetzt!", zischte Remus.
Ich schaute beide verwirrt an.
„Nach der Beerdigung", meinte Tonks schließlich. Einen bösen Blick warf sie Remus dennoch zu.
Die Zeremonie war rührend, die Gästeschar bestand aus einem who is who der Zauberergemeinschaft. Alles in allem eine würdige Bestattung für einen der, wenn nicht den, größten Zauberer aller Zeiten.
Mein Herz wurde schwer, als ich an den Sarg herantrat und endgültig Abschied von Dumbledore nahm. Stumm dankte ich ihm für alles.
Sobald der offizielle Teil vorüber war, bildeten sich überall kleine Grüppchen und unterhielten sich. Andere Gäste verabschiedeten sich zeitig und verschwanden.
Tonks hakte sich bei mir unter und führte mich an das Ufer des Sees, weg von allen anderen. Remus folgte uns.
„Ich bin schwanger!", platzte sie heraus.
Es fühlte sich an wie eine Ohrfeige und ich geriet ins Taumeln. Remus griff nach mir und hielt mich, damit ich nicht stürzte.
„Du bist was?", fragte ich überrascht.
„Schwanger", strahlte sie.
Einen Moment überlegte ich mir, wieso sie mir so etwas auf einer Beerdigung erzählen musste. Doch eigentlich fand ich es schön. So dicht lagen Tod und Leben beieinander. Ein Leben endete und ein neues begann. Der Kreis des Lebens. Und irgendwie auch tröstlich, dass in solch dunklen Zeiten etwas so schönes entstehen konnte.
„Dann... herzlichen Glückwunsch", meinte ich und drückte Tonks, ehe ich mich Remus zuwandte. Dieser schien im Gegensatz zu seiner Frau nicht so wirklich begeistert zu sein.
„Was ist los?", fragte ich ihn.
Er schaute zu Tonks und dann wieder zu mir, schüttelte den Kopf und ging fort.
„Was ist mit ihm?", fragte ich irritiert.
Tonks' Hände ruhten auf ihrem noch flachen Bauch, doch ihre Mimik wirkte traurig.
„Er hat Angst. Wir wissen nicht, wie sich seine Werwolf Gene auf das Baby auswirken."
Mir stockte der Atem. Daran hatte ich gar nicht gedacht.
„Was auch immer passiert oder ist, ihr könnt auf mich zählen. Ich werde euch und dem Baby immer helfen." Ich rang nach Worten. Irgendwie musste ich meiner Freundin doch beistehen.
„Das ist lieb von dir", lächelte Tonks. „Und ich weiß, dass du immer für mich da bist."
Wir blieben noch einen Moment am Ufer und starrten auf den See. Was würde die Zukunft wohl für uns bereit halten? Würden wir in 10, in 20 Jahren hier immer noch Hand in Hand stehen?
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Always
FanfikceUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
