Kapitel 51

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Als ich an diesem Abend vor dem kleinen Haus ankam, betrachtete ich nachdenklich alles um mich herum. Den Garten, den ich mit so viel Liebe hergerichtet hatte, den Gartenzaun, den Barty erneuert hatte. Eine Ecke des gepflegten Gemüsebeetes konnte ich hinter dem Haus erkennen. Im Haus selbst brannten die Lichter und ich sah Bartys Schatten, der von der Küche ins Esszimmer kam.

Tief einatmend öffnete ich das Gartentor und ging den Weg zur Tür.

Tonks und ich hatten viel gesprochen. Ein wirkliches Ergebnis kam nicht dabei herum, ich musste einfach meiner Intuition vertrauen. Auch bei Tonks sah es nicht besser aus. Sie hatte mir von ihren Gefühlen für Lupin erzählt. Während sie sich Sorgen um mich gemacht hatte, war er für sie da gewesen. Doch mehr als Freundschaft schien für ihn nicht möglich zu sein.

Mit einem letzten Seufzer öffnete ich die Tür und trat ein.

Bartys Kopf erschien in der Tür zum Wohnzimmer.

„Und wie war es?", fragte er neugierig.

Ich ging auf ihn zu. Er machte mir Platz. Mein Blick fiel auf den gedeckten Esstisch. Eine Schale mit Salat, eine Pfanne mit herrlich duftendem Hähnchencurry und ein Topf mit Reis standen zwischen zwei Tellern. Die Gläser waren bereits mit Wein gefüllt und warteten nur darauf, geleert zu werden.

Während ich mich auf meinem Platz niederließ, begann Barty meinen Teller zu füllen.

Dann ließ er sich mir gegenüber nieder und betrachtete mich abwartend.

Ich erzählte ihm alles über meine Aussage. Bei dem anschließenden Teil mit Kingsley und Tonks zuckte er zusammen. Unwillkürlich fragte ich mich, was er wohl den ganzen Tag gemacht hatte. Hatte er die Zeit genutzt und irgendjemanden kontaktiert? Konnte ich ihm wirklich trauen oder war das alles nur ein Spiel?

Barty stellte an den richtigen Stellen kurze Nachfragen, die jedoch nicht zu auffällig waren.

Nachdem wir gegessen hatten, verschwand alles Geschirr mit einem Schlenker seines Zauberstabs in der Küche.

Mit unseren Gläsern zogen wir um ins Wohnzimmer. Ich hatte genaustens darauf geachtet, nichts von dem Gespräch mit Tonks über ihn zu erzählen. Solange ich mir nicht sicher war, wollte ich nichts davon preisgeben.

„Es freut mich, dass du ab Montag wieder arbeiten darfst. Auch wenn das bedeutet, dass wir weniger Zeit miteinander haben."

Dieser Satz riss mich aus meinen Gedanken. Ich hatte bisher außen vorgelassen, dass Barty in der Zeit unbewacht war. Was sollte ich diesbezüglich machen? Ich konnte ihn schließlich schlecht mit auf die Arbeit nehmen. Was würde er in der Zeit machen? Würde er sich wieder den Todessern anschließen und Voldemort? Würde er tatsächlich zu ihm zurückkehren?

Barty schien meine Gedanken lesen zu können, denn er lächelte mich milde an und meinte: „Du brauchst dir keine Gedanken machen. Ich werde brav in diesem Haus auf dich warten und mir die Zeit vertreiben, in dem ich die Hausfrau spiele."

Ich schaute ihn skeptisch an.

„Kate, bitte. Ich bin dem näher, was ich am meisten begehre, als jemals zuvor. Glaubst du, ich setze das jetzt erneut aufs Spiel?"

Meine Zweifel waren nicht weniger. „Das hat dich schon einmal nicht davon abgehalten. Warum sollte es jetzt anders sein?"

„Weil ich aus dem letzten Mal gelernt habe."

Ich glaubte ihm kein Wort, auch wenn ich es am liebsten getan hätte.

„Ich liebe dich, Kate."

Dieser kleine Satz mit den bedeutungsschwersten Worten überhaupt. Es konnte alles verändern, es konnte aber auch alles zerstören. Ich hatte keine Ahnung, auf welche der beiden Möglichkeiten wir gerade zusteuerten.  

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