Eine Stunde hatte ich den beiden Männern gegenüber gesessen und ihnen alles erzählt und sämtliche Namen genannt. Ich war so gewissenhaft gewesen, dass Robards am Ende meiner Aussage kaum Nachfragen hatte. Die Feder hatte ebenfalls nur die Worte notiert, die meinen Mund verlassen hatten.
Robards hatte mir das Pergament am Ende übergeben, sodass ich alles noch einmal durchlesen konnte und es schließlich persönlich unterschrieb. Scrimgeour unterschrieb nach mir und belegte das Schriftstück sogleich mit einem Schutzzauber. Niemand konnte es jetzt noch abändern, ohne, dass alle Parteien erneut zusammen kommen mussten.
Robards hatte mir schließlich nach einem kurzen Gespräch mit Scrimgeour eröffnet, dass ich ab der kommenden Woche wieder in meinen Job zurück könne.
Freudestrahlend hätte ich ihn fast umarmt, besann mich aber noch im letzten Moment eines besseren. Dies war mein neuer Chef und eine Umarmung wäre nicht unbedingt seriös und angebracht gewesen.
Wie versprochen, machte ich auf meinem Rückweg bei Kingsley halt.
Er schaute auf, als mein Schatten auf das Pergament vor ihm fiel.
„Setz dich", meinte er freundlich und schob mir einen Stuhl zu.
Ich ließ mich schwer auf diesem nieder und wartete ab.
„Wo bist du untergekommen?", flüsterte Kingsley, darauf bedacht, dass uns niemand zuhörte.
„Bartys Familie besitzt ein kleines Haus im Nirgendwo", antwortete ich.
Kingsley zog misstrauisch die Stirn in Falten. Es war ihm anzusehen, dass ihm die ganze Geschichte nicht geheuer war.
„Du brauchst dir keine Sorgen machen. Ich habe Barty unter Kontrolle. Von dem Haus weiß keiner."
„Bist du dir da sicher?"
Ich zuckte mit den Schultern. Genau genommen konnte ich mir nicht hundertprozentig sicher sein, ich hatte nur Bartys Aussagen.
„Kate, bitte, sei vorsichtig", mahnte Kingsley.
Ich schaute ihm direkt in die Augen, als ich sagte: „Das bin ich immer. Und das weißt du."
Er hielt meinem Blick stand. „Seit Bartys Rückkehr von den Toten bin ich mir dessen nicht mehr sicher. Du schwankst zwischen deiner Loyalität zu ihm und deinem Pflichtbewusstsein uns gegenüber."
Empört zuckte ich zusammen. „Das stimmt nicht! Ich bin euch gegenüber ebenso loyal. Eigentlich noch mehr, als Barty gegenüber."
„Kate, bitte, lüg uns nicht beide an. Wir reden von dem Mann, den du liebst. Den du seit deiner Zeit in Hogwarts liebst. Es gab bisher nichts, was dich davon abgehalten hat, nicht einmal seine Taten. Also sag jetzt nicht, dass du uns gegenüber loyaler bist. Denn das kannst du bei der Tiefe deiner Gefühle nicht sein."
Ich schluckte hart. Es war die pure Wahrheit, die aus Kingsleys Mund kam. Es hatte bisher nichts gegeben, dass etwas an meinen Gefühlen für Barty geändert hatte. Warum sollte es jetzt etwas geben?
„Ich stelle nicht deine Auffassung und deine Tätigkeit für den Orden in Frage", setzte Kingsley an, um das unangenehme Schweigen zwischen uns zu brechen, „aber ich weiß, wie stark unsere Gefühle uns leiten können. Das macht mir Sorgen."
Ich öffnete den Mund, um ihm zu versichern, dass ich immer im Sinne des Ordens handeln würde, doch bevor ich dies aussprechen konnte, ertönte hinter uns ein Quietschen.
Kurz darauf wurde ich stürmisch von hinten umarmt. Am Geruch erkannte ich Tonks.
„Kate", meinte sie herzlich, doch als ich mich zu ihr umgedreht hatte, wurde ihr Ausdruck ernst und sie gab mir eine saftige Ohrfeige.
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Always
FanfictionUm den Schatten der Vergangenheit zu verdrängen, lebt Cathrine für ihre Arbeit als Aurorin. Einzig ihre beste Freundin Tonks kennt die Wahrheit und das Geheimnis über Cathrines erste Liebe. Zumindest, bis die Ereignisse sich überschlagen und Cathrin...
